Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 25.03.2019, aktualisiert am 27.03.2019, Wolf von Fabeck:

Ist Angst ein guter Ratgeber?

Editorial zu Solarbrief 1/19

Der Klimawandel beschleunigt sich, aber kaum einer ahnt, in welcher Lebensgefahr wir bereits jetzt schon schweben, sogar hier in Deutschland. Unser gemeinsames Haus steht bereits an mehreren Ecken lichterloh in Flammen. Greta Thunberg sagt es mit solchen Worten und endlich hören die Menschen hin. Diese GRETA hat offenbar verstanden, was Klimawandel bedeutet, denn sie hat Todesangst und trotzdem tut sie etwas, wozu ungeheurer Mut und Selbstvertrauen gehört. Sie gerät nicht in Panik, sondern spricht ungeschminkt von ihrer Angst und rüttelt damit die Öffentlichkeit auf. Anders als die unglückliche Seherin Kassandra im damaligen Troja hat Greta Thunberg Erfolg.

Keine Angst vor dem Klimawandel zu haben - finde ich - ist ein Zeichen von Dummheit oder Uninformiertheit.

Keine Angst vor dem Klimawandel zu haben, gilt allerdings in gewissen Kreisen als besonders cool. Angela Merkel, Annegret Kramp-Karrenbauer, Peter Altmeyer, Horst Seehofer, Sigmar Gabriel, Andreas Scheuer, Armin Laschet und viele weitere Politiker stehen schon seit Jahren in einem grotesken Wettstreit, wer von ihnen wohl am wenigsten Angst vor dem Klimawandel hat. Und so demonstrieren sie in Worten oder Taten oder durch Nichtstun, wie sch . . .-egal ihnen dieses Pariser Klimaabkommen und die Warnungen der Klimawissenschaft sind. Sie haben dabei alle ihren besonderen Stil. Während bei Andreas Scheuer die Diagnose seines Versagens einfach und naheliegend ist, verbirgt sich hinter dem Vorgehen von Angela Merkel eine anspruchsvolle Inszenierung, bei der letztlich allerdings die Motivation ein Rätsel bleibt. Zunächst stiehlt sie allen anderen die Show, indem sie eindrucksvolle und richtige Forderungen zur Bekämpfung des Klimawandels formuliert und dafür internationale Zustimmung erlangt. Die Bevölkerung erinnert sich sogar heute noch dankbar an die Tatsache, dass Merkel international gute und fortschrittliche Forderungen gestellt hat. So hat sie es einerseits bis zum Ehrentitel "Klimakanzlerin" gebracht. Mangels Detailkenntnis merkt ein Großteil der deutschen Bevölkerung aber nicht, dass Merkel in ihrer Richtlinienkompetenz als Bundeskanzlerin die berechtigten Forderungen im eigenen Land massiv missachtet und durch das Nicht-Befolgen ihrer eigenen Forderungen nach 2015 den Ruf Deutschlands als zuverlässiger und fortschrittlicher Klimaschutz-Partner weltweit ruiniert hat. Wie gesagt, Merkels Motivation liegt letztlich im Dunkeln. Ob Merkel gemeinsam mit dem ihr durch den Amtseid anvertrauten deutschen Volk einen Massenselbstmord ("Piloten-Suizid") plant, ist eigentlich nicht anzunehmen. Doch gleichgültig, was ihre Absichten sind - sie muss dringend gestoppt werden!

Szenenwechsel:

Seit über 30 Jahren befasst sich der SFV mit dem Klimaschutz. Wir haben es in unseren Verlautbarungen immer vorsichtig umschrieben, wie wenig Zeit uns noch bleibt. Es sei nun bereits eine Viertelstunde vor zwölf, es sei nun nur noch fünf Minuten vor zwölf, nun nur noch eine Minute vor zwölf. Wir wollten niemandem Angst machen. Jeder sollte sich selbst ausmalen können, was für eine Zeitspanne wir wohl gemeint haben könnten.

Deswegen diesmal ganz konkret: Mitte 2016 wurde uns bewusst, dass wir nicht nur die Emissionen vollständig stoppen und mehr Wälder aufforsten müssen, sondern dass wir darüber hinaus sogar Klimagas mit technischen Mitteln aus der Atmosphäre zurückholen müssen, um den Klimawandel, der sich nach Überschreitung einiger Kipppunkte inzwischen selbst verstärkt (Fachbegriff "positive Rückkopplung") noch zu stoppen. Wie die Bereitschaft dazu geweckt werden kann, ist uns noch schleierhaft. Vielleicht hilft uns ja bei der Bewältigung dieser immensen kaum vorstellbaren Aufgabe die aufkommende Angst, die freitags immer mehr Menschen auf die Straßen treibt.

Fast jeder hat am Anstieg der Klimagas-Konzentrationen mitgewirkt. Manche sogar absichtlich, weil sie demonstrieren wollen, wie absurd ihrer Meinung nach die Warnungen vor dem bisschen CO2 seien. Viele von uns haben gedankenlos mitgemacht. Einige von uns mit schlechtem Gewissen, bei Flugreisen oder wenn sie zu klein gewordene Kinderkleidung (die niemand mehr haben will) in den Restmüll warfen oder ihre dritte Möbelgarnitur bestellten oder das dritte Fahrrad verschrotteten anstatt es zu reparieren oder wenn sie bei Regen nicht den Regenschirm, sondern das Auto nahmen, oder wenn sie nachts die Beleuchtung brennen ließen.

Wieso tun wir das?

Unser Verhalten wird von den gesetzlichen Rahmenbedingungen gesteuert. So lange wir uns an diese Rahmenbedingungen halten, können wir die Welt nicht retten, sagte Greta Thunberg in einem ihrer ersten Interviews. Hören Sie sich dieses Interview an, es ist hörenswert!


Aber welche Regeln sind es denn, die geändert werden müssen? Muss jede einzelne Verfehlung durch eine gesonderte gesetzliche Bestimmung unattraktiv gemacht oder gar verboten werden? Müssen wir eine Planwirtschaft mit hundert staatlichen Vorgaben einführen? Brauchen wir eine Ökodiktatur?

Dazu können wir beim SFV aus unserer jahrzehnte langen Beschäftigung mit diesem Thema zwei wichtige Hinweise geben:

Zukunftsvorsorge ist wichtigste Aufgabe des Staates

Energie- und Ressourcenverschwendung müssen durch entschlossene Besteuerung der Energie gestoppt werden

Unternehmen der Zukunftsvorsorge müssen durch radikale Rücknahme der Steuern auf Löhne und Gehälter entlastet werden


Von diesen Aufgaben handeln die folgenden Artikel.



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