Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

[ Artikel diskutieren und weiterverbreiten? Infos zum Copyright ]
[ Druckversion dieses Artikels ]

vom 05.03.2014, aktualisiert am 07.03.2014, Gerhard Mester und Wolf von Fabeck:

Machtpoker mit Erdgas

Wer nicht vorsorgt macht sich erpressbar - Mester-Karikatur

Vor- und Nachteile von Erdgas

Erdgas als Stromlieferant hat einige Vorteile gegenüber der Kohle, insbesondere der Braunkohle: Der Kohlendioxidausstoß bei der Stromerzeugung ist geringer. Und mit Erdgas lassen sich schnell startende und gut regelbare Gasturbinenkraftwerke betreiben.

Nachteilig ist dagegen die Tatsache, dass entweichendes Erdgas eine etwa 25-fach höhere Klimawirkung gegenüber Kohlendioxid hat. Ein Ferntransport über schlecht gewartete Leitungen mit Leckagen ist deshalb zu vermeiden.

Gleichzeitig mit dem machtpolitischen Drama in der Ukraine kommt nun noch ein weiterer Nachteil des Erdgases ins Gespräch. Es stellt sich die Frage, wie erpressbar ganze Nationen durch ihre Abhängigkeit vom russischen Erdgas werden können.

Kohlelieferanten kann man wechseln, denn Kohlenfrachter lassen sich umdirigieren, aber eine Ostsee-Pipeline für das Erdgas lässt sich nicht verlegen, wohin auch?

Wer nicht vorsorgt, macht sich erpressbar

Solarenergie für die Ukraine zu spät

Zur Vergrößerung in das Bild klicken

Copyright: mester-kari@gmx.de

Solidarität mit der Ukraine?

Maßnahmen wie das Sperren von russischen Konten oder andere wirtschaftliche Sanktionen wegen des militärischen Eingreifens von Russland in der Ukraine kann Deutschland sich kaum leisten. Sie könnten von Putin leicht und für uns recht schmerzhaft durch eine Unterbrechung der Erdgaslieferungen beantwortet werden.

Rationierung von Erdgas in unserem vom Wohlstand verwöhnten Land? Darauf haben einige Energiepolitiker bei uns schon gewartet. Sehr schnell könnten Bild und SPIEGEL den Bau neuer Braunkohlkraftwerke, vielleicht sogar von Atomkraftwerken fordern. Und auf das Fracking warten einige Konzerne schon lange.

Dass Russland sich nicht scheut, auch sein Erdgas als wirtschaftspolitisches Druckmittel zu nutzen, zeigt die Aufforderung von Gazprom vom 28.02.14 nach Entmachtung von Janukowitsch an die Ukraine, ihre offenen Gasrechnungen in Höhe von 1,22 Mrd. Euro zu bezahlen. Mehr zu den Hintergründen http://www.tagesschau.de/wirtschaft/gazprom126.html

Klimaschädliche Braunkohle oder Abhängigkeit vom russischen Erdgas?

Den Umwelt- und Klimaschutzfreunden in Deutschland, die für eine Zukunft mit 100 Prozent erneuerbaren Energien planen, stellt sich damit die Frage, ob sie lieber die klimaschädliche Braunkohle oder das politisch gefährliche Erdgas wählen wollen, um zukünftig bei ungünstigem Wetter ohne Sonnen- und Windenergie die Stromversorgung in Gang zu halten.

Glücklicherweise gibt es eine dritte und sogar eine vierte Alternative, die beide erheblich besser sind als Kohle oder Putin-Gas.

  • Power to Gas - "Wir machen uns unser Erdgas selbst" oder
  • Power to Liquid - "Wir speichern Energieüberschüsse in Methanol aus Wasser und atmosphärischem CO2"

Voraussetzung für Beides sind Überschüsse an Sonnen- und Windenergie.

Über diese Alternativen hat sich der SFV bereits seit längerem Gedanken gemacht. Unsere Argumentation finden Sie in der Form
eines mehrfach aktualisierten PDF-Folienvortrags unter Notwendigkeit von Stromspeichern - Grundsatzfragen. Gerne können Sie sich damit für die kommenden Diskussionen wappnen.




zum Seitenanfang


Dieser Artikel wurde einsortiert unter ....