Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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02.03.2017, Wolf von Fabeck:

Zusätzliche Nord-Süd-Fernleitungen sind kein Ersatz für Stromspeicher

Aus Klimaschutzgründen und wegen der Gefahren der Radioaktivität müssen konventionelle Kraftwerke so schnell wie möglich stillgelegt werden.

Für jedes fossile oder atomare Kraftwerk, das endgültig stillgelegt werden soll, müssen vorher dezentrale Stromspeicher errichtet werden, die in ihrer Summe die gleiche Leistung erbringen können.

Um mehrere Wochen Schwachwind und trübes Wetter überbrücken zu können, sind Langzeitspeicher erforderlich.

Eine zeitliche Verschiebung von Solar- und Windüberschüssen wird benötigt. Stromleitungen können jedoch nur eine örtliche Verschiebung bewerkstelligen.

Für die erforderliche Langzeitspeicherung werden von technischen Laien oft Pumpspeicherkraftwerke in die Diskussion gebracht. Pumpspeicherkraftwerke können jedoch nur einen unbedeutenden Bruchteil der benötigten Langzeit-Speicherkapazität bereitstellen. Deshalb müssen andere Speichertechniken in den Markt eingeführt werden, z.B. Power to Gas und Power to Liquid. Markteinführung bedeutet staatlich unterstützte Massennachfrage zur Initiierung der Massenproduktion. Massenproduktion und Praxiserfahrungen vermindern dann die zukünftigen Kosten.

Aber der erste Schritt kostet Geld.

Wenn dieses Geld jedoch nicht für Langzeitspeicher-Markteinführung eingesetzt wird, sondern für Ferntransportleitungen, dann kann man in den Wochen mit Schwachwind und trüben Himmel auf die Braunkohlekraftwerke nicht verzichten. So wird im Endeffekt Atomstrom durch Braunkohlestrom, Pest durch Cholera ersetzt.



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