Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 25.07.2015, aktualisiert am 27.07.2015, Wolf von Fabeck:

Kein Bedarf für neue Pumpspeicher

Gegendarstellung zu einer dena-Presseerklärung - und Folienvortrag

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Gliederung

Zusammenfassung

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) fordert mit höchster Dringlichkeit den Ausbau von Stromspeichern (Pufferspeicher und Langzeitspeicher) aber keineswegs den Neubau von Pumpspeichern.

Im Gegensatz zum SFV fordert die Deutsche Energie Agentur (dena) in einer Pressemitteilung vom 16.07.2015 Vergünstigungen für Pumpspeicherkraftwerke mit der Begründung, Pumpspeicher könnten Schwankungen erneuerbarer Energien ausgleichen. Zitat:
Im Vergleich zu anderen Kraftwerken können Pumpspeicher im laufenden Betrieb und auch aus dem Stillstand heraus sehr schnell mehrere hundert Megawatt Strom aufnehmen oder abgeben – und damit Schwankungen in der Wind- und Solarstromproduktion ausgleichen.

Der folgende Beitrag erläutert nun, warum neue Pumpspeicher - anders als von der Deutschen Energie Agentur vermutet - für den Umstieg auf 100 % Erneuerbare Energien nicht benötigt werden.:

Pumpspeicher waren im Zusammenwirken mit langsam regelbaren Fossil- und Atomkraftwerken sinnvoll, weil sie auf kurzfristige Änderungen der Stromnachfrage schneller reagieren konnten und damit den schwer regelbaren Kraftwerken einen zeitlichen Spielraum verschafften, in dem die ihre Leistung dem sich ändernden Bedarf anpassen konnten. Für diese direkte Hilfeleistung und wegen der hohen zu transportierenden Leistungen sind Pumpspeicher im Hochspannungsnetz angebunden. Soweit ein Rückblick.

Der folgende Beitrag kommt zu einem anderen Ergebnis als die Deutsche Energieagentur DENA in ihrem Beitrag mit dem Titel: Netzstabilität und Versorgungssicherheit durch Pumpspeicherwerke / DENA-Plattform zeigt den Nutzen von Pumpspeichern für die Energiewende.

Nun also der Blick in die Zukunft: Bei weiterem Ausbau der dezentralen Solarenergie würden die vielen Solaranlagen mit ihren mitttäglichen Leistungsspitzen das Nieder- und Mittelspannungsnetz überlasten. Die Sicherheitseinrichtung würden ansprechen. Die solaren Leistungsspitzen können deshalb die Hochspannungsleitungen nicht erreichen und können folglich auch nicht vom Pumpspeicher aufgenommen werden.

Dann gibt es noch einen weiteren Hinderungsgrund, der auch die Erneuerbaren Energien betrifft, die direkt ins Hochspannungsnetz einspeisen können, wie große Windparks und riesige Freiflächenanlagen: Die Leistungsspitzen dieser Großprojekte plus der Millionen kleiner Solaranlagen und Hunderttausender von Windanlagen übersteigen vielfach die Speicherkapazität aller existierenden Pumpspeicher.

Dazu eine Überschlagsrechnung:

20 Stunden Sturmtief über Norddeutschland (das kommt ein paarmal im Jahr vor) bedeutet in der Summe

20 GW Windenergie (soviel sind inzwischen In Norddeutschland und Offshore installiert) mal 20 Stunden = 400 GWh

Dazu kommt noch die Sonnenenergie, die schon jetzt an sonnigen Tagen in den drei Mittagsstunden 90 GWh erreicht.

Alle deutschen PumpSpeicher können insgesamt aber nur etwa 50 GWh aufnehmen.

Es besteht aus geomorphologischen Gründen nur noch ein geringes Ausbaupotenzial für Pumpspeicher. Dagegen können und werden Wind- und Solarenergie erheblich weiter ausgebaut werden.

Vortragsangebot vom 26.07.2015

Die hier vorgenommenen Überlegungen werden in einem foliengestützten Vortrag mit dem Titel "Pumpspeicher - Notwendigkeit oder Fehlinvestition" ausführlicher erläutert.

pdf-Datei Pumpspeicher Notwendigkeit oder Fehlinvestition 2015-07-24

Fordern Sie einen Referenten bei zentrale@sfv.de an.



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