Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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30.07.2017, Wahlprüfsteine:

Ausbau von Energiespeichern (Kurz-, Mittel und Langzeitspeichern) als dringende Schwerpunkt-Aufgabe?

Sehen Sie den Ausbau von Energiespeichern (Kurz-, Mittel und Langzeitspeichern) als dringende Schwerpunkt-Aufgabe bei der Umstellung auf 100 % Erneuerbare Energien?

Antworten

 

CDU/CSU:

Speichern kommen in der zukünftigen Stromversorgung im Rahmen der vereinbarten Ausbauziele der Erneuerbaren viele Funktionen zu. Sie können die Stromerzeugung aus Solar- und Windenergieanlagen glätten und damit deren Vermarktungs- und Systemverträglichkeit erhöhen. Sie können CO2-freien Strom liefern und Versorgungssicherheit bieten. Sie ermöglichen Eigenversorgungskonzepte, können Netze entlasten und zur Glättung von Strompreisspitzen beitragen. Moderne Stromspeichertechnologien sind also für den Erfolg der Energiewende von großer Bedeutung. Unsere Anstrengungen bei der Forschung und bei der Förderung setzen wir fort. Deutschland soll wieder Standort für eine Batteriezellproduktion werden.
 

SPD

Ja, Speicher ersetzen aber nicht den Netzausbau.
 

Bündnis 90 / Die Grünen

Ja
 

Die LINKE

Ja. Der Einsatz von Langzeitspeichern ist zwar erst ab einem Ökostrom-Anteil zwischen 70 bis 80 Prozent zwingend notwendig.
Die Forschung dafür muss aber schon jetzt auf Hochtouren laufen und öffentlich gefördert werden. Kurz- und Mittelzeitspeicher können schon heute mit ihren Systemdienstleistungen zur Ablösung von fossilen must-run-Kraftwerken beitragen. Die Batterie im Hauskeller ist aus energiewirtschaftlicher Sicht jedoch nicht zwingend erforderlich. Überdies ist ihr Einsatz nur schwer energiewendedienlich zu koordinieren. Über ihre Installation sollte die wirtschaftliche Erwägung der Hauseigentümer/Betreiber entscheiden.
 

FDP

Ja. Für eine weitere Verlagerung des Energiemixes hin zu Erneuerbaren Energien müssen neue innovative Energiespeicher entwickelt werden. So können schwankende Erzeugung und Stromverbrauch aufeinander abgestimmt werden. Die Entwicklung von Speicher- beziehungsweise Nutzungsmöglichkeiten muss marktwirtschaftlich und technologieoffen erfolgen.
 

ÖDP

Ja. Speicher müssen die kurz- und mittelfristige, die saisonale Fluktuation von PV- und Wind-Stromerzeugung ausgleichen. Speicher müssen von einer Doppelbelastung als Erzeuger und Letztverbraucher befreit werden. 

Freie Wähler

Ja
 

Die Piraten

Ja
 

Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV)

Ohne Stromspeicher ist kein Umstieg auf die wetterabhängigen Erneuerbaren Energien möglich. Der Grund: Für jedes stillzulegende Kohlekraftwerk müssen Speicher mit gleicher Höchstleistung bereitstehen.

Der zögerliche Ausbau von Speichern ist deshalb der bedrückendste Engpass bei der Umstellung der Energieversorgung. Es fehlen Speicherleistungen von mindestens 80.000 MW und Speicherkapazitäten in der Größenordnung von einigen hundert Terawattstunden.

Wie wenig sich die Bundesregierung in den vergangenen drei Legislaturperioden um diese wichtige Angelegenheit gekümmert hat, ergibt sich aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017). Unter seinen 172 Paragrafen, die sich teilweise mit bürokratischen Nichtigkeiten befassen, gibt es keinen einzigen, in dessen Überschrift das Wort "Speicher" vorkommt.

Die staatlichen Verlautbarungen zum Speicherausbau lauten sinngemäß: "Speicher sind noch zu teuer. Wir werden sie später brauchen, wenn sie billiger geworden sind."

Die bisher durchgeführten staatlichen Alibi-Förderprogramme sind weniger als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Insbesondere ist keine systematische Planung zum Aufbau einer Speicher-Infrastruktur erkennbar.


Der Grund für dieses staatliche Versagen ist leicht zu erkennen: Fehlende Speicher sind die beste Bestandsgarantie für fossile (und atomare?) Kraftwerke.




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