Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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Von Korea nach Aachen

Mitglieder des koreanischen Energie-Alternativ-Forum besuchten im Oktober 1998 Aachen. Hier nun die Eindrücke und Erfahrungen von Prof. LEE Pil Ryul, Teilnehmer dieser Delegation, zu diesem Besuch (die Delegation bestand außerdem aus 2 Mitgliedern koreanischer Umweltschutzorganisationen).

„Als ich Anfang 1997 in der Zeitschrift "Wechselwirkung" über das Aachener Modell erstmals erfuhr, wurde ich von seiner völlig neuartigen Konzeption tief beeindruckt. Damals bereitete ich einen Aufsatz vor, dessen Inhalt gegen das totale Monopol der Stromwirtschaft in Korea gerichtet ist. In Korea ist die Stromerzeugung, Transmission und Verteilung von einem einzigen Unternehmen - der Korea Eletric Power Corporation - monopolisiert.

Natürlich stellte ich dieses Modell in meinem Aufsatz vor - erstmals in Korea, und erzählte bei manchen Gelegenheiten darüber. Im August 1998 wurde in Korea das Energie-Alternative-Forum gegründet, um die Einführung der erneuerbaren Energien in Korea zu beschleunigen. In der Vorbereitungsphase beschlossen wir, von Aktivitäten und Projekten der zur Verbreitung der regenerativen Energien engagierten Gruppen in Deutschland zu erfahren. Bei dieser Solartour stand das Aachener Modell natürlich ganz vorne auf der Prioritätsliste und wir planten einerseits den Solarenergie-Förderverein und andererseits das diese Ideen umsetzende Unternehmen, die STAWAG, zu besuchen.

Am 14. Oktober um 9.30 Uhr besuchten wir zuerst die STAWAG. Herr Stolte erläuterte das Solarförderprogramm der Stadt Aachen. Am Ende der Erläuterung äußerte er seine Bedenken über die Zukunft des Aachener Modells und sogar über die Solarenergie allgemein. Er erwähnte das Standortproblem, d.h. ob es richtig sei, trotz des langen Winters in Deutschland auf die Solarenergie zu beharren, von den eventuell auftretenden Problemen durch die Liberalisierung des europäischen Energiemarktes und von der denkbar schwierigen Lage des Aachener Modells nach Erreichung der 1% - Preiserhöhung. Auch erörterte er zum Schluß noch, daß die STAWAG nicht sehr glücklich gewesen war, als der Aachener Stadtrat die Einführung des Aachener Modells beschlossen hatte. Herr Mommertz riet beim Mittagessen sogar persönlich davon ab, die kostendeckende Vergütung in Korea einzuführen. Es schien, daß Herr Stolte und Herr Mommertz alles in allem etwas pessimistisch eingestellt gegenüber den regenerativen Energien eingestellt sind. (Anmerkung der Redaktion: Eine feinsinnige Feststellung, wenngleich in der Wortwahl wohl etwas „verharmlosend")[...]

Am 15. Oktober besuchten wir nun endlich den SFV und wurden von Herrn v. Fabeck sehr freundlich empfangen. Wir hörten seine leidenschaftliche Erzählung über das Aachener Modell, über die Zukunft der Solarenergie, über den SFV u.s.w. Er war überzeugt, daß die regenerativen Energiequellen den zentralen Platz im Energiesystem einnehmen müßten und daß dies ganz und gar nicht unmöglich sei. Vorher waren wir etwas vom Pessimismus der STAWAG-Vertreter angesteckt worden. Durch die Darstellung des Herrn v. Fabeck fanden wir die Zuversicht wieder.[...]

Jetzt müssen wir darüber nachdenken, wie man die Solarenergie in Korea gedeihen lassen kann."

Übersetzung einer Veröffentlichung in der koreanischen Presse vom 16.11.98 [Auszüge]
Wolf von Fabeck, Geschäftsführer des Solarenergie-Förderverein Deutschland
„Bisher sind unsere Bürger und Politiker von der weitgehenden Werbung der großen EVU’s betäubt worden, daß den erneuerbaren Energien nicht allzu große Hoffnungen zuzutragen sei. Aber jetzt ist dieser falsche Glauben gebrochen. Heute stimmen viele Leute zu, wenn sie von der Zukunftsfähigkeit der erneuerbaren Energien hören.“ [...]

Von Fabeck, Bundeswehroffizier a.D., wurde auf die Umweltprobleme aufmerksam gemacht, als er auf einer Insel seinen Urlaub machen wollte und vom elenden Zustand der Pflanzenwelt tief erschüttert wurde. Er kam zu dem Schluß, daß die Umweltverschmutzung schlimmer sei als die Invasion von Russen, verließ die Armee, als der GAU in Tschernobyl sich ereignete, schloß sich der Umweltbewegung an und wurde zu einem der bedeutendsten „Predigern“ des Solarstroms in Deutschland.


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