Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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22.08.2017, Wolf von Fabeck:

"Wie viel Strom verbraucht ein Windrad" - Fake oder Fakt

Kommentar des Solarenergie-Fördervereins Deutschland (SFV) zu einem polemischen Beitrag in der 'Welt am Sonntag'

Die 'Welt am Sonntag' veröffentlichte am 23.07.2017 unter dem Titel "Wieviel Strom verbraucht ein Windrad" einen Artikel von Daniel Wetzel. Der reich mit Grafiken und Bildern ausgestattete Originalartikel der Print-Ausgabe fand sich auf den Zeitungsseiten 14 bis 17.

Zusammenfassung unserer Kritik

71 Prozent der Deutschen sieht den Klimawandel als die weitaus größte uns drohende Gefahr. Sie erwarten von der Bundesregierung wirksame Maßnahmen zur schnellen Dekarbonisierung der Energieerzeugung.

"Dekarbonisierung" soll besagen Energiebereitstellung ohne CO2-Ausstoß.

Die Stromwirtschaft, die Automobilwirtschaft und die Mineralölwirtschaft haben jedoch in den letzten hundert Jahren Geschäftsmodelle entwickelt, die auf der Nutzung fossiler Energien aufbauen. Eine Dekarbonisierung würde diese drei mächtigen Industriezweige der Quelle ihrer Macht berauben. Sie setzen sich deshalb mit allen Mitteln zur Wehr.

Es ist der Klimawandel

Karikatur von Gerhard Mester. Zur Vergrößerung in das Bild klicken

Wie allen Süchtigen fehlt auch den macht- und gewinnsüchtigen Managern der Fossilwirtschaft die Einsicht in die lebensbedrohlichen Folgen ihres Tuns. Die Verursachung des Klimawandel durch die Menschheit halten sie vielmehr (so würde Trump es ausdrücken) für eine "Erfindung der Chinesen". Sie hüten sich aber, diese Redewendung zu nutzen. Ihre Abwehr der Erneuerbaren Energien betreiben sie in Deutschland - mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung - lieber im Verborgenen, sozusagen als Sabotage.
Merkel verkürzt das scharfe Schwert

Karikatur von Gerhard Mester. Zur Vergrößerung in das Bild klicken

Die Bundesregierung beteiligt sich an dieser Sabotage, indem sie das Aufwachsen der Erneuerbaren Energien durch eine tückische Gesetzesbürokratie verhindert: Das usrprünglich höchst erfolgreiche Erneuerbare Energien Gesetz (EEG 2000) wurde durch mehr als 100 zusätzliche Zusatzparagrafen in einen undurchdringlichen Gesetzes-Dschungel verwandelt, in dem jede Eigeninitiative der Bevölkerung zum Bau von Solar- oder Windanlagen stecken bleibt.
Mester EEG-Bürokratie

Karikatur von Gerhard Mester. Zur Vergrößerung in das Bild klicken

Die baurechtlichen Genehmigungsvoraussetzungen für Windanlagen wurden durch grotesk übertriebene Abstandsregeln erschwert.

Die notwendige massenhafte Markteinführung von Strom- und Energiespeichern findet nicht statt. Die bisher unternommenen Alibi-Maßnahmen sind nicht der Rede wert.

Die betrügerische maßlose Überschreitung ohnehin unzureichender Emissionsgrenzen für Automobile wurde hingenommen.

Die Elektromobilität wird nur mit Worten, aber nicht mit wirkungsvollen Maßnahmen gefördert.

Die Energiewende kommt immer weniger voran.

Kurz vor der Bundestagswah besteht nun allerdings für die Parteien der Großen Koalition die Gefahr, dass die Bevölkerung herausfindet, wer das Scheitern der Energiewende zu verantworten hat l!
Mester Die Klimakanzlerin

Karikatur von Gerhard Mester Zum Vergrößern in das Bild klicken

Bundesregierung und Fossilkonzerne sind deshalb für jeden medialen Beitrag dankbar, der aufzeigt, dass inkompetente Befürworter der Erneuerbaren Energien unerfüllbare Hoffnungen geweckt haben und dass das Scheitern der Energiewende in Deutschland unvermeidlich war. Damit soll dann auch der Bevölkerung jede Motivation zur weiteren Umstellung der Energieversorgung genommen werden.

Warum   'Die Welt am Sonntag'  und Daniel Wetzel sich an dieser Kampagne beteiligen, müssen wir hier nicht untersuchen.
Mester-Spinner

Karikatur von Gerhard Mester aus dem Jahr 2015 (sinngemäß noch heute zutreffend) - Zum Vergrößern in das Bild klicken

Jedenfalls stellt der Beitrag von Wetzel in energiefachlicher Sicht eine eindrucksvolle Sammlung unhaltbarer Argumente, Behauptungen und Vorschläge dar, mit denen die Aussichtslosigkeit einer Energiewende in Deutschland nachgewiesen werden soll.

Unsere Kritik - ohne Anspruch auf Vollständigkeit

 

Vorurteile schon in der Überschrift

Wieviel Strom verbraucht ein Windrad

Hier soll das alte Gerücht wiederbelebt werden, dass Windräder mehr Strom verbrauchen als erzeugen. Dieses Gerücht ist Unsinn - dazu folgende Plausibilitäts-Überlegung:

Jedes Windrad muss zunächst einmal hergestellt werden. Die Rohstoffe Eisen- und Kupfererz und viele weitere müssen gefördert werden. Aus ihnen werden die Grundstoffe Stahl und Kupfer usw. erzeugt und zu Bauteilen verarbeitet, aus denen schließlich das fertige Windrad entsteht. Dafür und für die vielen Transporte wird Energie benötigt - auch in Form von Strom.

Doch auch für die Herstellung von Kohlekraftwerken wird in ähnlicher Weise Energie benötigt. Prinzipiell besteht da kein Unterschied. Beide - Windrad und Kohlekraftwerk - benötigen zur Herstellung Energie und emittieren CO2.

Der entscheidende Unterschied ergibt sich erst im bestimmungsgemäßen Betrieb:

  • Ein Kohlekraftwerk braucht im laufenden Betrieb kostenpflichtigen Brennstoff - und emittiert CO2. Wegen der unvermeidlichen Energieverluste verbraucht es stets mehr fossile Energie als es an elektrischer Energie liefert. Seine Energiebilanz verschlechtert sich im laufenden Betrieb immer weiter, denn die hineingesteckte Brennstoffenergie ist ständig größer als die herausgeholte elektrische Energie.
  • Ein Windrad dagegen braucht zum Antrieb kostenlosen(!) Wind und emittiert kein CO2. Je länger es läuft, desto mehr Energie in Form von elektrischem Strom liefert es. Wie viel Energie es liefert, hängt davon ab, wie windgünstig der Standort ist. Nach einigen Monaten oder bei schlechten Standorten erst nach einigen Jahren hat das Windrad die investierte Energie zurückgeliefert. Die "Energierücklaufzeit" hängt entscheidend davon ab, wie windgünstiger der Standort ist, desto kürzer ist die Energierücklaufzeit.

In Klimaschutzhinsicht gibt es noch einen weiteren wichtigen positiven Effekt: Je mehr Wind- und Solaranlagen in das Stromnetz einspeisen, desto geringer wird der CO2-Emissionsanteil des Stromes werden, der für die Herstellung weiterer Wind- und Solaranlagen benötigt wird. Voraussetzung ist natürlich, dass für jeden Windpark, der neu errichtet wird, ein entsprechender Anteil an Fossilkraftwerken stillgelegt wird. Auf diese Frage gehen wir im folgenden Kapitel ein.

Auf die Schattenkraftwerke verzichten?

Wenn der Wind wegbleibt und die Sonne keinen Solarstrom erzeugt, dann müssen fossile Kraftwerke einspringen, so behauptet die Stromwirtschaft. jedenfalls. Weil die fossilen Kraftwerke aber eine gewisse, sagen wir mal "Vorwärmzeit" benötigen, müssen sie ständig unter Dampf gehalten werden und belasten mit ihren Emissionen das Klima. Man spricht hier manchmal spöttisch von "Schattenkraftwerken". Um diese "Schattenkraftwerke" geht es letztlich bei der Energiewende. Die Stromwirtschaft will mit den "Schattenkraftwerken" möglichst lange Geld verdienen.” Je geringer der Zuwachs bei den Erneuerbaren ausfällt und vor allem je weniger Stromspeicher es gibt, desto sicherer und länger können sich die Konzerne auf diesen Geldstrom verlassen. In diesem Sinne beeinflussen die Energiekonzerne mit Hilfe ihrer Lobbyarbeit die Fördergesetze .

Der Faktencheck: Die "Schattenkraftwerke" können nur dann abgeschaltet werden, wenn genügend Stromspeicher bereitstehen, die den Solarstrom- und Windstrom-Überschuss bei günstigem Wetter aufnehmen, um ihn in Zeiten geringen Solar- und Windangebotes wieder abzugeben. Doch Daniel Wetzel leugnet, dass es diese Möglichkeit gibt. Wir werden auf diese alles entscheidende Frage weiter unten zurückkommen.

Diskreditierender Argumentationsstil - eine kleine Leseprobe:

Daniel Wetzel: "Etwas hilflos schieben Ökostrom-Protagonisten wie die Abteilungsleiterin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, die Schuld auf ein mysteriöses 'fossiles Imperium', das da angeblich noch irgendwo im Verborgenen wirkt, dem aber auch Kemfert so recht keinen Namen mehr zuordnen kann."

(SFV:) Die Anonymität der "Bremser" ist in der Tat ein großes Problem bei der Umsetzung der Energiewende. Prof. Claudia Kemfert hat allerdings nicht "hilflos", sondern unmissverständlich in einem ausgezeichneten und gut verständlichen Buch mit dem Titel "Das fossile Imperium schlägt zurück" auf diesen Sachverhalt hingewiesen und zur Verteidigung der Energiewende aufgerufen.
 

"Heute sind Deutschlands Energiekonzerne zerschlagen und zu Übernahmekandidaten geworden."

Die Neuaufteilungen der vier Konzerne sind keine Zerschlagungen, sondern raffinierte geschäftliche Anpassungen. Die mächtigsten Energiekonzerne RWE, E.ON, EnBW haben sich wie Hefeteig durch Zellteilung vermehrt. Aus RWE entstanden z.B. RWE und Innogy. Aus der ehemaligen RWE Transportnetz Strom GmbH erwuchs der bekannteste deutsche Übertragungsnetzbetreiber Amprion, der mit 11.000 Kilometern das größte deutsche Übertragungsnetz betreibt. Amprion, Tennet TSO GmbH, die 50Hertz Transmission GmbH, sowie TransnetBW GmbH haben als Monopolisten das Land unter sich aufgeteilt. Sie werden staatlich gehätschelt und gepflegt. Für jede Investition in den Netzausbau ist ihnen für die nächsten 2 Jahre die sagenhafte Eigenkapitalrendite von über 9% behördlich zugesagt worden, die letztlich natürlich durch die Stromkunden bezahlt werden soll.

Es ist verständlich, dass die mächtigen Übertragungsnetzbetreiber verbissene Gegner der Erneuerbaren Energien sind, denn Solar- und Windanlagen können direkt in der Nähe der Verbraucher errichtet werden und brauchen dann keine Fernübertragungsnetze. Die großen Fernübertragungsleitungen braucht man aus technischen Gründen nur zur Verteilung des Stroms aus Großkraftwerken - zum Beispiel aus Atom- und Braunkohlekraftwerken, die so viel Strom erzeugen, dass die umliegenden Stromverbraucher gar nicht alles alleine verbrauchen können. So entwickeln die Übertragungsnetzbetreiber wohlklingende Scheinargumente zum weiteren Ausbau von Ferntransportleitungen, z.B. Deutschland müsse eine einzige Strompreiszone sein. Oder der freie Stromhandel dürfe nicht eingeschränkt werden, es müsse Jeder seinen Strom dort kaufen können, wo er am billigsten ist (das zweite Scheinargument steht im Widerspruch zum vorhergehenden - doch fällt das kaum auf).

Oder um für die geplanten neuen Höchstspannungsleitungen die notwendigen Grundstücksenteignungen durchführen zu dürfen, haben sich die Planer der Fernleitungen das Argument einfallen lassen, über diese zusätzlichen Fernleitungen solle Windstrom aus Norddeutschland bis nach Bayern und Baden-Württemberg transportiert werden. Auf die naheliegende Frage, woher Bayern und Baden-Württemberg denn ihren Strom bekommen sollen, wenn einmal in ganz Deutschland zu wenig Wind weht, bleiben die Konzerne die Antwort schuldig, denn die "Schattenkraftwerke" erwähnen sie in diesem Zusammenhang nicht gerne. Eine Grundstücksenteignung zur Verbesserung der Übertragung von Fossilstrom könnte heutzutage Probleme mit Artikel 14 Absatz 3 des Grundgesetzes geben "Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig".

Ungenaue Grafik zur Stromerzeugung

Am unteren Bildrand von Seite 14 und Seite 15 der Papierausgabe zeigt Wetzel eine Grafik zur Stromerzeugung und -verbrauch von Juli 2016 bis Juni 2017.
Hier ein Ausschnitt (Erläuterung in rot durch den SFV eingeblendet)
ununterbrochen Solarstrom

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Nach dieser Grafik hat scheinbar von Anfang Juli bis Ende September 2016 ununterbrochen - sogar nachts(!) - die Sonne geschienen. Offensichtlich wurden hier gerundete Tageswerte verwendet. Deshalb kann man auch nicht ablesen, wie hoch die Maximaleinspeisung war. Die höchste Solarstromeinspeisung fand am 7.Juli 2016 statt und betrug 27,516 Gigawatt. Dieser Wert ergibt sich bei Verwendung des Agorameters für die Zeit vom 07. bis 09. Juli 2016.

Die von Wetzel verwendete ungenaue Grafik zeigt in dieser Stunde nur ungefähr 15 Gigawatt Solarstromleistung - fast 50 % zu wenig.

 

Wetzel: "Deutschland muss für die Entsorgung des ungewollt produzierten Windstroms eine Prämie zahlen"

Entsorgung von Windstrom

Zur Vergößerung in die Grafik klicken

In dieser Formulierung (Seite 14 ganz unten) kommt Wetzels völliges Unverständnis, ja sogar seine Verachtung für alle Energiewendeanstrengungen zum Ausdruck.

  • Das Wort "entsorgen" rückt Windstrom in die Nähe von Sondermüll.
  • Ungewollt produzierten Windstrom gibt es nicht. Die Windanlagen sind bewusst so konstruiert, dass sie soviel Strom wie möglich liefern.
  • Überschüssig CO2-frei erzeugte elektrische Energie muss natürlich für Zeiten des Mangels gespeichert werden.

"Keine Speicher, nirgends" schreibt Wetzel theatralisch

Die Stromwirtschaft fürchtet Stromspeicher wie der Teufel das Weihwasser. Sie vermeidet möglichst sogar das Wort Speicher und spricht lieber von "Flexibilitäten" so wie man früher das Wort "Teufel" durch das Wort "Gottseibeiuns" ersetzte.
Wetzel: "... die einzigen großtechnischen Anlagen, die nennenswerte Mengen Elektrizität über längere Zeiträume aufbewahren können, sind Pumpspeicherkraftwerke." (Seite 16, zweiter Absatz) .
Wetzels Aussage: "Nennenswerte Mengen Elektrizität" ist übertrieben. Die Speicherkapazität von Pumpspeicherkraftwerden wird gemeinhin maßlos überschätzt. Das größte deutsche Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal mit seinem riesiges Bauvolumen hat nur eine Speicherkapazität von etwa einer Gigawattstunde. Ein Windpark mit 200 modernen Windkraftanlagen von 5 MW würde diesen Pumpspeicher schon nach einer Stunde frischen Windes zum Überlaufen bringen. Dagegen können chemische Speicher erheblich höhere Energiemengen aufnehmen.

Zum Vergleich:
Das Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal hat ein Bauvolumen von 5370000 m³. Die gleiche Energiemenge, die dort gespeichert werden kann, könnte auch in einem Tank von 216 m³ gefüllt mit synthetisch erzeugtem Methanol untergebracht werden.

Die Speicherung von Solar- und Windstrom- Energieüberschüssen mit Hilfe der Chemie in einer energetisch nutzbaren Flüssigkeit bezeichnet man kurzerhand als (power to liquid) oder noch kürzer als "P2L". Ein älterer Beitrag zur Methanolgewinnung findet sich auf der SFV-Internetseite. Die Technik ist bekannt, wurde bisher aber nur in Versuchsanlagen genutzt. Ihre großen Vorteile sind, dass Überschussstrom im Börsenhandel sehr billig ist und dass das chemisch gebundene atmosphärische CO2 für die Zeit seines Aufenthalts im Methanolspeicher zumindest vorübergehend keinen Beitrag zur Klimaerwärmung leistet.

power to liquid

Leider fehlen aus den weiter oben erwähnten Gründen alle Anreize zur Markteinführung dieser Langzeitspeichertechnik.

 

Statistik-Trick: Erst drei Prozent geschafft

Drei %
 
Auf Seite 16 prangt unübersehbar eine riesige 3.
Windräder und Photovoltaik (PV) hätten 2016 zusammen lediglich 3,1 Prozent des deutschen Primärenergieverbrauchs gedeckt, schreibt Wetzel zur Erläuterung.
Betrachtet man dagegen in der Papierausgabe seine Einspeisegrafik am unteren Rand der Seiten 14 und 15, so würde man für Wind- und Solarstrom eher 30 Prozent schätzen. Der Unterschied kommt durch einen statistischen Trick zustande, je nachdem ob man die Strom-Erzeugung oder den Primärenergie-Verbrauch als Bezugsgröße wählt.
In einem Beitrag, der den STROMVERBRAUCH behandelt, irritiert es, wenn plötzlich der Primärenergie-Verbrauch als Bezugsgröße gewählt wird.
Die Aussage 3 Prozent Wind und PV soll entmutigen.

Berufung auf interessengeleitete Studien und Aussagen

Es würde zu weit führen, alle Studien oder Zitate zu nennen, auf die sich Wetzel bei seiner Ablehnung der Energiewende beruft. Das Rezept ist immer das gleiche. Wetzel nennt Wissenschaftler, Politiker, Gewerkschaftler und Bürgergruppen, die aus den verschiedensten Gründen die Umstellung von fossilen oder atomaren Energien auf Erneuerbare Energien ablehnen. Er verbreitet ihre entmutigenden Ergebnisse und ablehnenden Äußerungen, ohne diese zu kommentieren. Er lässt also offen, ob er ihnen zustimmt und macht sich damit unangreifbar. Das Grundprinzip jeder Propaganda funktioniert auch in Wetzels Beitrag. Eine ständig wiederholte Behauptung wird schließlich geglaubt.
Wenn Wetzel ausnahmsweise nicht umhin kommt, von einer Zustimmung zur Energiewende zu berichten, z.B. durch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, fügt er hinzu, dass aber viele Bürger dies nicht verstünden.

Dem Leser ist es leider nicht möglich, die erwähnten Studien durchzuarbeiten oder die Äußerungen zu hinterfragen. In der Regel weiß er auch nicht, wessen Interessen die zitierten Personen oder Institutionen vertreten. Ein Beispiel: Links oben auf Seite 16 erwähnt Wetzel eine entmutigende Studie des Ökonomen Hans-Werner Sinn. Wer nach dessen Interessenlage forscht, liest bei Wikipedia:

Position zur Energiepolitik
Im manager magazin bezeichnete Prof. Sinn die Energiewende in Deutschland als Irrweg und formulierte "Die einzige Hoffnung der Menschheit war die Atomkraft".

 

"Wenn die Lerche nicht mehr singt"

Auf Seite 15 der  'Welt am Sonntag'   lässt Daniel Wetzel Herrn Prof. Dr. Fritz Vahrenholt zu Wort kommen, Gründer des aus dem RWE-Konzern ausgegliederten Windkraftunternehmens Repower
Vahrenholt darf hier seine Vorurteile gegen die Windenergie ausbreiten.

Ein informativer Beitrag von Eva Stegen zur Rolle von Fritz Vahrenholt in der Energiepolitik sei hier empfohlen.



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