Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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16.01.2012, Maria Waffenschmidt:

Verschon mein Haus, zünd andre an - St. Floriansprinzip bei der Windenergie

Aus einem Leserbrief zur Ausweisung von Windkonzentrationsflächen in Aachen

Vorbemerkung der Redaktion:

Um das rasante Fortschreiten des Klimawandels zu stoppen, müssten die Erneuerbaren Energie viel schneller vorangebracht werden. Doch Hunderte von Bürgerinitiativen versuchen, die Windenergie zu verhindern, weil sie sich durch Windräder in ihrer Nähe gestört fühlen. Durch ihr aggressives Auftreten erwecken sie bei den lokalen Politikern den Eindruck, sie würden die Mehrheit der Bevölkerung vertreten.

Umfragen zeigen zwar, dass dies nicht zutrifft, dennoch fühlen sich Politiker, die sich für die Windenergie einsetzen, manchmal alleingelassen.

Deshalb hier als schönes Beispiel für eine angemessene Leserreaktion ein Leserbrief von Maria Waffenschmidt aus Aachen:

Antwort auf einen Leserbrief von Susanne Gross-Braken "Mit Umweltschutz nicht vereinbar"

Aachener Nachrichten vom 5.12.2011

Sehr geehrte Frau Gross-Braken,

Sie beklagen in Ihrem Leserbrief, dass sich der NABU-Vorsitzende Claus Mayr nicht vehement genug gegen Windräder ausspricht.

Viele Gegner von Windrädern glauben, die Alternative zu Windrädern sei "keine Windräder". Leider bringt uns das der Lösung der Energiefrage nicht näher, denn wir brauchen Energie, viel Energie. Daran wird sich in absehbarer Zeit nicht ändern. Es geht hier nicht nur um die Glühbirne im Haushalt, sondern um Wärme, Mobilität und große Industrieanlagen (deren Produkte nicht nur böse oder überflüssig sind, sondern zumindest teilweise unverzichtbar für uns).

Woher nun soll die Energie kommen?

Solaranlagen sind gut, reichen aber leider nicht aus.

Wie wäre es mit Braunkohle? Haben Sie sich einen Tagebau mal angesehen? Dort brütet kein Vogel mehr und auch sonst lebt dort weder Tier noch Pflanze.

Wir könnten natürlich die Steinkohle aus Australien nehmen. Die dortigen Umweltschäden stören in Aachen doch nicht- oder?

Vielleicht lieber ein AKW? Wenn Sie wissen, wo der Müll bleiben soll, könnten wir darüber diskutieren. Aber vorher schauen Sie sich Japan an. Möchten Sie die Natur so haben?

Was wäre mit Erdöl? Sicher erinnern Sie sich an die verendeten Seevögel nach einer der vielen Ölkatastrophen.

Oder Erdgas? Wenn beim Verbrennen nur kein CO2 entstünde...

Was passiert mit den im Windpark gefährdeten Schwarzstörchen, wenn unser Klima sich erwärmt? Vielleicht bleiben ihnen dann die anstrengenden Flüge erspart, weil es hier warm genug ist zum Bleiben. Oder aber sie finden ihre Nahrung nicht mehr, weil die "Nahrung" den Klimawandel nicht überlebt hat.

Wären Windräder so gefährlich für Vögel, wie Sie befürchten, fänden Sie in jedem Windpark tote Vögel am Boden. Das ist nicht der Fall! Ich denke, dass für Zugvögel, die tausende Kilometer zurücklegen und auf jede Luftströmung reagieren das Umfliegen eines Windrades eine der leichteren Übungen ist.

Deshalb bitte ich Sie: sagen Sie nicht nur, was Sie NICHT wollen.

Arbeiten Sie mit an einer Lösung - nicht nur für den Münsterwald sondern für ganz Deutschland oder Europa oder weltweit.

Mit freundlichen Grüßen
Maria Waffenschmidt



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