Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

[ Artikel diskutieren und weiterverbreiten? Infos zum Copyright ]
[ Druckversion dieses Artikels ]

09.05.2018:

Aachen - Vortrag: Auch auf Aachen übertragbar? Das Karlsruher Modell – innovative Lösung für den ÖPNV

Mittwochswerkstatt „Zukunft gestalten"


Der Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV) und das Evangelische Erwachsenenbildungswerk im Kirchenkreis Aachen laden zu dem Vortrag im Rahmen der Mittwochswerkstatt "Zukunft gestalten" ein.

Termin: 9.5.2018 um 18.00 Uhr

Ort: Haus der Evangelischen Kirche, Frère-Roger-Str. 8-10, 52062 Aachen

Referent: Dr. Ing. Henry Riße, Forschungsinstitut für Abfall- und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen

Interesse für Energiethemen / erneuerbare Energien seit 20 Jahren, Interesse und Beschäftigung mit Bahnthemen, intensive Arbeit daran seit dem Campusbahn-Projekt, Mitarbeit an der Initiative Nahverkehr Aachen (INA 2.0), die sich mit dem Thema Schienen gebundener Nahverkehr in AC und der Städteregion befasst.

Worum geht es?
Ein signifikanter Zuwachs beim ÖPNV ist jedoch nur durch den Ausbau des schienengebundenen ÖV zu erwarten. Dieser Erkenntnis folgend hat der ehemalige Geschäftsführer der Karlsruher Verkehrsbetriebe Dieter Ludwig bereits in den 80er Jahren die Idee geboren, das System der klassischen Straßenbahn mit dem einer S-Bahn zu verknüpfen. Dies schien damals eine unmögliche Aufgabe zu sein. Das Karlsruher Modell erforderte Fahrzeuge, die sowohl innerstädtisch als auch auf DB-Gleisen fahren können und für beide Stromsysteme 750 V Gleichstrom und 15.000 V Wechselstrom tauglich sind. Die Fahrzeuge müssen für die unterschiedlichen Sicherungssysteme ausgelegt sein, als Straßenbahn auf Sicht fahren, auf den DB-Gleisen Signale beachten. Als Stadtbahnen müssen sie sehr schnell beschleunigen und bremsen können, jedoch auch die hohen Crashanforderungen der Vollbahn erfüllen und dort mit den hohen Geschwindigkeiten „mitschwimmen“ können (100 km/h).

So wurden damals in einem F+E-Vorhaben die ersten Fahrzeuge Anfang der 90er Jahre erprobt. Die erste Modellstrecke führte 1992 von Karlsruhe nach Bretten. Ausgehend von einer innerstädtischen Linie wurde eine DB-Strecke dafür hergerichtet und dafür die Anzahl der Haltepunkte deutlich erhöht. Die Entwicklung der Fahrgastzahlen übertraf damals alle Erwartungen, was dazu führte, dass immer mehr Linien eingerichtet wurden. Heute fahren Stadtbahnen aus Karlsruhe bis nach Pforzheim, nach Heilbronn, bedienen die Albtalbahn und fahren auf der Murgtalbahn. So manche verrostete Nebenbahn wurde so zu neuem Leben „wachgeküsst“. Die Fahrgastzahlen stiegen auf den Karlsruher Linien von 100 Mio./a auf über 170 Mio./a in den späten 2010er Jahren. Das Karlsruher Modell fand inzwischen zahlreiche Nachahmer. Die bekanntesten sind in Deutschland Kassel, Saarbrücken, Heilbronn und Chemnitz zu finden. Dies sind alles mittelgroße Städte, die z.T. ihre Straßenbahnen ganz abgeschafft hatten (z.B. Saarbrücken) oder über keine S-Bahn/U-Bahn verfügen. In nahezu allen Betrieben sprechen die großen Fahrgastzuwächse eine eindeutige Sprache. Die regelmäßigen Nutzer möchte ihre Bahn nicht missen. Wäre das Karlsruher Modell vielleicht auch ein Denkmodell für Aachen?



zum Seitenanfang