Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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08.02.2019, Wolf von Fabeck:

Zögerliche EUROSOLAR-Resolution zum Vorschlag der Kohlekommission

EUROSOLAR äußert sich nicht zur Notwendigkeit der Speicher-Markteinführung und wehrt sich nicht gegen Ausschreibungen

Am 07.02.2019 veröffentlichte EUROSOLAR eine Resolution des Vorstands der deutschen Sektion von EUROSOLAR zum Vorschlag der Kohlekommission.

Den folgenden Forderungen von EUROSOLAR stimmen wir beim SFV selbstverständlich zu:

  • Verbot des Neubaus von Kohlekraftwerken.
  • keine neuen Gaskraftwerke als Ersatz für die stillzulegenden Kohlekraftwerke
  • Ausstieg aus der Kohleverstromung bereits vor 2030
  • Ausbau der Erneuerbaren Energien spürbar beschleunigen

 

Uns fehlt allerdings eine EUROSOLAR-Forderung nach massiven Markteinführungsanreizen für Speicher, insbesondere für Langzeitspeicher.

Dass diese vordringlichste aller Forderungen einfach "vergessen" wurde, enttäuscht uns. Die Fairness gebietet es, darauf hinzuweisen, dass immerhin die Kohlekommission DIESEN Punkt bedacht hat. Dort heißt es wörtlich:
"Es ist bereits in der Transitionsphase des Energiesystems dringend notwendig, die Potenziale der verschiedenen Speichertechnologien verfügbar zu machen. Dazu braucht es Anreize zur Erforschung und Erprobung, vor allem aber verbesserte und verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen, die den wirtschaftlichen Einsatz ermöglichen." (Hervorhebung durch SFV)

 

Außerdem - auch das ist enttäuschend - werden Ausschreibungen, sogar Sonderausschreibungen, für den Bau von Solar- und Windanlagen gefordert.

Im vierten Absatz der EUROSOLAR Resolution vom 07.02.2019 findet sich folgende Passage:

"EUROSOLAR setzt sich weiterhin für umfangreich angelegte regionale Sonderausschreibungen für Windenergie an Land und für Solarfreiflächenanlagen in der Lausitz und am Niederrhein im gesamten nächsten Jahrzehnt ein." Dieser Passus ist fast wörtlich aus dem Koalitionsvertrag der GROKO übernommen (Randnummer 3250 und 3259).

Dazu unser Kommentar:
Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen "Ausschreibung" und Markteinführung: Ausschreibungen sind ein Verfahren, mit dem ein BEGRENZTER Bedarf zu einem möglichst geringen Preis gedeckt werden soll.
Ausschreibungen stellen somit einen Ausbau-Deckel dar. Hier geht es aber gerade darum, einen extrem hohen Bedarf ohne Ausbaudeckel zu befriedigen.

 

Beengende Planwirtschaft

In der EUROSOLAR Resolution findet sich ferner der Satz:

"Zusätzlich sollte die geplante deutsche Batteriezellenproduktion in der Lausitz angesiedelt werden."

Dieser Satz wurde durch EUROSOLAR offenbar ebenfalls sinngemäß aus dem Koalitionsvertrag der GROKO entnommen. Er findet sich dort unter der Randnummer 3318.

Unser Kommentar: Wir brauchen nicht nur in der Lausitz eine deutsche Batteriezellenproduktion, sondern viele miteinander im Wettbewerb stehende Produktionsstätten. Damit diese entstehen, brauchen wir ein massives Markteinführungsprogramm mit hohen Anreizen und nicht nur für Speicherbatterien, sondern auch für die vielen anderen Speichertechniken. Nur eine stetig wachsende Nachfrage mit verlässlichen rechtlichen Rahmenbedingungen kann eine ständig wachsende Massenproduktion in Gang setzen und damit: die Voraussetzung für Qualitätsverbesserung und Preissenkungen schaffen. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an den Erfolg der kostendeckenden Einspeisevergütung für Solarstrom in den Jahren von 2000 bis 2010.

Der Koalitionsvertrag der GROKO ist für eine schnelle Energiewende allerdings keinesfalls hilfreich.




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