Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 05.04.2010, aktualisiert am 14.04.2010, Wolf von Fabeck:

Wirtschaftliche Probleme bei Solarfirmen statt goldener Nasen

Als Hauptgrund für die vorgesehene Absenkung der Solarstromeinspeisevergütung nennt die Bundesregierung die angebliche "Überförderung" der Solarfirmen. Die dort erzielten Gewinne seien zu hoch.

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland wird in diesem Beitrag das Gegenteil nachweisen. Er bringt hier Berichte über Pleiten und Absatzschwierigkeiten bei Solarfirmen. Um zu vermeiden, dass Firmen durch Krisengerede in weitere Probleme geraten, wird der SFV nur solche Beispiele bringen, die bereits öffentlich bekannt sind.

Verlust bei Solon AG

Im ersten Quartal 2009 fuhr Solon AG unter dem Strich einen Verlust von 18,5 Millionen Euro ein. In seinem Werk in Greifswald wurde die Produktion zurückgefahren. (Quelle: taz 05.08.09)

Verringerte Nachfrage bei Q-Cells

Bei Q-Cells wird ein massiver Preisverfall und eine deutlich verringerte Nachfrage verzeichnet. Das zweite Quartal brachte einen Verlust von 62 Millionen Euro. 500 Arbeitsplätze wurden gestrichen. (Quelle: taz 05.08.09)

LDK Solar Verluste bei Wafer-Produktion

Q-Cells' chinesischer Partner LDK Solar, der Wafer fertigt, Silizium-Scheiben aus denen Solarzellen hergestellt werden, fuhr im ersten Quartal einen Verlust von 22,5 Millionen Dollar ein. (Quelle: taz 05.08.09)

Evergreen Solar mit Nettoverlust von 84,9 Mio. Dollar

Das US-amerikanische Unternehmen Evergreen Solar schloss bereits das Geschäftsjahr 2008 mit einem Nettoverlust von 84,9 Millionen Dollar ab. (Quelle: taz 05.08.09)

Einstellung der Produktion bei CSG Solar

Der Modulhersteller CSG Solar, Thalheim (Sachsen-Anhalt), musste kurz vor Weihnachten 2008 die Produktion einstellen und den Großteil seiner 164 Beschäftigten entlassen. (Quelle: taz 05.08.09)

City Solar insolvent

City Solar aus Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) ging Ende Januar 2009 in die Insolvenz. Die Firma, die 2007 den Deutschen Solarpreis erhielt, gilt als einer der führenden Hersteller von solaren Großkraftwerken. (Quelle: taz 05.08.09)

Solland Solar entllässt 89 Mitarbeiter

Der Solarzellenhersteller Solland Solar aus Heerlen entlässt im ersten Halbjahr 2009 wegen stockender Nachfrage 89 seiner 362 Mitarbeiter.

Wacker - Schott-Solar stellt Folienziehverfahren ein

Das Gemeinschaftsunternehmen Wacker - Schott-Solar stellt Folienziehverfahren EFG ein und sucht nach "sozialverträglichen Lösungen" für 100 Mitarbeiter.

Suntech Power: Gewinn bricht um 81 Prozent ein

21.08.09
http://www.soolux.com/de/aktuelles/news/news-detailansicht/suntech-power-gewinn-bricht-um-81-prozent-ein/?tx_ttnews[pointer=4] Auslieferziele des chinesischen Herstellers von Solarmodulen zum zweiten Mal für 2009 nach unten korrigiert. Aktienemission erhöht Barmittel um rund 280 Mio. Dollar. Bruttomarge zieht leicht an.

Chinas führender Solarmodulhersteller Suntech Power Holdings Co muss für das vergangene zweite Quartal 2009 einen herben Gewinneinbruch hinnehmen, nachdem die Umsätze gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel einbrachen. Aufgrund der gesunkenen Nachfrage nahm das Unternehmen seine Auslieferziele für das laufende Jahr zurück.


Q-Cells und Co.- Solarfirmen kämpfen mit Gewinneinbrüchen

12.11.2009 auf SPIEGEL-online Solarkraftwerk: Deutsche Zellenproduzenten massiv unter Druck

Der Preisverfall bei Solarzellen bringt die deutschen Anbieter massiv in Bedrängnis: Bei Solarworld und Phoenix Solar brechen die Gewinne deutlich ein, Conergy steckt noch immer im Minus - und bei Q-Cells summiert sich der bisherige Jahresverlust sogar auf knapp eine Milliarde Euro. (...)

Sunfilm AG in Großröhrsdorf hat Insolvenz angemeldet

http://www.mdr.de/sachsen/7200518.html abgerufen 27.03.2010
Der 2006 in Großröhrsdorf gegründete Solarmodulhersteller Sunfilm hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Dresden bestellte den Dresdner Anwalt Rainer M. Bähr zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Von der Pleite des Solarmodulherstellers sind insgesamt 300 Mitarbeiteran den Standorten Thalheim (Sachsen-Anhalt) und Großröhrsdorf betroffen.
Bereits im November 2009 hatte das Unternehmen Kurzarbeit angemeldet, die derzeit andauert. Die Sunfilm AG stellt in Großröhrsdorf und Thalheim großflächige Dünnschicht-Solarmodule mit einer maximalen Jahresgesamtkapazität von 85 Megawatt her. Erst im Frühjahr 2009 war die Fusion zwischen der sächsischen Sunfilm AG in Großröhrsdorf und der Sontor GmbH aus Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) zum weltgrößten Anbieter von siliziumbasierten Tandem-Dünnschichtmodulen vollzogen worden. Damals hatte der Vorstandsvorsitzende, Wolfgang Heinze, erklärt, Sunfilm strebe die Technologieführerschaft an. Gesellschafter von Sunfilm sind der in Thalheim ansässige Solarzellenhersteller Q-Cells SE, die Good Energies AG – einer der größten Investoren in erneuerbare Energien – und die norwegische NorSu AS.

Schüco macht Solarfirma in Aachen dicht

Bericht der Aachener Nachrichten vom 01.04.10
Schüco macht Solarfirma in Aachen dicht
Der Aachener Standort der Schüco International KG (Bielefeld) stellt zum 30. Juni 2010 seine Produktion von Solarmodulen ein. Das bestätigte der Pressesprecher von Schüco, Thomas Lauritzen, auf Anfrage der «Nachrichten» in Bielefeld.

Solon - Verlust in Höhe von 195 Mio. Euro

Aus "WIRTSCHAFT Magazin der Industrie- und Handelskammer zu Berlin " April 2010

(...) 2009 traf die Stagnation der weltweiten Nachfrage nach Solartechnik das Berliner Unternehmen mit aller Wucht.Bei sehr unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Geschäftsfeldern erreichte der Konzernumsatz nach Unternehmensangaben 354 Mio. Euro und sank damit gegenüber dem außerordentlich
starken Vorjahr um 57 Prozent (Vorjahr: 815 Mio. Euro). Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel
ein Verlust in Höhe von 195 Mio. Euro an (zoos: 58 Mio. Euro). (...)

Schott Solar will wegen der von der Bundesregierung geplanten Einschnitte nun in Asien expandieren

ALZENAU (dpa-AFX) - Schott Solar will wegen des anhaltenden Preisdrucks in der Branche eine Produktion in Asien aufbauen. "Wir schauen uns verschiedene Standorte und Partnerschaftsoptionen an", sagte Unternehmenschef Martin Heming der "Financial Times Deutschland" (Dienstag). Er begründete den Schritt auch mit den von der Bundesregierung geplanten Einschnitten bei der Solarförderung. Investitionen in neue Fabriken oder Erweiterungen in Deutschland seien nicht mehr geplant. (...)

Quelle: Financial Times 13.4.10
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:roundup-schott-solar-will-in-asien-expandieren-ipo-derzeit-nicht-geplant/50100136.html

Trotz hoher Umsatzsteigerungen zum Teil kräftige Gewinnrückgänge

Das IWR hat die Bilanzen von insgesamt 15 deutschen börsennotierten Solarunternehmen analysiert. "Bereits im Jahr 2009 haben wegen der Überkapazitäten und des hohen Preisverfalls lediglich neun der untersuchten 15 Solarfirmen einen Gewinn ausweisen können", sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch. "Zudem mussten diese bereits im letzten Jahr trotz hoher Umsatzsteigerungen zum Teil kräftige Gewinnrückgänge hinnehmen".


So sehen keine Firmen aus, die sich goldene Nasen verdienen.



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