Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 20.09.2008, aktualisiert am 26.08.2008, Wolf von Fabeck:

Zubau an Solarstromanlagen 2007 weiterhin ungeklärt

Höhe der EEG-Umlage bei Solarstrom nicht überprüfbar

Nachtrag vom 26.08.2009

Nach Auskunft der Bundesnetzagentur hat sich die Auswertung der Meldungen der Netzbetreiber zum Jahr 2007 weiterhin verzögert. Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse ist jedoch in kurzer Zeit zu rechnen.

Ursprünglicher Artikel

In der BMU-Broschüre „Erneuerbare Energien in Zahlen“, Stand Juni 2008, findet sich die Aussage - bezogen auf das Jahr 2007 „Mit einem Zubau von 1.100 MW ist Deutschland Photovoltaik-Weltmeister“
Eine Rückfrage des SFV beim BMU ergab, dass der Wert von 1.100 MW sich aus der sorgfältigen Auswertung "aller verfügbarenQuellen" ergeben hat. Kurz gesagt, es ist nur ein Schätzwert.
Ein wirklich zweifelfreies Ergebnis ist erst im Frühjahr 2009 zu erwarten, wenn die Bundesnetzagentur alle Meldungen der Netzbetreiber für das Jahr 2007 „anlagenscharf“ ausgewertet hat. Der Zubau in den davorliegenden Jahren wird nach derzeitiger Planung allerdings nicht mehr nachrecherchiert.
Aus der Tatsache, dass es somit für den gesamten Bestand an Solaranlagen in Deutschland bis einschließlich 2006 nur grobe Schätzungen gibt, folgt, dass die Angaben der Stromwirtschaft über den EEG-Zuschlag auf den Strompreis nicht nachkontrolliert werden können.
Der SFV hat bereits mehrfach beanstandet, dass es noch immer kein öffentliches Anlagenregister nach § 15, Abs. 3 EEG (2004) gibt.
Die folgende Graphik zeigt die gewaltige Unsicherheit, mit der die bisherigen Schätzungen behaftet sind.
Die genaue Ermittlung des Zubaus ist nunmehr auch noch aus einem weiteren Grund wichtig, weil zukünftig die weitere Absenkung der Einspeisevergütung für Solarstrom auch von der Höhe des Zubaus im jeweils vorangegangenen Jahr abhängig gemacht wird (§ 20, Abs. 2a EEG 2009).

PV-Zubau 2007


Legende
1. Im Jan. 2008 schätzte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) aufgrund der Verkaufszahlen von Solarwechselrichtern den Zubau im Jahr 2007 auf 1100 MW
2. Am 05.03.08 bezifferte Anne Kreutzmann (Chefredakteurin der Zeischrift Photon) auf dem PV-Symposium in Staffelstein vor den versammelten Branchenvertretern und Vertretern des Umweltministeriums den Zubau aufgrund der Rückmeldungen der Netzbetreiber auf etwa 1600 MW.
3. Am 20.03.08 veröffentlichte der Solarenergie-Förderverein Deutschland seine Auswertung der im Internet verfügbaren Angaben der Stromnetzbetreiber nach §§ 14a und 15 EEG unter Das Ende des PV-Booms in Deutschland. Siehe auch Solarbrief 1/08, Seite 6 und 7. Aus den Meldungen derjenigen Netzbetreiber, die bereits ihre Meldung für 2007 abgegeben hatten, ergab sich eine Tendenz zur Stagnation oder sogar zum leichten Rückgang gegenüber dem Zubau des Vorjahres. Der SFV erwartet deshalb für das Jahr 2007 einen Zubau von grob geschätzt 800 MW.
4. In der Juni-Ausgabe der Zeitschrift PHOTON unter dem Titel „Frühstart auf der Statistikrennbahn“ findet sich ein Balkendiagramm, in dem die Schätzung von PHOTON mit 1.350 MW angegeben ist und damit deutlich unter der früheren PHOTON-Schätzung liegt.
5. Im Juni 2008 veröffentlichte das Bundesumweltministerium in seiner Broschüre „Erneuerbare Energien in Zahlen“ den eingangs erwähnten geschätzten Wert von 1.100 MW.



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