Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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07.05.2010, Susanne Jung:

Missbilligung für die Bundesregierung

Bundesregierung missachtet Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU)

Der Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen (SRU) hat am 05.05.2010 das Gutachten "100% erneuerbare Stromversorgung bis 2050: klimaverträglich, sicher, bezahlbar“ vorgelegt.

Wesentliches Ergebnis dieses Gutachtens ist nicht nur, dass Deutschland bis zum Jahr 2050 zu hundert Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden kann. Ebenso wird klar dargestellt, dass weder die von der Bundesregierung diskutierten Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke noch neue Braunkohlekraftwerke notwendig sind, um als "Brücke" den Weg in das solare Zeitalter zu ebnen.

Die vorläufige Fassung des SRU-Gutachtens vom 05.05.2010 finden Sie unter
http://www.umweltrat.de/cae/servlet/contentblob/1001596/publicationFile/63817/2010_05_Stellung_15_erneuerbareStromversorgung.pdf

http://www.umweltrat.de/cln_095/SharedDocs/Downloads/DE/04_Stellungnahmen/2010_05_Stellung_15_erneuerbareStromversorgung.html

Dass der Sachverständigenrat für Umweltfragen sich entschied, der Bundesregierung eine vorläufige Fassung seines Gutachtens vorzulegen, zeigt die Dringlichkeit seines Anliegens.
 

Markante Auszüge aus dem SRU-Gutachten

(Seite 83: "Die Ergebnisse der Szenarien für 2050 im Überblick")

(...)

Das Potenzial an regenerativen Energiequellen reicht aus, um den Strombedarf in Deutschland und Europa vollständig zu decken.

Dabei kann Versorgungssicherheit gewährleistet werden: Zu jeder Stunde des Jahres wird die
Nachfrage gedeckt. Voraussetzung ist der Aufbau der entsprechenden Erzeugungskapazitäten und die
Schaffung von Möglichkeiten für den Ausgleich zeitlich schwankender Einspeisung von Strom durch
entsprechende Speicherkapazitäten.

(...)

Der derzeitige Bestand an konventionellen Kraftwerken ist als „Brücke“ hin zu einer regenerativen
Stromversorgung ausreichend. Bei einer durchschnittlichen betrieblichen Laufzeit von 35 Jahren kann der Übergang schrittweise gestaltet werden. Hierfür muss der jährliche Zubau an regenerativen Erzeugungskapazitäten bis etwa 2020 in moderatem Umfang weiter gesteigert werden.

(...)

(Seite 77)

(...)

Aufgrund des Systemgegensatzes zwischen Kraftwerken, die technisch-ökonomisch auf Grundlast ausgelegt sind, und stark fluktuierenden regenerativen Energiequellen sind nach Einschätzung des SRU sowohl die diskutierte Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken als auch der geplante Neubau von erheblichen Kapazitäten von Kohlekraftwerken mit einer Übergangsstrategie auf eine vollständig regenerative Energieversorgung unvereinbar.

(...)



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