Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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Datum: 31.10.05

Klimaschädliches CO2 einlagern?

Umweltexperten warnen - Schritt in die falsche Richtung

Von Wolf von Fabeck

Das Intergovernmental Panel of Climate Change (IPCC) hat sich Ende September bei einem Treffen in Montreal auch mit der Frage befasst, ob die Einlagerung von CO2 in großen Tiefen zwischen 800 und 3.000 Metern, in aufgelassenen Bergwerken oder auf dem Meeresgrund die Treibhausgasproblematik verringern könne. Die Klimaexperten bejahten diese Frage. Den IPCC-Angaben zufolge könnten zwischen 220 und 2.200 Mrd. Tonnen CO2 bis 2100 gelagert werden. Die Kosten beliefen sich laut IPCC zwischen 5 und 75 Dollar pro Tonne für die Ausfilterung und weitere ein bis acht Dollar je 250 Kilometer Transport. Die Kosten für die Verbringung in die Endlager lägen je nach Methode zwischen 50 Dollar-Cents und 100 Dollar pro Tonne. Die Fragen der Machbarkeit, der Nachhaltigkeit und der Bezahlbarkeit wurden offenbar als lösbar vorausgesetzt. Einige Wissenschaftler haben sich bereits zu Wort gemeldet.

Dass die Einlagerung des CO2 nicht so einfach ist wie es sich anhört, erklärt Herbert Formayer von der Universität für Bodenkultur Wien (http://www.boku.ac.at) Formayer räumte in einem Interview zwar ein, dass dies eine Möglichkeit sei, rasch CO2-Reduktionen umzusetzen. „Eine nachhaltige Methodik ist das allerdings nicht.“, meint Formayer. Man halse sich damit neue Probleme auf. Die Problematik sei ähnlich wie die Lagerung von Atommüll.

„Das ist wieder eine End-of-the-Pipe-Lösung.“, kritisiert Karl Schellmann, Klimaexperte der Österreichischen Umweltorganisation GLOBAL 2000 (http://www.global2000.at) die Idee. „Die alten Strukturen werden Aufrecht erhalten, anstatt sie zu verändern. Von Nachhaltigkeit kann keine Rede sein“. Der Umweltschützer kritisiert massiv, dass für die Umsetzung und technologische Lösung der CO2-Lagerung viel Geld ausgegeben werde, anstatt auf erneuerbare Energien - insbesondere die massive Förderung von Solartechnologie-Lösungen - zu setzen. Seiner Meinung nach führt kein Weg daran vorbei, den tatsächlichen Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern.

Anmerkung des SFV:

Die Bedenken von Formeyer und Schellmann teilen wir in vollem Umfang. Die genannten Kosten für die Ausfilterung, den Transport und das Verbringen des CO2 in die Endlager würden zu einer Verteuerung des Stroms zwischen 2 bis 20 Cent/kWh führen und damit das Verfahren unwirtschaftlich machen. Schon aus diesem Grund wird das Verfahren nicht eingesetzt werden. Der eigentlich schlimme Effekt dieses Vorschlages ist jedoch die Tatsache, dass Politiker und Öffentlichkeit mit dieser angeblichen Lösungsmöglichkeit verunsichert werden, ob es denn wirklich notwendig sei, die Energieversorgung mit voller Kraft auf Erneuerbare Energien umzustellen.



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