Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 31.01.2008, aktualisiert am 11.12.2009, Wolf von Fabeck:

Das technisch und wirtschaftliche Machbare muss politisch gewollt sein

100 % Erneuerbare Energien sind möglich

Nach fünfzehn enttäuschenden internationalen Klima-konferenzen sollte unser Land sich mehr auf seine eigenen Möglichkeiten besinnen.

15 Prozent der deutschen Stromversorgung stammen bereits aus Erneuerbaren Energien. Das ist ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Die Erneuerbaren ersetzen bei uns nach und nach die CO2-ausstoßenden fossilen und atomaren Kraftwerke, schneller als es alle Klimakonferenzen erreichen könnten. Außerdem hat die Steigerung der Nachfrage nach Solar- und Windanlagen in Deutschland den Aufbau von Produktionskapazitäten sogar in China und Indien angeregt! Eine sinnvollere "Entwicklungshilfe” ist kaum denkbar.

Einige Länder, darunter Deutschland, aber nunmehr auch schon Frankreich, Italien, Griechenland, USA und China sind dabei, die Erneuerbaren Energien im eigenen Land durch Massennachfrage, Massenproduktion und Massenanwendung konkurrenzfähig zu machen und haben davon sogar noch volkswirtschaftliche Vorteile, mehr Arbeitsplätze, Wertschöpfung im eigenen Land und Importunabhängigkeit. Einspeisung von Wind- und Solarstrom senkt in Deutschland bereits seit drei Jahren den Strompreis an der Strombörse. Fossil- und atomar erzeugter Strom wird laufend teurer.
Heutzutage noch neue Kohlekraftwerke zu errichten, deren Betriebszeit auf 40 Jahre angelegt ist, wäre eine unerträgliche Klimasünde und zudem eine volkswirtschaftliche Fehlinvestition. Stattdessen kann der Aufbau Erneuerbarer Energien deutlich beschleunigt werden:

  • Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) muss der Anreiz für den Bau von Solarstromanlagen auf und an Gebäuden sowie für Windanlagen im küstenfernen Binnenland durch höhere Einspeisevergütungen wieder verbessert werden.
  • In den gesetzlichen Bestimmungen zur Genehmigung von Windkraftanlagen muss deren Klimaschutzwirkung grundsätzlich Priorität vor Landschafts- und Naturschutzbelangen eingeräumt werden.

Denn auch Naturschutz ist ohne Klimaschutz nicht möglich!

Und wenn die Sonne nicht scheint?

Wind- und Solarenergie ergänzen sich häufig, stehen aber nicht gleichmäßig zur Verfügung. Wasserkraft aus Pumpspeicherkraftwerken und Talsperren sowie Strom aus Gülle und Kläranlagen können nur einen geringen Ausgleich erbringen. Die Tiefengeothermie zur Stromerzeugung muss erheblich ausgebaut werden. In wenigen Jahren schon wird es an sonnig/windigen Tagen Überschüsse an Wind- und Solarstrom geben; die dafür sinnvollen zusätzlichen Stromspeicher können jedoch von der Stromwirtschaft alleine nicht bereitgestellt werden. Dezentralisierung ist somit nicht nur bei der Stromerzeugung sondern auch bei der Stromspeicherung notwendig. Für Kurzzeitspeicherung wird man voraussichtlich auf Batteriespeicher zurückgreifen, wie sie derzeit schon in Laptops und Elektroautos eingesetzt werden. Für Langzeitspeicherung kommen eher Speicher mit einem Speichermedium, z.B. elektrolytisch erzeugter Wasserstoff - möglicherweise auch synthetisches Methanol aus dem CO2 der Atmosphäre - in Frage.

Die technische Weiterentwicklung von Speichern wird durch erhöhte Nachfrage beschleunigt. Das Interesse der Strom-VERBRAUCHER kann durch marktwirtschaftliche Anreize geweckt werden: Der Strompreis muss örtlich und zeitlich angebots- und nachfrageabhängig werden und die Einspeisung von gespeichertem Strom zum akDenn auch Naturschutz ist ohne Klimaschutz nicht möglich!
tuellen Strompreis muss Jedem erlaubt sein. Die Folge wird sein:

  • Millionen privater Stromspeicher werden gebaut. Wenn Strom an Tagen mit hohem Sonnen- und Windangebot im Überschuss vorhanden (und damit spottbillig) ist, wird er gespeichert. Wenn Strom aus dem Stromnetz teuer ist, wird stattdessen der Speicherstrom verbraucht oder gewinnbringend wieder ins Netz eingespeist.
  • Der Verbrauch von Strom wird, soweit das ohne Komfort-verlust möglich ist, an das Angebot angepasst. Hier nur ein Beispiel: Millionen von Auto-Antriebsbatterien werden dann zu Zeiten des Stromüberangebots mit billigem Wind- oder Solarstrom aufgeladen.

Treibstoff

Auch der Straßenverkehr mit seinem hohen Erdölverbrauch kann auf Strom aus Sonne und Wind umgestellt werden. Die Wirkungsgradkette Strom - Batterie - Elektromotor einschließlich Rückgewinnung von Bremsenergie ist erheblich günstiger als die Wirkungsgradkette Erdöl - Dieselkraftstoff - Verbrennungsmotor. Moderne Elektrofahrzeuge, z.B. der zweisitzige Tesla Roadster, fahren schon 350 km mit einer Batteriefüllung von 55 kWh. Das entspricht einem Verbrauch von 1,7 Liter auf 100 km.

Wärme

Der Verbrauch an Niedertemperaturwärme ist der größte Einzelposten in Deutschlands Energieverbrauch. Konse-quente Wärmedämmung im Altbaubestand und natürlich bei jedem Neubau ist deshalb unumgänglich. Der Restbedarf kann dann durch Tiefengeothermie, Erdwärmepumpen mit Strom aus Erneuerbaren Energien, solarthermische Ganzjahresspeicher und wärmegeführte Kraftwärmekopplung mit Biogas aus Gülle und Klärgas gedeckt werden.

Kann man die 100 % beweisen?

Wieviel die oben aufgezählten Maßnahmen erbringen, können Sie am modernisierten Energiewenderechner des SFV selbst überschlägig ermitteln. Sie finden ihn unter www.sfv.de/ewr im Internet. In der Hilfefunktion gibt es interessante Videos zur Umstellung der Energieversorgung und Quellenangaben für die verwendeten Zahlenwerte.

Oder lesen Sie den Endbericht der Enquetekommission “Nachhaltige Energieversorgung ...” des 14. Deutschen Bundestages ab den Seiten 352 ff vom 7.7.2002.
http://dip.bundestag.de/btd/14/094/1409400.pdf

Was können Sie persönlich tun?

Unsere Politiker brauchen den Anstoß und die Zustimmung aus der Gesellschaft zur nationalen Vorreiterrolle. Deshalb: Bringen Sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Gespräch auf die Möglichkeit der 100 Prozent. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihre Gesprächspartner zweifeln.
Menschen müssen eine neue Botschaft mehrmals und von vielen Seiten hören, ehe sie sie akzeptieren.

Werden Sie aktiv!

  • Verteilen Sie diesen Flyer: In Briefen an Ihre Freunde, in Arztpraxen, als Beilage in Zeitungen, bei Protestveranstaltungen gegen Kohle- und Erdgaskraftwerke, gegen Atomanlagen und Braunkohleabbau.
  • Organisieren Sie Vorträge über 100 Prozent Erneuerbare Energien, z.B. mit Referenten des SFV.
  • Schreiben Sie Leserbriefe. Auf unserer Internetseite, insbesondere unter www.sfv.de/ewr finden Sie Zahlen und Fakten.
  • Hängen Sie Transparente mit der Aufschrift „100 Prozent Erneuerbare Energien gegen den Klimawandel“ auf.
  • Verschenken Sie T-Shirts, Mousepads, Aufkleber mit dem Aufdruck „100 Prozent Erneuerbare Energien gegen den Klimawandel“.
  • Bauen Sie alleine oder gemeinsam mit Freunden, im Sportverein oder in der Kirchengemeinde eine Solaranlage. Oder beteiligen Sie sich an einer Windanlage in Ihrer Nähe.
  • Drängen Sie Ihre Kommunalpolitiker, neue Windvorrangsgebiete auszuweisen.



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