Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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23.06.2014, Susanne Jung:

Entlastung des Netzes durch Eigenverbrauch?

Leider wird die berechtigte Kritik an der geplanten EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch fast gebetsmühlenartig mit dem Argument der Netzentlastung unterfüttert, da der Solarstrom ja direkt vor Ort in unmittelbarer Nähe zur Anlage verbraucht würde.

Dies klingt logisch, ist aber in den meisten Fällen unkorrekt.

Würde sich der Betreiber der Anlage nicht zum Eigenverbrauch sondern zur Volleinspeisung des Solarstroms in das öffentliche Stromnetz entscheiden, entstünde die gleiche netztechnische Wirkung: Immer dann, wenn Strom benötigt wird und die Solaranlage zeitgleich Strom liefert, werden die "solaren" Elektronen nicht im allgemeinen Stromnetz weitertransportiert sondern fließen genau dorthin, wo z.B. Waschmaschine, Kühlschrank, Fernseher und Co in nächster Entfernung Strom anfordern. Das Netz bleibt demnach gleichermaßen unbelastet wie beim Eigenverbrauch durch direkte Einspeisung in das Hausnetz.

Eine netztechnische Entlastung tritt nur dann ein, wenn Solarstromerzeuger

  • ihr Stromverbrauchsverhalten der solaren Erzeugung anpassen (was schnell an Grenzen stößt) oder
  • in Stromspeicher investieren (die ohne zusätzliche Förderung derzeit leider noch unrentabel sind).

Unbestritten ist, dass der Eigenverbrauch zu finanziellen Einsparungen beim Strombezug von konventionell erzeugtem Strom führt. Doch das ist zu wenig. Die Solarenergie soll einen aktiven Anteil an der allgemeinen Stromversorgung übernehmen. Wer die dezentrale Stromversorgung mit EE-Strom vorantreiben möchte, sollte sich für attraktive Einspeisevergütungen und umfassende Förderung von Stromspeichern einsetzen.



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