Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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21.03.2007, Wolf von Fabeck:

Starres Organisationsschema der Stromwirtschaft überwinden

Die Klassifizierung als "Grundlast, Mittellast oder Spitzenlast" wird den Erneuerbaren Energien nicht gerecht

Bei den "Fachleuten" der Energiewirtschaft erfolgt die Ablehnung der Erneuerbaren Energien auf technisch abstraktem Niveau. Verwöhnt von der großtechnischen Elektrizitätsbereitstellung denken viele Ingenieure nur noch in den Begriffen "Grundlast, Mittellast und Spitzenlast". Die Windenergie kann keine Grundlast liefern, das heißt, sie kann nicht ständig die gleiche Leistung bereitstellen. Die Windkraft kann auch keine Mittellast liefern, das heißt, man kann die Anlagen nicht regelmäßig am Morgen an- und am Abend wieder abschalten. Und für die Deckung der Spitzenlast ist sie erst recht ungeeignet, denn sie kann nicht plötzlich angestellt werden, wenn der Strom knapp wird. Deshalb wird die Windkraft abgelehnt. Die gleiche Ablehnung mit der gleichen Begründung widerfährt der Solarenergie. Dass aber beide sich zeitlich oft ergänzen, dass oft der Wind weht, wenn die Sonne nicht scheint, oder dass die Sonne gerade dann Energie liefert, wenn die Klimaanlagen besonders viel Strom brauchen und die Großkraftwerke Probleme mit dem fehlenden Kühlwasser bekommen, wird nicht angemessen berücksichtigt. Dass bei Windstille und bedecktem Himmel die Biomasse einspringen kann, passt nicht in das elektrizitätswirtschaftliche Denkschema.

Im Gegenteil, die Stromerzeugung aus Biomasse wird mit der unsinnigen Begründung gelobt, sie sei "grundlastfähig" - sie könne also im Dauerbetrieb Strom liefern. Das kann sie zwar - solange der Vorrat reicht - doch gibt es kaum etwas Unvernünftigeres, als kostbare Biomasse auch dann zur Stromerzeugung einzusetzen, wenn gerade der Wind oder die Sonne Energie im Überfluss bereitstellen können.

Schließlich nutzt die Stromwirtschaft nicht all die vielen kleinen Maßnahmen, die den Energieverbrauch in einen günstigeren Zeitraum verschieben können. Durch eine angebotsabhängige Strompreisgestaltung kann das Interesse der Verbraucher geweckt werden, ihren Stromverbrauch angebotskonform zu verlagern. Es würde auch das Interesse an dezentralen Speicheranlagen geweckt, in denen man den fast kostenlosen Strom aus den Zeiten des Stromüberangebots für Zeiten der hohen Stromnachfrage und des hohen Strompreises aufbewahrt. Das ist bereits mit heutiger Technik möglich.

Diese Beispiele zeigen, dass wir uns bei der Umstellung auf Erneuerbare Energien von den herkömmlichen unflexiblen Denkstrukturen frei machen müssen.



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