In wenigen Tagen jährt sich die große Flutkatastrophe an Ahr und Erft zum ersten Mal. Aus diesem Anlass hat SFV-Vorstandsmitglied Rainer Doemen am 25. Juni anlässlich des WorldREnewDay in Bonn das Projekt „Aus Ahrtal wird SolAHRtal“ vorgestellt.

Die Flutkatastrophe vom 14. und 15. Juli 2021 hängt zweifellos mit der menschengemachten Erdüberhitzung zusammen. Sie war Teil der laufenden globalen Klimakatastrophe. Bereits kurz nach den schrecklichen Ereignissen, denen alleine im Ahrtal 134 Menschenleben zum Opfer fielen, entwickelte eine Gruppe von Wissenschaftlern ein Konzept, nach dem der Wiederaufbau der zerstörten Region zugleich die Ursache der Katastrophe adressieren soll: den Ausstoß von Treibhausgasen für menschliche Energie-Aufgaben. Strom, Wärme und Verkehr sollen im Ahrtal so wiederaufgebaut werden, dass fossile Brennstoffe keine Rolle mehr spielen. Auf diese Weise kann die gebeutelte Region zu einem Leuchtturm und Vorbild werden – national und international.

Das Impulspapier der Wissenschaftler dekliniert den klimaschonenden Wiederaufbau für die Bereiche der Elektrizität (Ausbau von Windkraft und Photovoltaik), Wärme (Wärmepumpen), Mobilität (Ladeinfrastruktur, ÖPNV) und Energienetze (u.a. Nahwärmenetze) durch. Die bereits im August 2021 begonnene Einspeisung der Idee in die politischen Entscheidungsprozesse führte auf regionaler Ebene (Kreis- und Umweltausschuss des Landkreises Ahrweiler) zum Erfolg. Auf Landes- und Bundesebene ist die Initiative jedoch bislang im bürokratischen Gestrüpp hängen geblieben: Die staatlichen Wiederaufbaumittel werden nach einer Verordnung verteilt, die nicht nur blind gegenüber den Klimaschutz-Erfordernissen ist, sondern teilweise direkt gegen diese wirkt. Eine Petition auf der Kampagnenplattform WeMove soll dem abhelfen. Sie wurde bereits von mehr als 10.000 Menschen unterzeichnet.

Das Ziel ist, wie Rainer Doemen es in seinem Vortrag beim WorldREnewDay formuliert hat, „dass der Kreis Ahrweiler vom Nachzügler im Bereich der Erneuerbaren Energien zum Vorreiter wird“ und so aus der schrecklichen Katastrophe von 2021 einen vorwärtsweisenden Impuls bezieht. Die Ökonomin Claudia Kemfert, Mitglied des Umweltrats der Bundesregierung, mahnt in einer Präambel zum Plankonzept „Aus Ahrtal wird SolAhrtal“: „Nur mit einer fortlaufenden, zielorientierten und finanziellen Unterstützung des auf Kreisebene politisch gewollten Projektes sind die ambitionierten, klimawissenschaftlich begründeten Ziele umsetzbar.“

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) hat dieses Konzept von Beginn an im Rahmen des „Runden Tischs Erneuerbare Energien“ (RT EE) mit entwickelt. Der Verein unterstützt nachdrücklich die Forderung, die bundes- und landespolitischen Blockaden endlich zu lösen.

© Bild von Rainer Doemen

Der WorldREnewDay wird seit 2019 am Samstag nach der Sommersonnenwende begangen, um den „Aufbruch ins Solarzeitalter“ zu feiern und zu fordern. Er wurde von der Organisation "Global100RE" und der ukrainischen Gewinnerin des Eurovision Song Contest 2004, Ruslana, ins Leben gerufen. Am 25. Juni 2022 wurde vor allem das friedensstiftende Potenzial der Erneuerbaren Energien in den Mittelpunkt der Veranstaltungen gerückt. Der WorldREnewDay 2022 fand in Bonn statt.

Mehr Informationen: www.global100re.org/