Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 20.06.2008, aktualisiert am 04.07.2008, Wolf von Fabeck:

Die Klimakatastrophe lässt sich durch Kompromisse nicht verhindern

IPCC-Empfehlungen als Zielvorgabe ungeeignet

Seit Jahren schon warnt der Solarenergie-Förderverein Deutschland davor, die Spielregeln zum Ausgleich politischer Interessengegensätze auch auf die Bekämpfung des Klimawandels anzuwenden. Überschwemmungen, Hitzekatastrophen und Hurricans lassen sich nicht auf politische Kompromisse ein. Eis schmilzt nun einmal bei Erwärmung über Null Grad, und bei Meeresoberflächentemperaturen über 26 Grad können Hurricans und Zyclone entstehen.

Bedrohliche Entwicklung des globalen Klimas

So verändert sich der Charakter des Wetters. Die globale Erwärmung ist mehr als nur eine gleichmäßige Erhöhung der Umgebungstemperaturen. Sie geht vielmehr einher mit der Zunahme von "Extremereignissen" und regionaler Katastrophen, die Zehntausende von Menschenleben fordern, wie zuletzt z.B. der Taifun in Birma.

Tier- und Pflanzenwelt können sich nicht mehr anpassen, da die Wetter-Änderungen unsystematisch und sprunghaft erfolgen. Während z.B. im Süden Griechenlands die Trockenheit zu Waldbränden führte, litt nur wenige Dutzend Kilometer entfernt der Norden unter Überschwemmungen. Selbst für eine wissenschaftlich beratene katastrophenbewusste Landwirtschaft wäre bei einem solchen Wechselbad eine vorausschauende Anpassung nicht mehr möglich.

In seiner Gefährlichkeit noch gar nicht vollständig untersucht ist das Auftreten sogenannter "positiver Rückkopplungen", mit denen sich der Klimawandel selber noch beschleunigt. So werden bei ansteigenden globalen Temperaturen zusätzliche Klimagase frei. Z.B. taut bereits der Permafrostboden in Alaska und es entweicht Methangas, das seiner klimaschädigenden Wirkung wegen besonders gefürchtet ist.

In dieser Situation werden nun weltweit die Empfehlungen des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) als naturwissenschaftliche Handlungsanweisungen verstanden, wie die Politik die Gefahren abwehren könne. So glauben Umweltfreunde und Politiker mehrheitlich, es würde genügen, wenn die Menschheit - gemäß den Empfehlungen im 4. Sachstandsbericht des IPCC - global den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 schrittweise um 50% bis 85% senkt, und man könne damit die Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit auf insgesamt 2,0 bis 2,4° C beschränken.

Doch das ist in mehrfacher Hinsicht falsch. Erstens kann die genannte Absenkung des CO2-Ausstoßes nicht zur Stabilisierung der Temperaturen in dem genannten Temperaturbereich führen, weil bei diesen Temperaturen die oben erwähnten zusätzlichen positiven Rückkopplungen in Gang gesetzt werden. Prof. Dr. Schellnhuber, Direktor des Potsdamer Instituts für die Erforschung von Klimafolgen und wissenschaftlicher Berater der Bundeskanzlerin, hat erst kürzlich in einem Interview mit German Watch wieder darauf hingewiesen. Zweitens wäre eine Erderwärmung von insgesamt 2,0° bis 2,4° C bereits die Klimakatastrophe. Sie ist weder beherrschbar noch hinnehmbar, da bereits die bisher eingetretene Erwärmung von etwa 0,7° C zu nicht hinnehmbaren Folgen führt!

Eine falsche Empfehlung führt natürlich zu falschen Entscheidungen. So scheint die IPCC-Empfehlung einer schrittweisen Verminderung der CO2-Emissionen geradezu maßgeschneidert für das Instrument des Emissionshandels, der von einer schrittweisen Verbesserung der Kraftwerkswirkungsgrade ausgeht.

Konsequent wäre deshalb die folgende Handlungsanweisung:

Alles Menschenmögliche muss unternommen werden, um den industrie- und wirtschaftsbedingten CO2-Ausstoß so rasch wie möglich auf Null zu bringen.

Diese Forderung wird am besten erfüllt durch die schnellst-mögliche Markteinführung der Erneuerbaren Energien.

Schlussfolgerungen

Es ist grotesk, wenn weiterhin eine CO2-Verminderung um 40 Prozent als "ambitioniertes Ziel" dargestellt wird. Sogar die Handlungsanweisungen des IPCC gehen schon weiter, und diese sind doch nur das unzureichende Ergebnis eines untauglichen Kompromisses zwischen den Interessen der von der Energiewirtschaft dominierten Staaten und geophysikalischen Notwendigkeiten. Zur Lösung des Klimaproblems sind sie absolut ungeeignet.
Wenn diese Empfehlungen nicht bald durch die Umweltverbände, das Umweltbundesamt und das BMU öffentlich als falsch bezeichnet und umgeschrieben werden, führt unser Kurs geradewegs in die Klimakatastrophe!



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