Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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27.11.2018, Wolf von Fabeck:

Diamanten aus rückgeholtem CO2 für die Schönen und Reichen dieser Welt

Eine wichtige Aufgabe beim Kampf gegen den Klimawandel ist die Rückholung von CO2 aus der Atmosphäre.
Die bisher bekannten Verfahren (z.B. Wieder-Aufforstung von Wäldern oder Umwidmung von Ackerland in Grünland sowie andere Landnutzungsänderungen oder das Unterpflügen von Terra Preta zur Erhöhung des Kohlenstoffanteils im Acker- oder Waldboden) finden allerdings in den Gesellschaftskreisen, die sich eher mit schöngeistigen Dingen befassen, wenig Interesse.

Doch auch dort könnte Interesse geweckt werden - dazu die folgenden Überlegungen:

Von dem berühmten Arzt Paracelsus stammt der Spruch: "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei."
Das gilt auch für das CO2 in der Atmosphäre. Die Pflanzen brauchen es, um daraus ihre Blätter oder Nadeln, ihre Zweige, Äste, Baumstämme und Wurzeln zu bilden. Wir Menschen benötigen es, denn ohne CO2 in der Atmosphäre würden wir erfrieren. Statt der vorherrschenden globalen, bodennahen Mitteltemperatur von circa 15 Grad Celsius, hätten wir ohne natürlichen Treibhauseffekt eine mittlere Temperatur von etwa -18°C und die Erde wäre vereist.
Andererseits aber mehr als etwa 300 ppm (parts per million, also 0,3 Promille) ist zu viel. Wir haben jetzt schon global über 0,4 Promille und das Wetter spielt verrückt: In Kalifornien die furchtbare Trockenheit und an den italienischen Küsten die bedrohlichen Überschwemmungen. Selbst bei uns in Deutschland verursacht schon der Regenmangel nach der sommerlichen Hitze 2018 erschreckende Waldschäden und Ernteausfälle. „Die Wälder in Nordrhein-Westfalen sind in diesem Jahr in einem besorgniserregenden Zustand“, berichtete Umweltministerin Ursula Heinen-Esser am 21. November.

Doch wir müssen noch nicht endgültig den Kopf in den Sand stecken. Die Ingenieurskunst kennt Möglichkeiten, überschüssiges CO2 aus der Atmosphäre zurück zu holen und daraus wertvolles Material zu erzeugen, z.B. Treibstoff in Form von Methanol oder synthetischem Diesel oder Ähnliches. Ingenieure könnten aus CO2 sogar Diamanten herstellen, die in ihrer Reinheit und Makellosigkeit jeden natürlich gewachsenen Diamanten weit übertreffen, die sich zu funkelnden Brillianten schleifen lassen und ihre Trägerin oder ihren Trägern als modern denkenden Menschen ausweisen.

Während beim Treibstoff aus zurück geholtem CO2 die Wirtschaftlichkeit erst durch ein gesondertes Förderprogramm garantiert werden müsste, wäre bei den Diamanten aus himmlischem CO2 die Bezahlung kein Problem. Ihr eigentlicher Wert ist ein ideeller. Er liegt darin, dass diese Diamanten nicht nur unschlagbar schön sind, sondern dass sie zudem noch ein Symbol für den Widerstand gegen den Klimawandel sein können.

Aber noch einmal gefragt: Ist es denn tatsächlich möglich, aus dem zurückzuholenden Klimagas CO2 kostbare Diamanten zu gewinnen und diese dann auch noch durch fachgerechtes Schleifen zu Brillianten zu machen?

Die Antwort: CO2 aus der Atmosphäre zurück zu holen und daraus letztlich Methanol zu produzieren, ist bereits geglückt, schon kurz vor der Jahrtausendwende. Theoretisch wäre auch die Herstellung von Diamanten möglich. Es wurde nur noch nicht unternommen, weil niemand den hohen ideellen Wert solcher Schmuckstücke bedacht hat.

Jeder einzelne Schritt wurde bereits erprobt, aber die Aufeinanderfolge der einzelnen Schritte wurde unseres Wissens noch nie im Zusammenhang und mit dem Ziel der Diamanten-Produktion durchgeführt. Zählen wir die einzelnen Schritte einmal auf:

1. Wichtige Information vorab: Die einzelnen technischen Vorgänge zur Herstellung von Diamanten aus dem CO2 der Atmosphäre sind energieaufwendig. Zunächst muss man CO2 aus der Atmosphäre heraus "sieben". Besonders viel Energie braucht man dann, um das CO2-Molekül in seine Bestandteile Kohlenstoff C und Sauerstoff O2 zu zerlegen. Und schließlich braucht man hohen Druck und hohe Temperaturen. um die Kohlenstoffatome dazu zu bringen, sich in einem geordneten Kristallgitter miteinander zu verbinden. Diamant ist nichts anderes als reinster Kohlenstoff in regelmäßiger Kristallgitter-Anordnung.
Die erforderliche Energie für die angedeuteten drei Vorgänge würde man natürlich ausschließlich mit Solarstromanlagen decken. Die Sonne als Antrieb wäre da ein sympathisches Werbeargument!

2. Es gibt bereits mehrere Anlagen, mit denen man CO2 aus der Atmosphäre holen kann. Hier ein Bericht: Schweizer Anlage filtert CO2 aus der Atmosphäre

Das CO2 aus dieser Schweizer Anlage wird an eine nahegelegene Gärtnerei geliefert, die damit den Ertrag ihrer Pflanzen verbessert.
Es gibt verschiedene Anlagen, die CO2 aus der Atmosphäre holen können.
Die Tageschau Nov. 2017 zeigte dazu interessante Bilder.
Die RWE-Tochter Innogy betrieb eine Anlage am Baldeneysee in Essen

3. Die Umwandlung von CO2 in jeden beliebigen anderen kohlenstoffhaltigen Stoff ist seit Jahrzehnten Wissensstand der organischen Chemie.

4.Künstliche Diamanten werden gerne hergestellt, weil man ihre Härte für das Schleifen harter Materialien dringend benötigt. Doch dabei kam es bisher nicht auf Schönheit an.

5.In der Nähe von San Franzisco, Kalifornien gibt es aber nunmehr eine Produktionsstätte, die aus einem kohlenstoffhaltigem Gas künstliche Diamanten höchster Qualität und Reinheit herstellt. Ein anschaulicher Bericht findet sich hier.
In Schönheit, Reinheit und Vollkommenheit sind solche künstlich hergestellten Diamanten den meisten natürlich entstandenen Diamanten überlegen.

Das Problem ist die Wertschätzung des fertigen Diamanten. Zwischen den Diamanthändlern tobt ein erbitterter Streit. Die künstlich hergestellten Diamanten werden von den konservativen Händlern nicht anerkannt. Obwohl es keine sichere Methode gibt, wie man die künstlich hergestellten Diamanten von den natürlich entstandenen unterscheiden kann, werden für ein und denselben Diamanten völlig unterschiedliche Preise genannt (je nachdem, ob der Schätzer davon ausgeht, dass der Diamant künstlich oder natürlich entstanden ist.

In welcher Weise natürliche Diamanten abgebaut werden, zeigt ein beeindruckender Bericht aus der russischen Diamant-Mine Mir

Es gibt also drei verschiedene Sorten von Diamanten,

  • natürlich entstandene Diamanten
  • künstlich erzeugte Diamanten aus "irdischem" Kohlenstoff
  • zukünftig erzeugte Diamanten aus rückgeholtem "himmlischen Kohlenstoff"

Die aus rückgeholtem Kohlenstoff erzeugten himmlischen Diamanten sind noch Zukunftsmusik.

Wer den ideellen Wert eines Diamanten zu würdigen weiß, der aus zurückgeholtem atmosphärischen CO2 erzeugt wurde, wäre vermutlich bereit, für einen Diamanten, der mit der Energie der Sonne aus dem Himmel geholt wurde, den weitaus höchsten Preis zu zahlen.



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