Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 20.09.2007, aktualisiert am 20.09.2007, Vorstand des SFV:

Mutlosigkeit im Bundesumweltministerium?

Gemeinsamer Brief von Umweltorganisationen, -initiativen, -vereinen und Parteien an Herrn Minister Sigmar Gabriel

Inzwischen liegt die Antwort von Minister Gabriel vor.

 

Sehr geehrter Herr Bundesminister,

angesichts der weltweiten Häufung von Unwetterkatastrophen und der weiteren Zunahme(!) des deutschen CO2-Ausstoßes fragen wir uns, welche Strategie zur Eindämmung des Klimawandels das BMU verfolgt. Wir nehmen dazu Bezug auf Ihre Ansprache vom 22.03.07.

Zitat: "Wenn wir im Jahr 2020 rund 25% des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien decken, dann ist dies ein wichtiger Schritt - aber es bleiben 75% übrig für die fossilen Energien. Deshalb brauchen wir Investitionen in moderne, hocheffiziente Öl-, Gas- und Kohlekraftwerke."

Vornehmlich diese Passage ist der Anlass für unseren Brief. Nach Ihrer Auffassung können also bis 2020 nur 25 Prozent der Stromerzeugung auf Erneuerbare Energien umgestellt werden, obwohl - so unsere Erkenntnis - das bisherige Wachstum der Erneuerbaren Energien auch einen erheblich höheren Wert zulassen würde (wir haben jetzt ja schon mehr als 13 Prozent).

Und was soll nach 2020 geschehen?

Konsequenterweise müssten dann auch die restlichen 75% der Stromerzeugung auf Erneuerbare Energien umgestellt werden! Doch da stellen die von Ihnen geforderten modernen hocheffizienten fossilen Kraftwerke ein Hindernis dar. Sollen die dann gleich wieder abgeschaltet werden? Das wäre eine gewaltige volkswirtschaftliche Fehlinvestition! Oder rechnen Sie nicht damit, dass die Erneuerbaren Energien auch mehr als 25% decken können? Offenbar glauben auch Ihre Berater nicht, dass die Erneuerbaren Energien schneller aufwachsen können <http://www.sfv.de/lokal/mails/wvf/zuwachsz.htm>.

Wir zitieren dazu aus einem Gutachten für das BMU vom März 2006 mit dem Titel "Vergütungszahlungen und Differenzkosten durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz"

Zitat: "Die Photovoltaik hatte in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum zu verzeichnen. (...) Eine Fortsetzung dieser Wachstumsentwicklung (...) über einen längeren Zeitraum ist in Deutschland nicht vorstellbar."

Ihre Gutachter können sich also ein so schnelles Wachstum über einen längeren Zeitraum nicht vorstellen. Das darf jedoch kein Grund sein, ab 2005 für die Installation neuer PV-Anlagen in Deutschland abrupt nun überhaupt gar kein Wachstum mehr anzunehmen! Maximal 600 Megawatt jährlich - ohne jede Steigerung bis zum Jahr 2020 - sieht das Gutachten vor. Die Photovoltaik ist nur ein Beispiel. Die Windenergie im Binnenland kommt in dem BMU-Gutachten sogar noch schlechter weg. Die bestehenden Wachstumspotentiale sollen offenbar nicht genutzt werden und das EEG wird entsprechend verschlechtert.

Aus dem Gutachten spricht die Angst vor angeblich unbezahlbaren Kosten. Doch hier sind die Gutachter einem verhängnisvollen Irrtum aufgesessen. Die für den Bau von Photovoltaik- oder Windanlagen aufzuwendenden Gelder verschwinden ja nicht einfach aus dem Wirtschaftskreislauf, z.B. bei den Ölscheichs oder bei Gazprom, sondern fließen großenteils in neue Arbeitsplätze bei den deutschen Produzenten und im deutschen Installationsgewerbe. Sie mobilisieren bisher ungenutzte Ressourcen an Arbeitskräften und Kapital. Sie führen dazu, dass Hunderttausende von Arbeitslosen wieder für ihren eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Familien sorgen und sich mit ihren Gehältern am Wirtschaftsleben beteiligen können. Der Ausbau der Erneuerbaren entlastet damit die deutschen Sozialsysteme und stützt die Konjunktur.

Außerdem werden die Erneuerbaren Energien durch Massenproduktion kostengünstiger. Damit wird ihre Konkurrenzfähigkeit verbessert bis zum weltweiten Durchbruch.

Wir brauchen deshalb eine nationale Anstrengung, um die Folgen des Klimawandels möglichst gering zu halten. Und dazu brauchen wir einen Umweltminister, der alles in seiner Macht stehende tut, die Erneuerbaren Energien so rasch wie möglich auf 100 Prozent zu bringen.

Hierzu möchten wir Sie mit unserem gemeinsamen Brief ermutigen.


Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Ing. Müller-Hellmann Dipl.-Ing. Georg Engelhard
1. Vorsitzender des Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. 2. Vorsitzender des Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V.

 
Dipl.-Ing. Wolf von Fabeck
Geschäftsführer im
Solarenergie-Förderverein
Deutschland e.V.

 
sowie die in der Anlage aufgeführten Gruppierungen.

 

Unterschriftenliste der Umweltorganisationen, -initiativen, -vereine und Parteien

Verspätet eingehende Unterschriften werden noch eintragen und in einem gesonderten Schreiben an Minister Sigmar Gabriel nachgereicht.
 
A

Agenda 21:

  • Agenda 21 - Arbeitskreis Wirtschaft - Energie - Klimaschutz, Freilassing
  • Agenda 21 - Arbeitskreis Energie, München-Hadern
  • Agenda 21 - Arbeitskreis Energie, 83317 Teisendorf
  • Agenda 21 - Bürgerarbeitskreis Freibad-Freilassing, BaFF, Freilassing
  • Agenda 21 - BGL, Arbeitskreis Energie, Ressourcen, Klimaschutz, Berchtesgadener Land
  • Lokale Agenda 21, Dorfen
  • Lokale Agenda 21, Ibbenbüren e.V.
  • Lokale Agenda 21, 50259 Pulheim
  • Lokale Agenda 21 der Stadt Wetter, Arbeitsgruppe Klimaschutz
  • Lokale Agenda 21, Arbeitskreis Energie, Herrenberg
  • Lokale Agenda 21, Ortsgruppe Wiesenbach
  • Lokale Agenda Energie aus Harsewinkel
  • Lokale Agenda 21 Rheda-Wiedenbrück
  • Lokale Agenda 21 Trier e.V.

ATTAC:

 
B

BUND, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.:

Bündnis 90 / Die Grünen:

 
C

 
D

DGS, Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie

Die LINKE

  • DIE LINKE. Aachen
  • DIE LINKE. Hamburg, LAG Umwelt, Energie und Verkehr
  • DIE LINKE. Hessen, LAG Umwelt, Energie und Verkehr,

 
E

 
F

 
G

 
H

 
I

 
J

 
K

 
L

 
M

 
N

NABU, Naturschutzbund Deutschland

 
O

ÖDP, Ökologisch Demokratische Partei

 
P

 
R

  • Regionaler Solarverein Dresden e.V.
  • Regionalgruppe des "Vereins der Eigenheim- und Grundbesitzer in Deutschland e.V. Berlin-Karow , Berlin-B lankenburg, Berlin-Buch (VMEG)"

 
S

 
U

 
V

 
W

 

Weitere, ab 21.09.2007 eingegangene Unterschriften:



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