Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 03.12.2005, aktualisiert am 26.10.2006, Wolf von Fabeck:

Energieeffizienz - aber wie?

An die konzeptionellen Vordenker der Umweltverbände

Würde man alle Appelle zur effizienten Verwendung von Energie und zum Energiesparen, die seit der ersten Ölkrise 1973 gedruckt wurden, aufeinanderlegen, so würde der Papierstapel wahrscheinlich schon den Mond erreichen. Ein Grund zum Stolz ist dies keinesfalls. Nach über 30 Jahren sollten wir lieber einmal Bilanz ziehen, was die Appelle eigentlich gebracht haben.

Optimisten weisen hier gerne auf Wirkungsgradverbesserungen im Kraftwerksbereich hin und auf Verminderung des Strombedarfs bei Kühlschränken und Waschmaschinen. Aber schon die Aufsummierung des Stromverbrauchs aller deutscher Standby-Schaltungen lässt Zweifel am Konzept aufkommen. Wer sich durchgreifende Erfolge erhofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Die sich selbst tragende Effizienzbewegung ist ausgeblieben - Warum eigentlich?

Bei den Erneuerbaren Energien im Wärme- oder im Verkehrsbereich und bei der Energieeffizienz wird jeder wesentliche Fortschritt ausgebremst, weil Energie zu billig ist. Niedrige Energiepreise sind die wichtigste Ursache dafür, dass Leute sich heute noch immer 7- oder 10-Liter-Autos kaufen, Elektroboiler und Gas- oder Ölheizungen einbauen, das Wort "Passivhaus" für einen Witz halten und die Zimmertemperatur durch Öffnen der Fenster regeln.

Die Schlussfolgerung ist eigentlich ganz einfach: Energie muss teurer werden; nicht zögerlich und in ungewisser Zukunft durch die steigende Nachfrage aus Inden und China, sondern jetzt gleich und ernsthaft durch eine radikale Erhöhung der Energiesteuern!

Aber nicht einmal die Umweltverbände wagen es, diese Forderung öffentlich zu stellen. Der Grund ist weniger die Angst vor dem Verlust von Mitgliedern, sondern hinter ihrer Unsicherheit steckt viel mehr eine argumentative Schwäche, nämlich die nicht zu Ende geführte intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Totschlagargument: "Teure Energie kostet Arbeitsplätze".

Wer (fälschlich?) davon ausgeht, dass teure Energie Arbeitsplätze kostet - es zumindest für denkbar hält - der kann natürlich nicht mit gutem Gewissen höhere Energiesteuern fordern. Die grundsätzliche Lösung bleibt ihm deshalb verwehrt. So probieren es die Umweltfreunde mit mal einem Förderprogramm hier und mal einer Subvention dort, mit Einrichtung von Energieagenturen und mit weiteren Aufklärungsprogrammen zur Energieeffizienz. Seit über 30 Jahren!

"Teure Energie kostet Arbeitsplätze". Die Tatsache, dass hinter dieser Behauptung handfeste Interessen der Energiewirtschaft zu vermuten sind, müsste eigentlich zum kritischen Nachdenken führen. Aber die Aussage wird überhaupt nicht mehr als eine nachprüfbare - und ggf. auch widerlegbare - Behauptung empfunden. Sie ist vielmehr wie ein Glaubenssatz tief ins kollektive Unterbewusstsein eingedrungen, so dass keiner mehr auf die Idee kommt, die zu Grunde liegenden Argumente herauszusuchen, sie zu entwirren und kritisch zu Ende zu denken. Die Folge ist eine Lähmung der Umweltbewegung.

Doch fehlerhafte Glaubenssätze bestehen glücklicherweise nicht ewig. Fast unbeachtet von der Öffentlichkeit hat ein interdisziplinäres Team aus Volkswirtschaftlern, Physikern, Mathematikern und Ingenieuren eine Argumentenkette entwickelt, die zum eindeutigen Schluss führt:

  • Nicht billige, sondern teure Energie schafft Arbeitsplätze. Eine rasche Erhöhung der Energiesteuern ist dringend und überfällig!

Obwohl sie kein einziges ökologisches Argument verwendet, kommt die jetzt aufgestellte Argumentenkette mit rein ökonomischen(!) Begründungen zu ähnlichen Ergebnissen wie schon die alte ökologische Steuer- und Finanzreform: Sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht ist eine Anhebung der Energiesteuern dringend erforderlich. Damit leistet die neue Theorie gleichzeitig einen bahnbrechenden Beitrag zur Versöhnung von Ökologie und Ökonomie.

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland hat sich dem neuen interdisziplinären Energiesteuer-Team angeschlossen und für die praktische Umsetzung drei konkrete Forderungen aufgestellt, die weit über die Forderungen der ökologischen Steuerreform hinausgehen:

  1. Ersatz des bisherigen Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung durch eine Energiesteuer von zunächst 12 Cent/kWh auf Endenergie,
  2. Dauerhafte Gewährung eines Energiegeldes von 100 Euro pro Kopf und Monat, zum Ausgleich der steuerbedingten Energiepreiserhöhungen
  3. Durchführung der Energiesteuerreform so schnell dies überhaupt möglich ist, um weiteres Ausbluten von Staat und Sozialsystemen rasch zu beenden.

Informieren Sie sich über unsere Argumentationskette unter Arbeitsplätze und soziale Gerechtigkeit - Aber wie?

Falls Sie unserem Vorschlag zustimmen, helfen Sie bitte mit, die Aktiven der verschiedenen Umweltverbände zu überzeugen.



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