Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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10.04.2019, Wolf von Fabeck:

Politiker zu fridays for future

 

Robert Habeck - Die Grünen

(Einer der zwei Bundesvorsitzenden)

Ich bin am Rand stehen geblieben und habe mir das 20 Minuten angehört. Hab mich aber nicht getraut und will das auch nicht, dahin zu gehen... Es ist halt deren Ding, deren Bewegung. Ich war nur neugierig und hab mich so gefreut, dass ich nicht einfach so vorbeigehen konnte.

Ja das ist einer der großartigsten Momente, die ich mir vorstellen kann, dass lauter Schülerinnen und Schüler der Politik sagen: Ihr glaubt es geht um Euch - Es geht um uns! Was für eine großartige Bewegung! Volle Solidarität und Unterstützung! Wenn ich ein Schüler wäre, ich wäre auch dabei. Und wenn ich einen Eintrag ins Klassenbuch bekäme, würde ich mir den an die Wand neben meine Siegerurkunde von den Bundesjugendspielen als Ehrenmarke hängen.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=aUhrMamgBPM JUNG&naiv, 10.02.2019, Auszugsweise Mitschrift


 

Katja Kipping - Linkspartei

(Eine der zwei Bundesvorsitzenden)

Moderator (Uwe Ralf Heer) Haben Sie Verständnis für die Streiks der Schüler - freitags?

Katja Kipping: Ja, nicht nur Verständnis. Ich bin also wirklich schwer begeistert und mir geht das Herz über. Ich war vor einer Woche auch bei so einer Demonstration mit, um die zu unterstützen, aber auch, um mir das anzuschauen. Und es gab ja so üble Nachrede: Die wollten eigentlich ja nur Pommes essen gehen und sich vor der Schule drücken und so weiter, oder die haben keine Ahnung. Was halt so Leute erzählen, wenn sie die Jugendbewegung denunzieren wollen. Und ich hab mir das angeguckt.

Die Vielzahl der kreativen selbstgemalten Schilder, wo man richtig merkt, die haben sich Gedanken gemacht.

Wir hatten Vertreter von fridays for future bei uns in der Fraktion und die Leute haben geredet, es war zum Niederknien. Die waren unglaublich wehrhaft. Die lassen sich nicht durch warme Worte abspeisen, die wollen handeln, die wollen konkretes Handeln. Und sind dabei total kritisch und schauen hin, und machen sich fit. Die sind echt bemerkenswert. Und ich würde sagen, da passiert so viel an demokratischer gesellschaftlicher Weiterbildung. Das darf nicht mit Schulverweisen sanktioniert werden.

Quelle: Katja Kipping im Wahlcheck der Heilbronner Stimme, 29. März 2019, Auszugsweise Mitschrift
 

Annegret Kramp-Karrenbauer - Bundesvorsitzende der CDU

wir müssen die sozialen Komponenten mitdenken. Die Gelbwestenbewegung in Frankreich ist entstanden ganz konkret z.B. aus einer Erhöhung der Benzinpreise wegen Klimaschutzmaßnahmen. Und wenn das nicht sozial ausgewogen ist, finden sie keine Akzeptanz. Und wir können als Politik doch auch nicht hingehen und den Bürgerinnen und Bürgern erklären, ja wir machen jetzt Klimaschutz und es wird ziemlich viel verändern, aber Sie persönlich werden davon nichts merken. Das ist naiv und das ist: Die Bürgerinnen und Bürger auch nicht ernst genommen. Klimaschutz, wenn man ihn macht, egal mit welchem Ansatz, wird Dinge verändern, wird Wirtschaften verändern, wird aber auch das Leben von Einzelnen beeinflussen. So, und es gehört zu einer offenen und aufrichtigen Politik dazu, dass sie die einzelnen Maßnahmen in der Frage, wie wirkt das, was kann man abwägen, dass sie das auch auf den Tisch legt und in aller Ernsthaftigkeit mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert. Das ist die Aufgabe, die wir in den nächsten Monaten haben.

Der Moderator (Uwe Ralf Heer): "... Herr Kretschmann hat das gestern auch gesagt: Symbol setzen ist klar, aber das kann ja keine Dauerveranstaltung sein, dass man jeden Freitag demonstriert." (AKK nickt!) "Muss man das irgendwann sanktionieren?, muss man irgendwann mal sagen, jetzt ist gut, wir haben das gehört, wir wollen das auch umsetzen. Aber wenn Sie Kultusministerin wären, kann man sagen: irgendwann gibts die Schulpflicht und dann wars das?"

AKK: "Also zum einen: Vor allen Dingen muss man die Schülerinnen und Schüler ernst nehmen
Moderator: "Das macht ja jeder"
AKK: "Nein das macht nicht jeder! Nur ihnen auf die Schulter zu klopfen und sagen, es ist toll, dass ihr demonstriert, oder an der ersten Spitze mitzumarschieren, ist: Die Schülerinnen und Schüler nicht ernst genommen. Ich bin ja gefragt worden, sozusagen, wie würde ich reagieren, wenn meine Kinder noch im schulpflichtigen Alter wären. Und ist genau der Ansatz - Wenn ich meine Kinder wie andere Schülerinnen und Schüler ernst nehme, dann muss ich ihnen sagen, wenn ihr für euch entscheidet, dass es richtig ist, für das Klima zu demonstrieren, und auch während der Schulzeit, dann tut das, aber dann gehört sozusagen zu einem Verantwortungsbewusstsein eben auch die Erkenntnis, dass man für das was man tut, auch den Kopf hinhalten muss. Und deswegen sage ich nur: Was nicht geht, ist freitags die Schule zu schwänzen und zu demonstrieren, anschließend Mama und Papa zu bitten, eine Entschuldigung zu schreiben und am besten noch Mama und Papa zu bitten, in der Schule dafür zu sorgen, dass es einen organisierten Nachhilfeunterricht gibt. Das funktioniert nicht. Wenn ich verantwortlich genug bin, zu demonstrieren, bin ich auch verantwortlich genug, mich samstags hinzusetzen und den Stoff, den ich freitags verpasst habe, nachzuholen. Das wäre zumindest so, wie ich meine Kinder erziehen würde.

Der zweite Punkt:
Als Kultusministerin würde ich da jetzt auch keine Zwangsvorgaben oder irgend was machen. Ich glaube, dass es auch viele Steuerungsmöglichkeiten der Schulen gibt und es gab ja einen wundervollen Aufruf von Dieter Nuhr, der gesagt hat: Freitags den Physikunterricht besuchen und sozusagen Ingenieur werden und was für die Zukunft erfinden - das ist auch kein schlechter Weg.
Aber was wir als Partei, was wir tun können, ist, dass wenn wir die Jugendlichen ernst nehmen, müssen wir sie sozusagen in der Debatte ernst nehmen und das heißt, ich muss sie in den Dialog aufnehmen und muss sie auch zusammenbringen mit denjenigen, die z.B. als Experten, z.B.aber auch mit anderen Jugendlichen, die jetzt nicht eine Schule besuchen, aber die z.B. zur Zeit in einem Automobilunternehmen eine eigene Ausbildung machen, und die sich z.B. andere Sorgen machen um ihren Arbeitsplatz. Und ich bin der Meinung, Parteien müssen der Ort sein, wo genau diese Debatte dann stattfindet. Und vor allen Dingen müssen Parteien nicht nur darüber reden, dass es wichtig ist, das Klima zu schützen, sondern sie müssen auch die konkreten Vorschläge entwickeln, wie das passieren soll, zwar ganz konkret hier bei uns und da hat die CDU noch einiges nachzuholen. Und deswegen wird das eine der Hauptschwerpunkte auch in diesem Jahr sein.

Quelle: Annegret Kramp-Karrenbauer im Wahlcheck der Heilbronner Stimme, 3.4.2019, Auszugsweise Mitschrift

 

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg

Die Zeitschrift DIE Welt zitiert Winfried Kretschmann unter anderem mit den Worten:
Zwar sei der moralische Appell gerechtfertigt und es gehe wirklich um die Zukunft der Schüler. Dafür einmal die Schule zu schwänzen, falle erstmal unter zivilen Ungehorsam. „Nur: Ziviler Ungehorsam ist ein symbolischer Akt. Das kann keine Dauerveranstaltung sein.“ „Sonst sucht sich zum Schluss jeder sein Thema aus, das er dann irgendwie moralisch auflädt – und das geht nicht.“

Quelle: Auszug aus Welt.de vom 02.04.2019



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