Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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01.08.2016, Hans-Jürgen Frey:

Nur EIN Auto - und das elektrisch?

Wie steht es mit der Langstreckentauglichkeit?

Von 2011 bis 2014 nutzten wir einen Mitsubishi iMieV als Zweitwagen. Wir wollten aber mit nur einem PKW auskommen und warteten auf ein für uns geeignetes Elektroauto (keinen Tesla). Das war 2014 der BMWi3 mit Range Extender (REX). Der REX wird nur in „Notfällen“ genutzt, wenn keine Lademöglichkeit besteht oder keine Zeit dazu ist. Das war etwa 2000 km der Fall, 30.000 km konnten wir rein elektrisch fahren. Die Option REX ermöglicht uns entspannte E-Mobilität ohne kostenintensiven Zweitwagen.

Für die Kurzstrecken können wir zu Hause in der Garage laden, aus einer normalen Schukosteckdose 230 Volt 16 Ampere für den Innenbereich mit ganz normalen Strom aus dem Hausnetz, zu dessen Verbesserung wir aktive Beiträge leisten, z.B. mit unserer PV-Anlage.

Nach einer erfolgreichen Reise mit dem E-Auto von Amberg nach Meran unternahmen meine Frau und ich eine Urlaubsfahrt von Amberg nach Sylt/Westerland (1950 km Gesamtstrecke). Streckenführung (nur Autobahn) und Ladestationen (nur 50 kW Combined Charging - Gleichstrom) wurden vorher geplant mit going electric. Geladen wurde teils kostenlos ohne Ladekarte, teils mit Ladekarte The New Motion. Die Ladezeit betrug meist etwa 30–40 Minuten auf circa 90/95% Akkukapazität. Das Laden in den Hotels war stets kostenlos über normale Steckdosen.

Den Hinweg (967 km) nutzten wir für einige Sehenswürdigkeiten entlang der Autobahnstrecke: 1. Tag Kassel (Wilhelmshöhe), 2. Tag Hildesheim (Dom) und Lüneburger Heide, 3. Tag Husum, 4. Tag Ankunft in Sylt, ebenso den Rückweg: 1. Tag Hamburg (Altes Land) und 2. Tag Merseburg (Schloss), 3. Tag Fahrt nach Amberg.
 

Fazit:

Die Bewältigung der Anfahrt bzw. Rückfahrt von je fast 1000 km Autobahn war ohne große Probleme möglich - bei entsprechender Zeitplanung wäre sie auch in zwei Tagen zu schaffen!

Gleichstrom-Ladesäulen entlang der Strecke sind ausreichend vorhanden. Nur zwischen Hamburg - Hannover - Braunschweig (210 km) war keine Ladesäule entlang der Autobahn zu finden. Ein Abstecher von der A7 nach Hannover Stadt zum Laden wäre möglich gewesen. Wir wollten uns aber den Umweg von 25 km ersparen und haben deshalb den REX für 100 km der Strecke eingeschaltet.

Die Ladesäulen waren immer frei. Aber oft war es v.a. bei den Autohöfen schwierig, die Ladesäule zu finden. Dauerte bis zu 15 Min nach teils umständlichem Nachfragen! Ladekarte funktionierte bis auf eine Ausnahme in Braunschweig, ebenfalls in Braunschweig war eine andere Ladesäule defekt.

Der Durchschnittsverbrauch betrug elektrisch 14,9 kWh/100km, der Benzinverbrauch beim REX 5,2 l Super / 100 km.
Bei Autobahnabschnitten von 100 km und mehr war stromsparendes Fahren mit etwa 110 km/h angesagt, damit die nächste Lademöglichkeit sicher rein elektrisch erreicht werden konnte, ansonsten 120 km/h Durchschnitt kein Problem.

Die Reise hat unsere Erfahrung bestätigt, dass ein E-Auto mit Range Extender einen Zweitwagen ersparen kann und die „Reichweitenangst“ sowie andere Vorbehalte hinsichtlich der E-Mobilität keine Rolle mehr spielen.
Eine Dokumentation der einzelnen Ladepunkte ist zu finden unter: http://www.solarverein-amberg.de/sfv/index.php
 

Zum Autor:
Hans-Jürgen Frey ist Studienseminarleiter Lehramt Grundschule a.D., hält Lehrerfortbildungen zur Solarenergie, veröffentlicht Unterrichtsprojekte wie „Strom von den Sonne“ und ist Mentor für Solarenergie im Bereich des Projekts Energieschulen im Landkreis Amberg-Sulzbach.
Er ist seit 1993 Mitglied im SFV und Ansprechpartner der SFV- Infostelle Amberg / Amberg-Sulzbach




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