Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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16.09.2006, Information von BP Solar:

Kostenloser Umtausch defekter BP-Solarmodule aus den Jahren 2002 bis 2004 wegen Brandgefahr

BP-Solar fordert alle Anlagenbetreiber von dachintegrierten PV-Anlagen oder installierte Systeme mit BP Solarmodule, die in der Nähe von entflammbarer Materialien installiert sind, auf, sich mit ihrem zuständigem Installateur in Verbindung zu setzen. Er wird eine Inspektion der Anlage durchführen. Eventuell betroffen sind alle Produkte, die in den Jahren 2002, 2003 oder 2004 gefertigt wurden und mit den Typenbezeichnungen 3, 4 oder 5 beginnen, z. B. BP380L, BP4160S, BP5170S.

Quelle für weitere Informationen: Informationen zu dem Aufruf erhalten Sie über die Hotline des Unternehmens, Tel: 0800 272 5 272 (täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr, auch am Wochenende) und unter http://www.deutschebp.de/genericarticle.do?categoryId=370&contentId=2008094

Zur Schadensursache äußerte sich auf der angegebenen Internetseite BP-Solar am 4. Sept. 06 wie folgt:


Ursachenanalyse zum Ausfall von Anschlussdosen

Wir haben die Ursachenanalyse der jüngsten Fälle ausfallender Anschlussdosen abgeschlossen und möchten Sie nun über den derzeitigen Stand unserer Ergebnisse informieren. Unsere Produkte haben zwei Lötverbindungen zwischen den Kabeln und den Stromsammelschienen. Der kritische Faktor war die Kombination der Vergrößerung des Kabel-Querschnitts und des Lötprozesses im Jahr 2002. Dieses größere Kabel war steifer und weniger flexibel. Alle Änderungen wurden nach den internationalen Standards IEC61215, Schutzklasse II sowie unseren internen Tests zur Qualitätssicherung geprüft.
Zwar gab es in den letzten Jahren einige Fälle ausfallender Anschlussdosen, da die Fehlerrate jedoch sehr gering war (0,03%) und die Fehler weder einer bestimmten Fertigungsstätte, Zeitperiode noch einem Produkt zugeordnet werden konnten, nahmen wir an, dass es sich um unabhängige Einzelfälle handelte.
Die nun durchgeführte Ursachenanalyse ergab, dass versagende Anschlussdosen ein Ergebnis sog. „kalter Lötverbindungen“ zwischen Kabel und Leiterbahn sind, die aufgrund verschiedener Einflussfaktoren entstehen:

  • EVA-Rückstände, die einen guten Kontakt zwischen Lötmetall und Leiterbahn unterbinden
  • Ungenügender Einsatz von Flussmitteln, um Oxide und Fremdstoffe von der Leiterbahn während der Lötung zu entfernen
  • Bewegungen des Kabels während das Lötzinn noch flüssig ist Es wurde zudem festgestellt, dass eine höhere Zahl von fehlerhaften Lötungen auf der rechten Seite der Anschlussdose auftrat, die auf eine schlechte Ergonomie am Arbeitsplatz schließen lassen. Die Ursachenanalyse kam außerdem zu folgenden Schlüssen:
  • Der früheste Schadensfall trat innerhalb von 6 Monaten nach Produktion auf, der späteste nach 4 Jahren. Die meisten Schadensfälle treten innerhalb der ersten 3 Jahre des Betriebs.
  • Es wurde bestätigt, dass gute Lötverbindungen trotz unterschiedlicher Temperaturausdehnungskoeffizienten der Anschlussdosenteile nicht altern und langzeitstabil sind.

Mitte 2004 wurde das Problem korrigiert als neue Durchschmelz- und Lötverfahren eingeführt wurden. Zusätzlich wurden das Training des Bedienungspersonals sowie die Qualitätssicherung verbessert.

Vorgehensweise zur Anlagenüberprüfung und -nachrüstung
Derzeit arbeiten wir mit verschiedenen Instituten zusammen, um eine langfristige Lösung für Systeme nahe entzündlicher Materialien zu zertifizieren. Wir erwarten, dass diese Zertifizierung bis Ende September abgeschlossen ist und folgendes beinhaltet:

  • Visuelle Überprüfung, Infrarot-Kamera-Untersuchung und Strom-Spannungs-Kurven-Test des Systems vor Ort, um ausfallende oder ausgefallene Lötverbindungen unmittelbar zu erkennen
  • Abbau der Produkte und Test in einer speziellen Einrichtung
  • Installation von nichtentzündlichen Materialien (wie z.B. Keramikelemente, Faserzementplatten etc.), wenn umgebende Materialien als entzündlich eingestuft werden
  • Wiederholung o.g. Untersuchungen bei wieder eingebauten Systemen

Selbstverständlich wird weder die Produkt-, die Leistungs- noch die BP Solar Service-Garantie durch diese Vorgehensweise eingeschränkt.

Anmerkung des Solarenergie-Fördervereins Deutschland

Auch wenn die genannten Solarmodultypen nicht in der Nähe brennbarer Materialien montiert sind, sollte man sich vergewissern, dass der beschriebene Defekt nicht vorliegt, weil jede Überhitzung ein Anzeichen für unerwünschte Energieverluste und Leistungsminderung der Solaranlage ist.

Am 5. Sept gab BP-Solar eine Presseerklärung heraus:


Presseinformation 2

Deutsche BP Aktiengesellschaft - GB Solar, Max-Born-Str. 2, 22761 Hamburg Nicole Anderson - Tel.: +49 (0)40 63953842 - Fax: +49 (0)40 639585224 - www.bpsolar.com

Sicherheitsinspektion von BP Solarpaneelen

Hamburg, den 5. September 2006 – BP Solar informiert seit dem 1. September mit Anzeigenschaltungen in rund 150 deutschen Tageszeitungen darüber, dass das Unternehmen ein potentielles Risiko mit defekten Anschlussdosen festgestellt hat. Unter bestimmten Umständen kann das zu einem gefährlichen Überhitzen dieser Dosen führen und in der Nähe befindliches Material wie Holz versengen. Hiervon könnte eine geschätzte Anzahl von rund 350 Photovoltaikanlagen auf Dächern in Deutschland betroffen sein.
Anlagenbesitzer mit BP Solarpaneelen, welche entweder dachintegriert oder in der Nähe entflammbarer Materialien installiert sind, sollten sich unverzüglich mit ihrem Installateur in Verbindung setzen und die Anlage inspizieren und gegebenenfalls abschalten lassen. Zwar ist die Fehlerrate der Anschlussdosen mit 0,03% sehr gering, für BP hat Sicherheit allerdings höchste Priorität und das Unternehmen möchte jedes mögliche Risiko ausschließen. Die technische Ursachenermittlung wurde inzwischen abgeschlossen: Distributeure wie Installateure erhielten entsprechende Informationen.

Über den direkten Weg mit Hilfe von BP Solar’s Distributeuren und der Installationsfirmen wurden bereits 97% der bereits identifizierten Megawatt gesichert. Dies entspricht einer Anzahl von rund 275 Systemen. Die letzten etwa 75 womöglich betroffenen Systeme zu finden, „stellte sich jedoch als die Suche nach der Nadel im Heuhaufen dar“, so Marcel de Vos von BP Solar. „Deshalb starteten wir nun ein umfangreiches Programm, um alle potenziell betroffenen Systemen so schnell wie möglich zu finden, zu sichern und zu inspizieren. Möglicherweise betroffen sind alle dachintegrierten Anlagen und Systeme, die nahe entflammbaren Materialien mit BP Solar Produkten (Laminaten und Modulen) aus den Produktionsjahren 2002 bis 2004 installiert wurden und deren Typenbezeichnungen mit den Ziffern 3, 4 und 5 beginnen, z.B. BP380L, BP4160S, BP5170S. Wir sind mit Hochdruck dabei, die verbleibenden Systeme ausfindig zu machen.“ Dabei betont de Vos, „dass die überwiegende Mehrzahl aller Anlagenbetreiber nicht betroffen ist“. De Vos weiter: „Wir entschuldigen uns bei allen Beteiligten für eventuell entstehende Unannehmlichkeiten. Für uns hat die Sicherheit unserer Kunden höchste Priorität. Wir wollen die hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards langfristig weiter gewährleisten und uns so ihr Vertrauen erhalten.“
Falls die BP-Anlage nachzurüsten oder zu ersetzen ist, werden die entsprechenden Kosten übernommen und der Betreiber auch für den entgangenen Energieertrag im Falle einer vorübergehenden Abschaltung entschädigt. (...)

(Hervorhebung des letzten Satzes durch SFV )



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