Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 11.06.2004, aktualisiert am 12.04.2008, Wolf von Fabeck:

Schwarzliste unseriöser Gewinnversprechen

Wir empfehlen den Bau von PV-Anlagen

Wir empfehlen den Erwerb und den Betrieb einer PV-Anlage, falls Sie ein geeignetes Dach oder eine geeignete Fassade zur Verfügung haben und die erforderlichen Finanzmittel aufbringen können.
Der Bau und der Betrieb einer PV-Anlage macht Sie zum kleinen "Kraftwerksdirektor". Und es gibt kaum eine Möglichkeit, wie Sie effektiver Ihren persönlichen Beitrag an der Energiewende leisten können.

Falls Sie Beratung in grundsätzlichen Fragen brauchen, helfen wir Ihnen gerne.

  • Rufen Sie vormittags an unter 0241-511616

Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) garantiert Ihnen die Abnahme des erzeugten Stroms und eine Einspeisevergütung, die Ihnen bei einer gut geplanten, sachgerecht ausgeführten und gut gewarteten Anlage die aufgewendeten Geldmittel einschließlich der Kreditzinsen ersetzt.

(Dieser Satz gilt allerdings nur mit folgender Einschränkung: Leider steht derzeit ein Gesetzentwurf zur Diskussion, mit der die Einspeisevergütung für Strom aus Solarenergie für solche Anlagen erheblich verringert werden soll, die nach dem 31.12.2008 ans Netz gehen werden. Wer erst nach diesem Zeitpunkt mit seiner Anlage ans Netz geht, der hat keine Chancen mehr auf eine angemessene Rendite. Wer bauen will, sollte das deshalb sofort tun.)

Wir warnen


vor dem Irrtum, dass Sie mit einer PV-Anlage eine Rendite erzielen können, die die banküblichen Renditen übersteigt.
Das ist in den meisten Fällen leider nicht der Fall.
Einige Solarfonds, Verkäufer oder Solarinstallateure arbeiten mit unseriösen Gewinnversprechen, die wir in der folgenden Schwarzliste zusammengestellt haben. Wer solche unseriösen Versprechen macht, sollte mit dem gebührenden Misstrauen empfangen werden.

Falls Sie selber weitere unseriöse Argumente kennenlernen, teilen Sie uns diese mit. Wir nehmen sie gerne auch noch in unsere Aufzählung mit auf.

Schwarzliste unseriöser Gewinnversprechen

  • Anbieter von Solarstromanlagen beziehen die Rückzahlung des eingesetzten Eigenkapitals in die Berechnung der Rendite mit ein und kommen so auf traumhafte Werte. (Das haben wir tatsächlich erlebt.)
  • Geworben wird mit einem Super-Ertrag, z.B. 1000 kWh/Jahr. Aber dem Käufer, bzw. Teilnehmer am Fonds wird schriftlich nur ein bescheidener Ertrag, z.B. 750 kWh/Jahr garantiert.
  • Geworben wird mit einem unrealistisch hohen Solarstromertrag. Wir empfehlen zur realistischen Abschätzung einen Blick auf die tatsächlich gemessenen Stromerträge des gleichen PLZ-Bereichs.
  • Der Verkäufer wirbt mit einer Ertragsversicherung, verschweigt jedoch, dass diese vom Versicherer nach einem Schadensfall mit Jahresfrist gekündigt werden kann.
  • Der Verkäufer wirbt mit einer Ertragsversicherung, die jedoch einen niedrigeren Ertrag versichert als den in der Wirtschaftlichkeitsberechnung eingesetzten Jahresertrag.
  • Der Verkäufer wirbt mit einer Ertragsversicherung, die jedoch im Schadensfall innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungszeit nicht zahlt.
  • Wartungs- und Reparaturkosten werden vergessen, oder es wird für Wartung und Reparatur jährlich ein zu geringer Wert (unter 1% des Anschaffungspreises jährlich ) in der Wirtschaftlichkeitsberechnung angenommen.
  • Die Möglichkeit einer Dachreparatur und der dazu erforderliche Ab- und Wiederaufbau der Anlage wird nicht erwähnt.
  • Die Solaranlage soll auf ein Asbestdach installiert werden, obwohl nach Gefahrstoff-VO ein Verbot festgelegt ist. Die Notwendigkeit einer Dachsanierung bleibt unerwähnt.
  • Es werden weder Versicherungskosten noch Rücklagen in die Wirtschaftlichkeitsrechnung eingesetzt.
  • Die Möglichkeit einer geringen Degradation bei amorphen Solarmodulen wird nicht erwähnt.
  • Bei der Berechnung des Gewinns werden die Schuldzinsen vergessen.
  • Im Zusammenhang mit Abschreibungsmöglichkeiten wird verschwiegen, dass die Einnahmen aus dem Betrieb der PV-Anlage der Einkommensteuer unterliegen.
  • Es wird eine Abschreibungszeit von 15 Jahren angenommen, obwohl für PV-Anlagen 20 Jahre vorgeschrieben sind .
  • Die Anschlusskosten der Anlage werden vergessen.
  • Die Messkosten (z.B. Zählerkosten für eigenen oder gemieteten Zähler) werden vergessen.
  • Der Verkäufer wirbt öffentlich mit einem extrem günstigen Preis der Anlage, verschweigt aber in der Werbung, dass Eigenleistung vorausgesetzt wird.
  • Es wird ein positiver Wiederverkaufswert der Anlage nach 20 Jahren angenommen, anstatt die Kosten für den Abbau zu berücksichtigen.
  • Die kalkulatorischen Zinsen für das eingesetzte Eigenkapital fehlen in der Wirtschaftlichkeitsberechnung (Erläuterung: Das sind die Zinsen und Zinseszinsen, die man erzielt hätte, wenn man sein Eigenkapital auf der Bank zinsgünstig festgelegt hätte).

Abschließend noch eine politische Irreführung der Solarfreunde: Einige Politiker und ein Teil der Medien versprechen, dass die Absenkung der Einspeisevergütung zu einem deutlichen Rückgang der Solarmodulpreise führen wird, so dass sich der Bau einer Solaranlage in Zukunft noch stärker lohnen wird als derzeit. Das ist falsch! Wir haben dazu in mehreren Beiträgen Stellung genommen, z.B. unter Brief an einen Abgeordneten

 



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