Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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21.06.2007, Petra Hörstmann-Jungemann:

Staub auf Solarmodulen

Praktische Tipps, um Ertragseinbußen zu vermeiden

Der April dieses Jahres war durch eine lange Trockenperiode gekennzeichnet. Durch den Regenmangel und den jahreszeitlichen Pollenflug wurden vielerorts die Photovoltaik-Module mit einer Staub- und Blütenpollenschicht bedeckt. Diese Situation nahm der SFV zum Anlass, PV-Anlagenbetreiber in einer Betreibermail nach ihren Erfahrungen mit der Reinigung ihrer Solaranlagen zu fragen. Aus den Zuschriften wurde deutlich, dass doch große Unsicherheit hinsichtlich der Reinigung besteht.

Ist eine Reinigung der Module überhaupt notwendig?

Eine Nachfrage bei einigen Solarmodulherstellern ergab, dass bei einer ausreichenden Neigung (größer 15°) und normaler Verschmutzung eine Reinigung im Allgemeinen nicht notwendig ist (Selbstreinigung durch Regen und Windes). Einige verweisen auf die recht gute schmutzabweisende Oberfläche ihrer Module bzw. auf einen bereits vorhandenen „Lotuseffekt“. In einigen Fällen ist aber dennoch eine Reinigung zu empfehlen: Je nach Standort der PV-Anlage, z. B. in der Nähe von Industrieansiedlungen (Industrieabgase und Stäube), einer Bahnlinie (Eisenabrieb), Antennenmasten (eingetrockneter Vogelkot) und bei langen Trockenperioden (Staub, Blütenpollen) kann es durch Staub und festanhaftendem Schmutz zu einer dauerhaften Verschattung und damit auch zu Ertragseinbußen kommen. Teilweise legt sich nach einigen Jahren auch ein Schmutzfilm auf die Glasscheiben. Sollte Unsicherheit darüber bestehen, ob die Verschmutzung der Module wirklich zu Ertragseinbußen führt, besteht für den Anlagenbetreiber die Möglichkeit, die monatlich abgelesenen Werte mit Werten unserer Ertragsdatenbank (unter www.sfv.de -> Solarstromerträge) zu vergleichen.

Darf man Module abduschen?

Einige PV-Anlagenbetreiber äußerten Bedenken gegen ein Abspritzen der Module: Bei großen Temperaturunterschieden (PV-Modul - Wasser) bestünde die Gefahr des Bruchs der Glasscheibe.
Eine Nachfrage bei einigen Solarmodulherstellern ergab, dass das Frontglas der Solarmodule normalerweise Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) ist. ESG zeichnet sich u.a. durch eine erhöhte Beständigkeit gegen plötzliche Temperaturwechsel und Temperaturunterschiede aus. Genannt wurden Werte von mehr als 70 Kelvin Temperaturunterschiede, die die Module aushalten müssen. Glasschäden durch ein Abspritzen wurden bisher nicht bestätigt. Ein Hersteller schloss sogar ein durch das Abspritzen induzierten Glasbruch aus.
Trotzdem gaben einige Modulhersteller den Hinweis, dass die Module nach Möglichkeit dann gereinigt werden sollten, wenn sie nicht zu heiß sind. Das Abduschen in den frühen Morgenstunden ist anzuraten; neben der kühleren Temperatur sind die Module häufig noch feucht vom Tau, was den Reinigungsvorgang unterstützten könnte. Selbstverständlich kommen aber auch die Abendstunden dafür in Frage.

Bildung von Kalkflecken?

Hohe Temperaturen (Luft- bzw. Modultemperatur) zur Mittagszeit lassen das Reinigungswasser auf den Modulen zu schnell verdampfen. Es können deshalb beim Abspritzen Kalkflecken zurückbleiben. Dies ist abhängig vom verwendeten Wasser (kalkarmes Regen- oder kalkhaltiges Leitungswasser). So empfiehlt die Mehrheit der Solarmodulhersteller das Abspritzen der Module mit sauberem Regenwasser, um Rückstände wie Kalkflecken auf den Modulen zu vermeiden. Einige Hersteller geben noch den Hinweis, bei Leitungswasser zusätzlich ein geeignetes (Glas-) Reinigungsmittel (siehe Betriebsanleitung) zu verwenden. Liegt eine starke Verschmutzung wie z. B. durch Vogelkot oder klebrige Blütenpollen vor, so wird neben dem Abspritzen mit viel Wasser zusätzlich auch der Einsatz eines weichen Reinigungsgeräts wie z. B. ein Schwamm oder Lappen empfohlen. Der Schmutz darf auf gar keinen Fall abgekratzt werden, um das Entstehen von Mikrokratzern zu vermeiden. Es dürfen zur Reinigung keine Metallgegenstände verwendeten werden.

Wie sollte gereinigt werden?

Wenn es möglich ist, kann der Anlagenbetreiber vom Erdboden aus die PV-Module mit einem Wasserschlauch in den Morgen- oder Abendstunden abspritzen. Vermeiden Sie es, die Unterseite der Module mit dem Wasserstrahl zu treffen. Es könnte Wasser in die Anschlusskästen eindringen. Keine Hochdruckreiniger verwenden!
Falls eine weitere Reinigung der Module auf dem Dach notwendig erscheint, sollte dies dann nur der Solarinstallateur oder ein entsprechendes Reinigungsunternehmen vornehmen. Der Anlagenbetreiber muss darauf achten, dass entsprechende Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden (weitere Informationen dazu finden Sie unter http://www.sfv.de/lokal/mails/sj/esistsch.htm (s. Solarbrief 3/05 S.16).

Auf „Nummer Sicher gehen“?

Hinweise zur Wartung und Reinigung sind meistens in der Betriebsanleitung der Solarmodule zu finden. Sollten diese Informationen in Ihren Unterlagen fehlen, wenden Sie sich bitte an den Hersteller der Solarmodule.



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