Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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15.11.2014, Wolf von Fabeck:

Laudatio für Adolf Müller-Hellmann

Rettung des Raumschiffs Erde

Lieber Herr Müller-Hellmann,

seit einem viertel Jahrhundert haben Sie als erster Vorsitzender des Solarenergie-Fördervereins unserem Verein Ihre Entscheidungskraft und Ihren gesellschaftlichen Ruf inklusive des Professoren-Titels zur Verfügung gestellt. Nun möchten Sie im Alter von 70 Jahren Ihr Ehrenamt an einen Jüngeren weitergeben. Wir verstehen das, wir bedauern das - und ganz wichtig - wir danken Ihnen von Herzen für Ihren Einsatz.

Sie können mit uns allen auf das Erreichte stolz sein. Während der ersten 20 Jahre Ihrer Vorsitzenden-Zeit sind durch das von uns vorgeschlagene Projekt - die kostendeckende Einspeisevergütung - weltweit die Kosten für die Herstellung einer kWh Solarstrom von zwei DM auf 20 Cent gesunken. Dieser von allen "Experten" vorher für unmöglich gehaltene Erfolg hat das wichtigste wirtschaftliche Hindernis für eine Umstellung auf Erneuerbare Energien beiseite geräumt.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns auch nach Ihrem Ausscheiden bei der Suche nach dem schnellsten Weg zur endgültigen Umstellung auf die Erneuerbaren Energien mit Ihrer Erfahrung und Ihrem Wissen weiter beistehen wollen. Es geht um nichts weniger als die Rettung des Raumschiffs Erde. Dieses Raumschiff wird durch Politiker gesteuert, die sich mit seiner Technik und seinen Bedienungselementen nicht auskennen.
Diese Politiker haben nur gelernt, dass sie durch geschicktes Verhandeln, durch Kompromisse hier und da, durch Eintreten in Bündnisse und durch den Einsatz von medialer Macht, möglicher Weise auch mit militärischer Macht ihre Ziele erreichen können. Aber sie haben nicht gelernt, dass man mit physikalischen Bedingungen nicht verhandeln kann.

Eine positive Rückkopplung bleibt eine positive Rückkopplung - da hilft kein Verhandeln.
Je mehr das Eis um den Nordpol abschmilzt – umso weniger Sonnenlicht wird reflektiert. Je mehr der Permafrostboden auftaut, desto mehr klimaschädliches Methan kann aus der Tiefe entweichen. Je mehr die Ozeane durch CO2 versauern, desto geringer wird ihre CO2-Pufferungskapazität. Und je mehr Kohle verbrannt wird, desto näher kommen wir dem endgültigen Kipppunkt, den Punkt, ab dem das Raumschiff unrettbar abstürzt.

Irgendwann in naher Zukunft ist der endgültige Kipppunkt erreicht. Wann genau das der Fall ist, wissen wir nicht. Die rapide Zunahme der Wetterextreme lässt allerdings den Verdacht aufsteigen, dass es bald schon zu spät sein könnte.
In der Politik gibt es immer noch einen Ausweg, eine Verhandlungslösung. Doch die Physik verhandelt nicht. Sie reagiert auf Eingangsbedingungen. Sie braucht eine Umstellung auf Erneuerbare Energien. Unsere Botschaft lautet deshalb: Es gibt einen Ausweg: Solarenergie, Windenergie und Stromspeicher - so schnell wie irgend möglich! Wie wir diese Botschaft in die Köpfe der Menschen bringen, das ist die Aufgabe, an deren Lösung unser Verein ständig arbeitet.

Damals zu Beginn unseres Vereins haben wir Tausende durch die praktische Anwendung der Solarenergie überzeugt. Das erste Gerät, das dabei zum Einsatz kam, ist diese Küchenmaschine.
Sie demonstrierte schon zur Gründung unseres Vereins 1986 die Nutzbarkeit der Solarenergie.
Sie lief auf dem Frankfurter Kirchentag 1987.
Sie lief unmittelbar nach dem Mauerfall 1989 in Merseburg und Halle und auf ungezählten weiteren Veranstaltungen.

So ist diese Küchenmaschine ein Symbol dafür geworden, wie durch geschickte Darbietung eine Idee weltweite Verbreitung finden kann.

Dieses Bild der berühmtesten Küchenmaschine der Welt möge Sie an Ihren Einsatz für den SFV erinnern. Vielleicht findet es einen Platz in Ihrer Asservatenkammer.

Küchenmaschine





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