Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

[ Artikel diskutieren und weiterverbreiten? Infos zum Copyright ]
[ Druckversion dieses Artikels ]

06.09.1993, Wolf von Fabeck:

Gegen die Hoffnungslosigkeit

Editorial Solarbrief 3/93

Aus Gründen der Aktualität - unveränderter Nachduck im neuen Layout


Sehr geehrte, liebe Mitglieder des SFV und Förderer der Solarenergie,
 
"gegen die Hoffnungslosigkeit" möchte ich meinen heutigen Brief an Sie überschreiben.

Hoffnungslosigkeit ist die Ursache für Verzweiflungstaten, auch im Energiesektor. Nur Hoffnungslosigkeit kann kluge Menschen dazu bringen, den Teufel mit Beelzebub austreiben zu wollen. Nur Hoffnungslosigkeit, geboren aus dem scheinbaren Fehlen jeder vernünftigen Alternative, lässt die Bevölkerung stillhalten, wenn die Bewohnbarkeit der Erde mit CO2 und Radioaktivität aufs Spiel gesetzt wird.

Hoffnungslosigkeit ist das Geschäft der ICE (Informationszentrale der Elektrizitätswirtschaft). Mit einem phantastischen Werbeaufwand wird in doppelseitigen Zeitungsanzeigen Hoffnungslosigkeit verbreitet. "Wir haben die besten Fachleute, wir scheuen auch keine Geldausgabe für die Erneuerbaren Energien..., aber wir haben lernen müssen, ohne Kohle und Kernenergie geht es leider nicht, nicht einmal in absehbarer Zukunft ...". Das ist Ihre Botschaft.

Diese Botschaft wird ausgerechnet von denen verkündet, die mit Kohle und Uran das große Geld verdienen, und die davon träumen, dass dies ewig so weitergehen müsste. Sie bezeichnen sich als kompetente Realisten, damit man ihnen Glauben schenken soll, aber ihre Botschaft ist falsch! Ihre
Botschaft verführt die politischen Entscheidungsträger zu Entscheidungen, die letztlich in der ökologischen Katastrophe enden müssen!

Unsere Botschaft lautet anders:
1. Die "Erneuerbaren" haben das Potential, mit schon heute bekannter Technik, die ganze Weltbevölkerung vollständig mit Energie zu versorgen*)
2. Wir brauchen nicht auf neue Erfindungen zu warten. Die Erneuerbaren können wir schon heute nützen, ihren Ausbau heute schon energisch vorantreiben.
3. Ein engagierter Ausbau der Erneuerbaren, insbesondere der Photovoltaik, gäbe vielen mittelständischen Betrieben Arbeit und würde für die Industrie neue Märkte öffnen.
4. Die Finanzierung der Erneuerbaren ist mit Hilfe der kostendeckenden Vergütung kein Problem. Hier sind politische Entscheidungen zu treffen.


Meine, unsere Bitte! Unternehmen Sie etwas gegen die Hoffnungslosigkeit! Informieren Sie sich, wir helfen Ihnen gerne mit unserem Informationsmaterial! Lesen und verschenken Sie als Argumentationshilfe das ausgezeichnete Buch von Dr. Hermann Scheer " Sonnenstrategie".
Ergreifen Sie eindeutig Partei! Verbreiten Sie die Nachricht von unseren Erfolgen in Aachen, Eschweiler, Freising, Lüneburg, Ratingen und Wuppertal! Werben Sie für kostendeckende Einspeisevergütung auch in Ihrer Kommune. Bauen Sie eine -- wenn auch ganz kleine -- Solaranlage.
Reihen Sie sich bei den Realisten ein, die erkannt haben, dass Kohle, Öl, Erdgas und Uran nur Übergangsenergien sind, "additive Energien", die so rasch wie möglich ersetzt werden müssen.

Mit herzlichen Grüßen an alle Mitstreiter
Ihr SFV-Geschäftsführer

*) Siehe auch dazu den ausgezeichneten Bericht der Enquete-Kommission
"Schutz der Erde" des 11. Deutschen Bundestages.



Nachtrag

Der Solarbrief 3/93 wurde in 3700 Exemplaren versendet. Das oben abgedruckte Editorial wurde wegen seiner unveränderten Aktualität am 4.11.2008 ins Internet gestellt



zum Seitenanfang


Dieser Artikel wurde einsortiert unter ....