Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 03.10.2016, aktualisiert am 23.10.2016, Wolf von Fabeck:

Mehr als 100 Prozent Erneuerbare Energien - Ausweg aus der Klimafalle

Ausbaukorridore und Deckelungen abschaffen

Die Einführung von Obergrenzen durch die Bundesregierung steht im offenen Gegensatz zum Beschluss der Pariser Klimakonferenz.

Wir brauchen nicht nur 100 Prozent Erneuerbare Energien in der laufenden Energieversorgung in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr. Wir müssen zusätzlich die Fehler der Vergangenheit wieder gut machen, indem wir CO2 aus der Atmosphäre zurückholen. Dazu benötigen wir zusätzliche Energie in bisher unvorstellbarer Menge. Diese Notwendigkeit wird bisher kaum öffentlich diskutiert. Doch durch Verschweigen werden Gefahren nicht gebannt.. Die Welt befindet sich in einer tödlichen Gefahr durch das beginnende "Kippen des Klimas". Im Titelbild dieses Solarbriefs mit dem Sensenmann und im Editorial, unter der Überschrift "Blut, Schweiß und Tränen" wurde das bereits angedeutet. Nachdem die Menschheit schon seit weit über 100 Jahren durch bedenkenlose Treibhausgasemissionen das Klimagleichgewicht untergraben hat, stellt sie jetzt erschreckt fest, dass die von Wissenschaftlern seit 1981 herausgegebenen Warnungen nur allzu berechtigt waren. Damals veröffentlichte James E. Hansen eine viel beachtete Studie, in der er die in den kommenden Jahrzehnten zu erwartenden Auswirkungen der vom Menschen verursachten Erhöhung der atmosphärischen Kohlendioxidkonzentration thematisierte.

Schon jetzt gibt es viele Orte auf der Erde, an denen aufgrund der zunehmenden Erderwärmung der CO2-Ausstoß aus "natürlichen Quellen" sogar dann noch zunimmt, wenn kein anthropogenes (menschengemachtes) Treibhausgas mehr dazu kommen würde. Den ersten Anstoß zu dem Desaster haben die Menschen durch die von ihnen verursachten Treibhausgasemissionen selbst gegeben. Inzwischen setzen sich die Vorgänge als Selbstläufer fort und verstärken sich gegenseitig (Keeling-Kurve). Siehe Erläuterung auf Seite 2. Mehr Erderwärmung verursacht zusätzliches Treibhausgas aus "natürlichen Quellen", zum Beispiel Methan aus den auftauenden Permafrostgebieten (tiefgefrorene Sumpfgebiete im hohen Norden). Oder die CO2-Mengen aus den an Zahl immer weiter zunehmenden Waldbränden infolge Trockenheit und ansteigenden Temperaturen.

Inzwischen genügt es nicht mehr, den anthropogenen Treibhausgasausstoß zu beenden. Es muss eine aktive Rückholung erfolgen. Zwei mögliche Varianten sollen hier erwähnt werden:
Produktion von Methan-Gas aus dem CO2 der Atmosphäre und seine Verpressung in leer gefördertete Erdgasfelder. Auch die Produktion von Methanol aus atmosphärischem CO2 und seine Verpressung in leer geförderte Erdölfelder.
Für die Produktion des Methans oder des Methanols aus atmosphärischem CO2 werden hohe Energiemengen benötigt. Deshalb brauchen wir mehr als 100 Prozent!

Auf solche verzweifelte Gedanken kommt man notgedrungen, wenn man die Klimaentwicklung mit schonungsloser Offenheit betrachtet. Wir dürfen die Augen nicht verschließen. Jede weitere Verzögerung würde die Situation noch verschlimmern.

Dazu ein Beitrag von Gerrit Hansen - Mitarbeiterin beim Potsdam Institut für Klimafolgenforschung: "Denn sie wissen nicht, was sie tun. Das 1.5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens fordert Politik und Umweltbewegung heraus, ihre bisherigen Ansätze radikal zu überdenken"



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