Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 16.06.2010, aktualisiert am 09.07.2010, Wolf von Fabeck:

Solarstromvergütung - das Gaspedal der Energiewende

Einspeisung von Solarstrom senkt den Strompreis und verdirbt die Gewinne der Großkraftwerksbetreiber

Die Einspeisung von Strom aus Wind- und Solarenergie senkt den Strom-Börsenpreis und vermindert die Gewinne von Kohle- und Atomkraftwerken. Dieses Gundprinzip des Merit-Order-Effekts ist inzwischen bekannt, jedoch ist seine quantitative Berechnung recht aufwendig. Bisher war uns nur eine quantitative Berechnung für das Jahr 2006 bekannt. Inzwischen liegen nun aber auch schon Berechnungen für die Jahre 2007 und 2008 vor. Ihr Ergebnis: Die Tendenz setzt sich fort. Dies ergibt sich unter anderem aus einer weiteren Studie im Auftrag des BMU.

 

Hintergründe für Vernichtungsfeldzug gegen die Solarenergie

Geradezu sensationell sind aber nun die Ergebnisse einer anderen Studie 2) , die sich speziell mit den Auswirkungen nur der Solarstromeinspeisung befasst. Diese Studie stammt nicht etwa von den Freunden der Solarenergie, sondern von dem der Energiewirtschaft nahestehenden „arrhenius Institut für Energie- und Klimapolitik“. Sie ist insofern noch überzeugender.

Diese Studie bestätigt in vollem Umfang die theo-retischen Überlegungen des SFV, wie sie z.B. im Solarbrief 1/10 in dem Beitrag Strompreissenkung durch Einspeisung von Solarstrom erläutert wurden. Das Ergebnis der Studie: Insbesondere Photovoltaik senkt die Strompreise am Strommarkt.

Im Ergebnis stimmt die arrhenius-Studie mit unserem Ergebnis überein. In den Schlussfolgerungen unterscheidet sie sich allerdings diametral. Während der Solarenergie-Förderverein Deutschland die Folgerung zieht, die Einspeisung von Solarstrom müsse verstärkt werden, wenden sich die Gegner der Solarenergie an die Bundesregierung mit der dringenden Empfehlung, die Einspeisevergütung für Solarstrom noch weiter zu vermindern als geplant oder sogar die Menge der zulässigen Solaranlagen zu deckeln.

Dass durch PV-Einspeisung die Stromkunden entlastet werden, interessiert das arrhenius-Institut weniger. Wichtig ist ihm aber: Konventionelle Kraftwerke werden unwirtschaftlich. Die Pressemitteilung vom 20.04.10, mit der diese Studie der Öffentlichkeit empfohlen wird, trägt ganz unverblümt die Überschrift: „Auswirkung eines ungebremsten Ausbaus der Photovoltaik in Deutschland auf den Strommarkt bisher nicht berücksichtigt: Deutliche Mindereinnahmen für Betreiber konventioneller Anlagen“

Hier noch ein Auszug aus der Pressemitteilung des arrhenius-Instituts:
„Während die preissenkende Wirkung des Ausbaus der erneuerbaren Energien an der Strombörse seit längerem bekannt ist, wurden die Effekte einzelner Technologien bisher nicht systematisch untersucht. Vor dem Hintergrund der unerwarteten Dynamik beim Ausbau der PV in Deutschland in jüngster Zeit ist eine solche technologiespezifische Betrachtung angebracht. Eine Besonderheit der PV liegt darin, dass sie ausschließlich tagsüber mit einer Spitze zur Mittagszeit Strom erzeugt. Zu dieser Zeit sind in Deutschland die Nachfrage nach Strom und damit der Strompreis an der Börse eher hoch.

In genau dieser Zeit erwirtschaften die konventionellen Kraftwerke die Deckungsbeiträge, die sie zur Finanzierung ihrer Investitionskosten benötigen (Anmerkung des SFV - zu dieser Zeit machen sie die großen Gewinne). Bricht nun die hohe Nachfrage zur Mittagszeit, die bisher durch konventionelle Kraftwerke befriedigt werden muss, durch den dynamischen Ausbau der PV ein, so kommt es zu zwei Effekten: ein Teil der Kraftwerke kommt nicht mehr zum Einsatz und für den verbleibenden Teil sinken mit den Strompreisen die Erlöse. Dadurch wird gerade die Wirtschaftlichkeit neuer, moderner Anlagen bedroht. Auch für Investitionen in neue Kraftwerke ändern sich abhängig vom PV Ausbau die Anreize massiv. Bei einem im Gesetzesentwurf angedachten Zubau um 33 Gigawatt (33.000 MW) in den nächsten 10 Jahren sinken die Deckungsbeiträge für ein heute gebautes hocheffizientes Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD) im Jahr 2020 gegenüber einem Stop des PV-Zubaus um ca. 23 Prozent, bei einem Ausbau um 50 GW, wie er unter dem geplanten Gesetz ebenfalls möglich wäre, um mehr als 30 Prozent. Für bestehende Kohlekraftwerke liegen die Zahlen nur wenig niedriger.“

In dieser Pressemitteilung wird dann auch noch der Mitautor Sven Bode mit folgender Aussage zitiert: "Die Förderung von PV-Anlagen kann daher auch als Gaspedal der Energiewende interpretiert werden". Bode ergänzt dann noch: „Ob der derzeitig eingeschlagene Weg und die Geschwindigkeit die richtige sind, mag man bestreiten.“

Ist das möglicherweise der eigentliche Grund, warum die Bundesregierung die Photovoltaik stoppen will?
Es wird umgekehrt aber auch klar, dass jeder, der an die Zukunft denkt, eine Revision der Vergütungsabsenkung verlangen muss. Wir dürfen uns nicht damit trösten, dass einige PV-Firmen und einige Solarinstallateure auch diesen Anschlag überleben werden und auch nach der Senkung der Vergütung noch einige PV-Anlagen gebaut werden. Kohle und Atom werden wir nur los, wenn die Photovoltaik rascher weiterwächst!



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