Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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Wäre ein Mix aus erneuerbaren Energien plus Wasserkraft konkurrenzfähig?

Einige Umweltfreunde gehen davon aus, daß ein Mix aus erneuerbaren Energien schon heute konkurrenzfähig ist. Rein rechnerisch haben sie recht. Zählt man die große Menge an Wasserkraft aus den Wasserkraftwerken der Stromversorger mit den heute lieferbaren Mengen an Solarstrom, Windstrom und Biomassestrom zusammen und bildet einen Mischpreis, so kommt man in einen Bereich von unter 10 Pf/kWh und der ist fast konkurrenzfähig gegenüber Kohle und Atom. Grund dafür ist das Überwiegen der billigen Wasserkraft.

Doch wer aus dieser Überlegung eine Strategie der Markteinführung entwickeln will, übersieht, daß das Mengenverhältnis zwischen Wasserkraft und Photovoltaik zur Zeit in der Größenordnung 10.000 zu 1 liegt und damit völlig unausgewogen ist. Der Mischpreis wird z.Zt. also fast ausschließlich von der billigen Wasserkraft bestimmt. Doch die Wasserkraft ist nicht mehr in dem Maße ausbaubar wie die PV. Das Mengenverhältnis wird sich deshalb drastisch ändern, und im Endausbau wird die PV ein Mehrfaches dessen liefern, was die Wasserkraft dann beitragen kann. Der Mix wird dann zunehmend vom Preis der PV bestimmt werden und wird erheblich teurer. Selbst wenn die PV auf 20 Pf/kWh sinken wird, wovon die Enquete-Kommission Schutz der Erdatmosphäre des 11. Deutschen Bundestages ausging, und der Preis der Windenergie im Landesdurchschnitt vielleicht auf 12 Pf/kWh, so wird Wasserkraft aus neu hinzukommenden Anlagen deutlich teurer als 10 Pf/kWh. Schlimmer noch, es kommt ein neues Problem hinzu, dessen Lösung Geld kostet. Ich will es hier nur andeuten.

Wasserkraftwerke liefern Strom rund um die Uhr, aber Windkraft und Solarenergie sind dargebotsabhängig. Je höher der Anteil der Erneuerbaren im Netz wird, umso mehr Aufwand muß betrieben werden, um auch an windstillen trüben Tagen eine volle Stromversorgung zu gewährleisten. Prinzipiell ist das Problem lösbar - durch den gesteuerten Einsatz von Biomassekraftwerken oder von Pumpspeicherkraftwerken - aber die Lösung kostet zusätzliches Geld. Dies müßte in einem freien Markt durch die Ökostromhandelsgesellschaften aufgebracht werden.

Verfechter des Ökostromhandels, die auf faire Netzzugangsentgelte pochen, vergessen leicht diese zusätzlichen Kosten, oder sie verlangen Sonderregelungen, doch das hat dann mit freiem Markt nichts mehr zu tun.

Die Angabe der auf Seite 9 erwähnten europäischen Studie, daß der Ökostrommix nach 50 Jahren noch etwa doppelt so teuer sein wird wie der jetzige konventionelle Strom, klingt plausibel. Konkurrenzfähigkeit ist auch bei einem Mix mit der billigen Wasserkraft auf lange Sicht noch nicht gegeben.



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