Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 24.12.2019, aktualisiert am 25.01.2020, Wolf von Fabeck:

Das gemeinsame Ziel - ein grundlegendes Ende der Klimakrise

Wissenschaft und Technik, Medien, Politik und Wirtschaft müssen dafür an einem Strang ziehen! Der Welt-Klimarat IPCC fordert jedoch nicht nachdrücklich genug die dafür notwendigen Maßnahmen

Anmerkung des Verfassers
Dieser Beitrag wird weiterhin aktualisiert, Verfasser bittet um kurze Zustimmung, Verbesserungsvorschläge oder begründete Kritik
an sfv-fabeck(at)gmx.de

 

Inhalt

 

Der Sündenfall - Wer ist verantwortlich für die Klimakrise?

Die Klimakrise trägt das Potential zu einer Katastrophe biblischen Ausmaßes in sich. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach dem Verschulden, nach der ursprünglichen Sünde der vergangenen Generationen. Wussten unsere Vorfahren eigentlich, was die Folge ihres Tuns sein würde und welche tickende Zeitbombe sie uns überlassen haben?

Der Sündenfall, nach dem wir suchen, begann nicht mit den ersten erfolgreichen Ölbohrungen 1859 in Pennsylvania oder den ersten Steinkohleförderungen 1551 in England, oder den ersten Steinkohlenförderungen Anfang des 12. Jahrhunderts nördlich von Aachen. Es gibt eine Unzahl weiterer ähnlicher Ereignisse. Und bereits die alten Römer sollen schon im heutigen Deutschland erfolgreich Steinkohle gefördert haben.

Entscheidend ist im Zusammenhang mit der Schuldfrage die Frage, ob es ökologisch begründete Einwände gegen die fossile Energiegewinnung gegeben hat. Anders gefragt, war die damalige Wissenschaft überhaupt in der Lage, die Frage nach der klimatischen Auswirkung zu stellen, geschweige denn, sie zu beantworten?

Damals war sie es offensichtlich noch nicht. Josef Fourier hatte 1824 gerade erst die Infrarot-Strahlung entdeckt. 1869 hatte John Tyndall im Labor den Treibhauseffekt des CO2 nachgewiesen. Im April 1896 berechnete Svante Arrhenius den Anstieg der Globaltemperatur durch den sich erhöhenden CO2-Gehalt der Atmosphäre, doch sah er darin keine Gefahr. Als Bewohner des eher kühlen Schwedens freute er sich auf ein wärmeres Klima.

Damals erkannten weder die Wissenschaft noch die Technik, noch Wirtschaft, Politik und Medien die Gefahr für das Weltklima. Die Selbstverstärkungen, die das Klima zum endgültigen Kippen bringen können, waren damals noch nicht bekannt.
Eine Schuld in moralischer Hinsicht kann man den Vorfahren also nicht zurechnen, denn (im biblischen Sinne): "sie wussten nicht, was sie tun."

Die eigentliche Schuld im moralischen Sinne trifft allerdings in den folgenden Jahren nun diejenigen, die erkannt hatten, was die Folgen ihres Tuns bzw. ihres Unterlassens sein würden, und die dennoch untätig blieben. Schuld trifft insbesondere, und in ganz erheblichem Maße, diejenigen, die versucht haben und immer noch versuchen, die Folgen der Fossilnutzung zu verschleiern. Im deutschsprachigen Raum sind hier EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie) zu nennen, und die Mineralöl- und Energiekonzerne.
 

Positive Rückkopplungen, Kippelemente, Mitkopplung, Kippen und Rückholen

Der Begriff "Positive Rückkopplung" bedeutet nicht etwa "erfreuliche Rückkopplung", sondern bedeutet, dass ein Effekt (z.B. Auftauen der Permafrostgebiete) seine eigene Ursachen noch weiter verstärkt.
Bisweilen spricht man auch von „Kippelementen“.

Bei den Permafrostgebieten in Nordkanada, Alaska, Grönland und Ostsibirien handelt es sich um gefrorene Sümpfe. Beim Auftauen der Permafrostgebiete entweicht hauptsächlich das Sumpfgas Methan, welches seinerseits die Globaltemperaturen deutlich erhöht und damit zu noch schnelleren Auftauen führt.

Bild 1
Permafrost

ppm bedeutet parts per million - Zur Vergrößerung in die Grafik klicken

 
Die tatsächlichen Verhältnisse sind allerdings erheblich komplizierter. Die einzelnen Rückkopplungen wirken nicht nur auf ihren eigenen Effekt zurück, sondern auch auf andere Effekte, die möglicherweise geografisch weit entfernt auftreten. Ein einfaches Beispiel: Das Abschmelzen des Grönlandeises verändert die Meeresströmungen weltweit.

Aber auch völlig unerwartete Effekte treten auf: So hat die Abnahme der Grönland-Eismasse einen absenkenden Effekt auf den benachbarten Meeresspiegel, weil die Massenanziehung zwischen Eispanzer und Meereswasser zurückgeht. Andererseits ist das Süßwasser, das ins Meer strömt, leichter als Salzwasser. Diese beiden Effekte gegeneinander abzuwägen, ist schon kompliziert genug.

Doch es wird noch erheblich komplizierter. Es sind mehr als ein Dutzend Rückkopplungseffekte bekannt. Jeder beeinflusst auch die anderen Rückkopplungen. Dieses Gewirr von gegenseitigen Abhängigkeiten ist mathematisch nicht einmal mehr mit den größten Computern exakt zu lösen, zumal die beteiligten Medien, insbesondere das Wasser, seine Materialeigenschaften wie Dichte, Aggregatszustand und Albedo (Rückstrahlfähigkeit) sprunghaft ändert. .

Unangenehmer Weise geht die Richtung der gegenseitigen Interaktionen im Regelfall in Richtung zunehmender Entropie, letztlich also in Richtung einer Zunahme der Globaltemperaturen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, den anschaulicheren Begriff der "Mitkopplung" zu verwenden.

Mit dem Begriff „Kippen“ wird schließlich eine nicht mehr zu stoppende schnelle Entwicklung bezeichnet, die weltweit zu lebensfeindlichen Temperaturen führt, wenn es nicht gelingt, die Klimagase schnell und wirksam aus der Atmosphäre und auch aus den Ozeanen zurück zu holen - erheblich mehr und erheblich schneller als dies die Fotosynthese aller Wälder der Welt könnte!. Immerhin müssen die Klimasünden von ein oder zwei Jahrhunderten wieder gut gemacht werden.

"Rückholen von Klimagasen" aus der Atmosphäre muss in drei Schritten erfolgen

  • erstens die Klimagase aus der Atmosphäre zurück holen,
  • zweitens sie chemisch in klimaunschädliche Kohlenstoffverbindungen mit hoher Dichte umformen (damit sie nicht zu viel Platz beanspruchen und bei unbeabsichtigter Freisetzung das Klima nicht beschädigen). Zum Beispiel Methanol (nicht Methan!), oder Pflanzenkohle aus Vegetationsabfällen,
  • drittens die unschädlich gemachten ehemaligen Klimagase nutzbringend zu verwenden oder sie sicher unterzubringen. Methanol könnte man möglicherweise in leergeförderten Erdölfeldern unterbringen oder in der Chemie verwenden, Pflanzenkohle könnte man zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit unterpflügen.

1981 veröffentlichte der US-Amerikanische Klimaforscher James E. Hansen, Direktor des Goddard Institute for Space Studies der NASA und Professor für Erd- und Umweltwissenschaften an der Columbia University, eine Studie, in der er die in den kommenden Jahrzehnten zu erwartenden Auswirkungen der vom Menschen verursachten Erhöhung der atmosphärischen Kohlendioxidkonzentration darstellte.

Die Erkenntnis, dass hier mehrere gefährliche Mitkopplungen in Gang gesetzt worden waren, wurde von Seiten der Ölindustrie, insbesondere von Exxon-Mobil mit allen Mitteln unterdrückt. James E. Hansen wurde sogar mehrfach verhaftet, als er seine Erkenntnisse öffentlichkeitswirksam vortragen wollte und seine schriftlichen Berichte wurden teilweise nachträglich verfälscht.

Anstieg der Klimagas-Konzentration in der Atmosphäre z.B. der CO2-Messwerte (Keeling-Kurve) ist gegenüber dem globalen Temperaturanstieg das deutlichere Warnsignal

Die Vorhersagen von Hansen und anderen Wissenschaftlern haben sich allerdings recht genau bewahrheitet. Zunehmende Nutzung der Fossilenergie hat seit Beginn der Industrialisierung die CO2-Konzentration der Atmosphäre von damals etwa 278 ppm bis auf über 400 ppm ansteigen lassen und der Anstieg setzt sich sogar noch beschleunigt fort. Dies zeigt sich an den Messergebnissen von Charles-David Keeling in den von ihm errichteten Messstationen auf dem Mouna-Loa (Hawaii) und in der Antarktis.

 
Bild 2: Keeling-Kurve (Mouna-Loa)

Keeling-Kurve

Zum Vergrößern in die Grafik klicken

 
Ähnlich beunruhigende Messreihen gibt es inzwischen auch für den Anstieg der Methan-Konzentration in der Atmosphäre.

Wie kommen die Sachstandsberichte des Weltklimarats IPCC zu Stande?

Auszug aus der Internetseite des IPCC:
https://www.de-ipcc.de/119.php abgerufen am 06.01.2020

(...) Der IPCC forscht nicht selbst, sondern trägt die Ergebnisse tausender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen und bewertet diese aus wissenschaftlicher Sicht. Dazu veröffentlicht er seit 1990 alle sechs bis sieben Jahre Sachstandsberichte, die IPCC Assessment Reports.

Detaillierte Verfahrensregeln sollen sicherstellen, dass die Informationen des IPCC verlässlich, ausgewogen und umfassend sind. Alle Mitgliedsländer des IPCC müssen der entsprechenden Fassung des Berichts zustimmen, bevor dieser veröffentlicht wird. (...)

Anmerkung des Verfassers zu den IPCC-Veröffentlichungsregeln

Die Verfahrensregeln des IPCC -ein Kompromiss? NEIN! Ein Skandal!
Die hier zitierten Verfahrensregeln sehen nicht etwa eine Mehrheitsentscheidung vor, sondern gewähren den fossilen Energien das Vetorecht. Was hilft uns ein „Kompromiss“ zwischen Feuerwehr und Brandstiftern, bei dem die Brandstifter das letzte Wort haben?

Den Tausenden von Klima-Wissenschaftlern im IPCC, deren Bemühen darauf gerichtet ist, die Welt vor der finalen Klimakatastrophe zu bewahren, den Hansens, den Schellnhubers, Rahmstorfs und vielen mehr gilt meine größte Hochachtung. Gleichzeitig sehe ich die menschliche Tragik, in der sie leben. Sie erinnert mich an das Schicksal der trojanischen Prinzessin Kassandra, die sich einem der damaligen Götter verweigert hatte und von diesem zur Strafe mit der Gabe versehen wurde, dass sie die Zukunft vorhersehen konnte, aber mit dem Fluch, dass niemand ihr glauben würde. Eine lehrreiche antike Tragödie, in der auch das trojanische Pferd vorkommt.

Doch zurück zur eigentlichen Frage: Den offiziellen Hinweisen des IPCC traue ich nicht. Schon lange habe ich mich gewundert, wie ernst zu nehmende Wissenschaftler angesichts der offensichtlichen Klimaentgleisungen, angesichts des beharrlichen Anstiegs der Keeling-Kurve (Bild 2), angesichts der zunehmenden Globaltemperaturen, der zunehmenden Hurricans, der zunehmenden unstillbaren Brände zur Aussage kommen können, wir dürften noch eine Temperaturerhöhung von maximal 2 Grad oder 1,5 Grad zulassen.
Die oben im schwarzen Rahmen abgedruckten skandalösen Veröffentlichungsregeln erklären den scheinbaren Widerspruch.

Tatsächlich dürfen wir überhaupt keine Temperaturerhöhung mehr zulassen, überhaupt keine fossilen Brennstoffe mehr nutzen und wir müssen schleunigst in höchstmöglichem Tempo CO2 und Methan aus der Atmosphäre zurückholen und dann müssen wir noch beten, dass es nicht so schlimm kommt, wie die Großrechner der Klimaforscher es für am wahrscheinlichsten halten.

Wie wir als Menschheit das alles geregelt bekommen, weiß ich nicht. Auf jeden Fall brauchen wir dafür dezentrale erneuerbare Energien in ungeheurem schnell wachsenden Maße. Aber zu behaupten, das brauchten wir alles nicht zu tun, das halte ich für ein strafbares Verbrechen. Denn wer noch nicht einmal die Aufgaben sieht, die vor ihm liegen, wird sie niemals lösen und das bedeutet das Ende für uns alle. Ein grauenvolles Ende!

Wolf von Fabeck

Warnungen des IPCC deuten die Gefahren für das Klima nur vorsichtig an, obwohl das Klima möglicherweise bereits kippt.

Der IPCC versucht unter dem massiven Druck der Energiewirtschaft und ihrer Lobby unter allen Umständen den Eindruck zu vermeiden, dass die Klimawissenschaft in irgend einer Weise übertreiben könnte. Dabei verfällt der IPCC in das gegenteilige Extrem, er verharmlost.

Während beim TÜV ein Omnibus sofort aus dem Verkehr gezogen wird, wenn die Profiltiefe an einem Reifen nicht mehr ausreicht, oder wenn größere Rostnarben am Fahrgestell auftreten, oder wenn die Bremsbeläge abgenutzt sind, würde der IPCC (wenn er darüber entscheiden müsste) beteuern, dass man sogar dann noch, wenn alle Reifen geplatzt sind und keine Bremse mehr funktioniert, 'mit sehr geringem Vertrauen' weiter fahren könne.

So kommt es zu der verwirrenden IPCC-Aussage, dass die gefährlichen Kipp-Vorgänge im Klimageschehen angeblich erst dann auftreten werden, wenn die Globaltemperatur um mehr als 1,5° C angestiegen sein wird, und bis dahin könne man sogar noch ein CO2-Budget nutzen. Dies ist ein Irrtum!

Mester-Weltklimarat

Zur Vergrößerung in das Bild klicken

Drei Beispiele dafür, dass die Mitkopplungen nicht erst zukünftig, sondern bereits schon seit langem auftreten:

  • Seit Jahrzehnten wird - oft sogar triumphierend - über den Eisverlust im arktischen Ozean berichtet. Die Ost-Westpassage durch den arktischen Ozean wird immer öfter durch normale Fracht und Passagierschiffe befahren.
  • Seit Jahrzehnten wird das Auftauen der Permafrostböden beklagt. Spektakuläre Fotos von Gebäuden, die im auftauenden Sumpf versinken, lassen keinen Zweifel an diesem Drama.
  • Die Zunahme der Vegetationsbrände ist ein besonders beunruhigendes Indiz. Erinnert sei an die riesigen Tundra-Brände östlich von Moskau oder die totale Vernichtung des Ortes Paradise in Kalifornien. Eine besondere Überraschung stellten 2018 die unerwartet aufgetretenen über dreißig Waldbrände in Schweden dar. Das waldreiche Schweden hatte kein einziges Löschflugzeug, weil man bisher davon ausging, dass die borealen Wälder wegen ihrer hohen Feuchtigkeit vor Waldbränden sicher seien.Muss noch einmal an die verheerenden Brände in Australien erinnert werden?

Außerdem kann sich jeder davon überzeugen, dass die CO2-Messwerte der Keeling-Kurve ständig weiter ansteigen, ja dass das Tempo ihres Anstieges sogar noch zunimmt. Und entsprechend dem Gehalt der Atmosphäre an Klimagasen nimmt die Wärmezufuhr zur Erdatmosphäre weiter zu.

Trotzdem warnt der IPCC lediglich, man dürfe einen Anstieg der Global-Temperatur über 1,5° C nicht zulassen, weil dann möglicherweise das Klima ins Kippen geraten könnte. Der IPCC beteuert geradezu, dass unterhalb einer solchen globalen Temperaturerhöhung die gefürchteten positiven Rückkopplungen, bzw. das Kippen des Klimas, nicht auftreten würden.
Diese Beteuerungen bestimmten weitgehend die Verhandlungen bei der Pariser Klimakonferenz im Dezember 2015 und werden auch heutzutage noch wiederholt.

Am 8. Oktober 2018 veröffentlichte der IPCC einen neuen Sonderbericht zur 1,5-Grad Grenze:
"IPCC 2018: GLOBAL WARMING OF 1.5 °C: An IPCC special report on the impacts of global warming of 1.5. °C above pre-industrial levels and related global greenhouse gas emission pathways, in the context of strengthening the global response to the threat of climate change, sustainable development, and efforts to eradierte poverty"

[Drafting authors: Myles Allen, Mustafa Babiker, Yang Chen, Heleen de Coninck u.a.], Genf, Schweiz

Diesmal wird noch stärker als in den früheren Berichten betont, dass es zur Vermeidung größerer Schäden dringend angezeigt sei, sich an einer Temperaturgrenze von 1,5 Grad und in Verbindung damit am Ziel globaler (und alle Sektoren erfassender) Nullemissionen bis 2050, also in rund drei Dekaden, zu orientieren.

Diese Warnung ist in grotesker Weise realitätsfremd, weil sie, wie bereits gesagt, viele Jahrzehnte zu spät kommt. Das Klima ist bereits längst voll im Kippmodus, wie man am beschleunigten Anstieg der Klimagas-Konzentrationen in der Atmosphäre erkennen kann. Nullemissionen genügen schon lange nicht mehr.

Nicht-Berücksichtigung der ansteigenden Klimagas-Messwerte führt zu unbegründeter Entwarnung

Die Mehrheit der Bevölkerung orientiert sich bedauerlicherweise nicht an den dokumentierten beschleunigend ansteigenden Messwerten der Keeling-Kurve, sondern an dem individuell fühlbaren Anstieg der Temperaturen. Sie geht offenbar davon aus, dass der weitere Temperaturanstieg nach einer gewissen Zeit irgendwie "von alleine" aufhören wird, wenn die Nutzung der fossilen Energien und die industrialisierte Landwirtschaft und der Raubbau an den Wäldern dieser Erde gemäß den Kohleausstiegs- und Klimaschutzversprechungen der Regierungen erst einmal beendet sein wird.

Doch weit gefehlt! Die Mitkopplungen haben längst das Kommando übernommen. Sie brauchen keine "Unterstützung" durch menschliches Fehlverhalten mehr, um die endgültige Klimakatastrophe zu vollenden. Ein Gedankenexperiment: Würde die Menschheit plötzlich verschwinden, so würden die von ihr angestoßenen Kippvorgänge bereits ausreichen, um alles temperaturabhängige pflanzliche und tierische Leben zu vernichten.

100 Prozent Erneuerbare Energien zur Deckung des menschlichen Energiebedarfs genügen nicht mehr!

Würde die Menschheit dagegen rasch und entschlossen ihr naturwissenschaftliches Wissen und ihre wirtschaftliche Potenz zusammenfassen, um dem Kippen des Klimas entgegen zu wirken, so könnten wir eine Chance haben.

Zielvorgabe: Verminderung der Klimagas-Konzentrationen in der Atmosphäre bis auf vorindustrielle Werte

Man könnte auch von einer "Rückabwicklung der Keeling-Kurve" sprechen.

Es mag anmaßend klingen, den IPCC, den Weltklimarat, zu einer Kurskorrektur aufzufordern. Doch die Lage der Dinge verlangt dringend eine solche Kurskorrektur: Der IPCC muss allgemein verständlich und ohne jede Beschönigung aufzeigen, wie dramatisch die derzeitige Situation ist. Und er muss deutlich verständliche Ziele nennen. Erst dann können die Medien diese Feststellungen und diese Ziele öffentlich verbreiten.
Der Einwand, man wisse noch nicht, mit welchen dezentralen Maßnahmen man die hier genannten Forderungen erfüllen könne, gilt nicht - im Gegenteil! Wenn der IPCC den Umfang und die Dringlichkeit dieser Maßnahmen nicht nennt, wird die Politik keine Anreize für die Entwicklung, Erprobung und Optimierung solcher Maßnahmen bereit stellen. Und bald wird es zu spät sein.

In der folgenden Überlegungs-Skizze wird am Beispiel der Keeling-Kurve angedeutet, wie sich die CO2-Messwerte ändern müssten, damit Entwarnung gegeben werden kann.

Rückabwicklung der Keeling-Kurve
Rückabwicklung

Auch die Konzentration der anderen Klimagase müsste auf das vorindustrielle Niveau zurückgeführt werden.

Überwindung der Egoismen - Aufgabe der Gesellschaftswissenschaften und der Glaubensgemeinschaften

Fraglich ist derzeit noch, wie es gelingen soll, die vielfältigen Egoismen der Individuen und der gesellschaftlichen Gruppierungen im Rahmen des Kapitalismus (des Kapitalozäns) zu überwinden, ohne dazu einen totalen Überwachungsstaat, eine Ökodiktatur, einzuführen.
Hier warten überlebenswichtige Aufgaben auf die Gesellschaftswissenschaften und die Glaubensgemeinschaften.

Schonungslose Darstellung kontraproduktiv oder unverzichtbar?

Bis heute ist die Gefahr dieser Entwicklung nur einem kleinen Kreis von Eingeweihten in ihrem vollen Umfang bewusst. Und viele von ihnen verharmlosen und verschweigen sie. Sie "stecken den Kopf in den Sand". In unserer Gesellschaft gilt es immer noch als Tabu-Bruch, über die grauenhaften näheren Umstände eines möglichen Endes der Menschheit öffentlich nachzudenken. Viele Stimmen befürchten, dass die schonungslose Darstellung der Situation zur Entmutigung und zur Lähmung jeder Aktivität führt.
Greta Thunberg hat hier eine beispielgebende Antwort gegeben: "Our house is on fire. I want you to panic" Die Erfolge ihres Protestes und die schiere Logik geben ihr Recht. Es ist zwar nicht beweisbar, dass die Menschheit mit aller äußerster Anstrengung die Klimakrise noch meistern wird. Aber es ist sicher, dass ohne die aller äußerste Anstrengung die Klimakrise nicht zu meistern ist.
Vielleicht hilft es auch, wenn die Menschen begreifen, dass nicht erst im Jahr 2050 irgend welche Entscheidungen getroffen werden müssen, sondern dass uns, auch uns gesättigte Erwachsenen, vielleicht schon in drei, vier Jahren der Teufel in die Klimahölle holt, weil das Kippen des Klimas mit der Geschwindigkeit einer Exponentialfunktion [1] erfolgt. Doch das muss der Öffentlichkeit jetzt gleich vom IPCC in unmissverständlicher Sprache gesagt werden.

[1] Genauer: Exponentialfunktion der Zeit mit positivem Exponenten > 1


In diesem Zusammenhang müsste auch die Frage beantwortet werden, wie die Gesellschaft mit absichtlich verbreiteten Fehlinformationen zu den naturwissenschaftlichen Vorgängen bei der Entstehung bzw. der Vermeidung der Klimaänderungen umgeht.
Beispiele: Die Fehlinformationen von Exxon-Mobil oder die Fehlinformationen von EIKE (Europäischen Institut für Klima und Energie)

Jahrhundert-Aufgabe für die Menschheit duldet keinen Aufschub mehr

Tempo

Warming Stripes for GLOBE from 1850-2018
Auszug aus dieser Studie
Temperatur-Streifen



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Der Artikel gibt nicht zwangsläufig die Auffassung des SFV-Vorstandes wieder.


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