Das Problem

 

Seit vielen Jahren werden Betreiber:innen von Volleinspeiseanlagen mit hohen Abrechnungen für den minimalen Stromverbrauch des nächtlichen Standby-Betriebs von Wechselrichtern gequält. Nicht nur der Arbeitspreis pro Kilowattstunde sondern auch die Grundgebühr eines Stromliefervertrags werden jährlich in Rechnung gestellt. Auf diese Weise kommen unfassbar hohe Stromrechnungen von ca. 100 € zusammen - sehr oft für Strombezüge von weniger als 5 kWh.

 

Die gesetzliche Grundlage

 

Was für die Betreiber:innen schikanös bleibt, ist für deutsche Gerichte geltendes Recht. Sie argumentieren, dass bereits bei einer gelieferten Kilowattstunde Strom ein Stromliefervertrag zustande käme, der mit Grund- und Arbeitspreisen belegt werden müsste. Eine Lösung ist bis heute nicht in Sicht und die mit Hilfe eines gemeinsam aufgesetzten Solidarfonds vorgebrachte Klage von mehr als 100 geschädigten Anlagen-betreiber:innen blieb ohne Erfolg.

Nach dem Osterpaket der Bundesregierung sollen ab sofort auch Volleinspeiseanlagen finanziell gestützt werden, damit die Dächer mit Solar voll belegt werden und die Optimierung des Eigenbedarfs nicht die einzige Investitionsentscheidung ist. Die Überlegung ist gut, die Folgen allerdings schon jetzt abzuschätzen. Die Abzocke bei der Inrechnungstellung des minimalen Strombedarfs von Wechselrichtern geht in die nächste Runde.

 

Unsere Lösung

 

Wir stellen deshalb folgende Lösung zur Diskussion: Wie wäre es, wenn gesetzlich festgeschrieben würde, dass durch den nächtlichen Standby-Verbrauch von Wechselrichtern bei Volleinspeiseanlagen grundsätzlich kein Stromliefervertrag mit Grundgebühren entstehen darf. Es handelt sich allenfalls um Betriebskosten, die beim zuständigen Netzbetreiber mit dem Arbeitspreis aus der Grundversorgung in Rechnung gestellt werden darf. 

Alternativ könnte überlegt werden, ob diese Kosten nicht als Bestandteil der Stromvermarktung deklariert und über die aktuellen Regeln des § 53 EEG abgegolten werden sollten. Demnach setzt sich die Vergütung des Solarstroms aus dem anzulegenden Wert abzüglich eines Pauschalbetrages von 0,4 Ct/kWh zusammen. Die Einnahmen aus diesem Stromvermarktungs-Pauschbetrag könnten damit zur Finanzierung der Standby-Wechselrichter-Stromkosten von der Gemeinschaft der Solaranlagenbetreiber:innen getragen werden.

 

 

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