Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 11.03.2013, aktualisiert am 24.03.2013, Wolf von Fabeck:

Klimabilanz bei energetischer Nutzung von Biomasse

Holz zum Heizen, Pflanzenöl zum Autofahren, Weizen und Mais zur Stromerzeugung? Warum der SFV die energetische Nutzung von Biomasse ablehnt

Gliederung

Der vagabundierende Kohlenstoff

Die Kohlenstoffmengen auf diesem Planeten sind riesig. Die meisten von ihnen sind fest in den Gesteinsmassen des Erdinneren oder den fossilen Lagerstätten gebunden. Nur ein vergleichsweise winziger Anteil des Kohlenstoffs ist von Natur aus auf ständiger Wanderung. Dieser Anteil ist es, der unser Leben bestimmt und das Klima, in dem wir leben. Und um diesen Anteil geht es im folgenden Beitrag.
Auch wir Menschen selber bestehen (etwa zu einem Fünftel) aus dem Element Kohlenstoff. Wir haben diesen Kohlenstoff mit der Nahrung aufgenommen und unser Körper hat einige Atome davon in den Muskeln, den Knochen, dem Fettgewebe und den Nervenzellen eingebaut. Es kann durchaus sein, dass Menschen Kohlenstoffatome enthalten, die aus dem Schornstein eines Braunkohlekraftwerks in die Luft geblasen wurden.

Mit "Seelenwanderung" hat das aber nichts zu tun, sondern mit dem biosphärengekoppelten Kohlenstoffkreislauf und mit den Eingriffen des Menschen in diese natürlichen Vorgänge

Der SFV lehnt energetische Nutzung von fossilen Stoffen entschieden ab

Unter Umweltfreunden besteht Einigkeit, dass die Nutzung von Kohle, Erdöl und Erdgas einen schwerwiegenden Eingriff in die natürlichen Vorgänge darstellt, weil sie nicht nur durch CO2-Emissionen die Erderwärmung beschleunigt, sondern auch die Menge des vagabundierenden Kohlenstoffs im biosphärengekoppelten Kreislauf erhöht , was mit den uns bekannten technischen Mitteln nicht rückgängig gemacht werden kann. Je mehr Kohlenstoff im biosphärengekoppelten Kohlenstoffkreislauf vagabundiert, desto schwerer wird es, das aus ihm gebildete klimaschädliche CO2 oder Methan aus der Atmosphäre herauszuholen und herauszuhalten.

Der SFV setzt sich deshalb gemeinsam mit den anderen Umweltschutzvereinen dafür ein, dass die fossilen (wie auch die atomaren) Energien zu 100 Prozent durch Erneuerbare Energien ersetzt werden.

Bedenken gegen "Nebenwirkungen" der energetischen Nutzung von Biomasse

Die energetische Nutzung von Biomasse wurde – und wird auch heute noch von Vielen - als eine klimafreundliche Alternative zur Energiegewinnung aus fossilen Stoffen angesehen. Die Strom- oder Wärmeerzeugung aus extra dafür angebauter Biomasse wird immer noch durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz und das Biokraftstoffquotengesetz gefördert.

In der lebhaften Diskussion zu diesem Thema werden zwar schwerwiegende Bedenken wegen der Flächenkonkurrenz zur Nahrungserzeugung und zur stofflichen Nutzung sowie wegen einiger bedenklicher „Nebenwirkungen“ (z.B. Dünger- und Pestizid-Einsatz, Monokulturen, Gentechnik) vorgetragen, jedoch geht die Mehrheit immer noch davon aus, dass energetische Biomassenutzung vom Prinzip her „CO2-neutral“ sei, weil – so wird mit einem entschlossenen Sprung über die gesamte Lebensdauer der Biomasse hinweg argumentiert – ja nur solches Material verbrannt werde, welches vorher durch Photosynthese aus dem CO2 der Atmosphäre entstanden sei und nachher ohnehin wieder zu CO2 werde, gleichgültig, ob man es energetisch nutze oder nicht.

Grundsätzliche, prinzipielle Bedenken des SFV

Wir gehen davon aus - und werden das im Folgenden aufzeigen - dass die energetische Nutzung von Biomasse sehr wohl einen Einfluss auf die Menge des in der Atmosphäre vorhandenen CO2 hat. Die Beurteilung der energetischen Biomassenutzung mit der Wertung CO2-neutral ist somit eine Fehletikettierung.

Da das Wort CO2-neutral inzwischen immer häufiger*) mit Klimaneutralität gleichgesetzt wird und daraus energiewirtschaftlich weitreichende Konsequenzen**) gezogen werden, ist das für einen Verein, der sich dem Klimaschutz verpflichtet weiß, Anlass zum energischen Widerspruch

*) Bei Wikpedia unter dem Stichwort „Klimaneutralität“ fand sich am 16.03.2013 u.a. die folgende irreführende Ausführung: „So sind pflanzliche, nicht-fossile Brennstoffe (z. B. Bioethanol, Rapsöl, Holz etc.) theoretisch klimaneutral, da das bei ihrer Verbrennung frei werdende CO2 nicht die aktuelle globale CO2-Bilanz ändert“.

**) etwa 8,4 Prozent des Endenergieverbrauchs wurden 2011 in Deutschland durch Biomasse gedeckt
Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat)

Die CO2-Bilanz in Schaubildern (Powerpoint-Vortrag und pdf-Datei)

Die folgenden 3 Foliensammlungen sind inhaltlich identisch. Wählen Sie eine passende Dateiform

PDF-Datei Biomasse zum Klimaschutz Vortrag 130320 pdf
Wählen Sie den Präsentationsmodus (rechts oben: vier kleine Diagonalpfeile, die nach außen zeigen)

Powerpoint-pptx-Datei Biomasse zum Klimaschutz Vortrag 130320 pptx
(Nur für Microsoft Office PowerPoint 2007)

Powerpoint-ppt-Datei Biomasse zum Klimaschutz Vortrag 130320 ppt



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