Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 01.03.2010, aktualisiert am 25.03.2010, Kerstin Watzke:

Forsa-Umfrage - Bevölkerung will Klimaschutz auch dann, wenn es mehr kostet

Informationen zur neuen Forsa-Umfrage

Im Auftrag der „Agentur für Erneuerbare Energien“ hat Forsa zum wiederholten Mal eine Umfrage zum Thema „Erneuerbare Energien“ durchgeführt. 4.867 durch das Zufallsprinzip ausgewählte Personen wurden von November 2009 bis Januar 2010 zur Energieversorgung in Deutschland befragt. Neben Fragen zu den externen Kosten bei der Energieerzeugung oder der Beurteilung der Zufriedenheit des politischen Engagements für erneuerbare Energien auf Landes- und Kommunalebene wurde in erster Linie nach den Präferenzen hinsichtlich der Energieversorgung und der Förderbereitschaft gefragt.

Wichtigkeit von Nutzung und Ausbau Erneuerbarer Energien

Die erste Frage zielte auf den Stellenwert des Themas „Erneuerbare Energien“ vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Verknappung fossiler Ressourcen hin. 78 % der Befragten werteten den Ausbau und die verstärkte Nutzung der Erneuerbaren Energien als außerordentlich bzw. sehr wichtig. 17 % fanden dies noch wichtig. Nur 5 % wiesen den Erneuerbaren Energien eine weniger wichtige bzw. keine Bedeutung zu.

Auf die Frage, aus welchen Erzeugungsanlagen die Befragten ihren Strom am liebsten beziehen wollen, wählten ebenfalls 78 % der Teilnehmer Erneuerbare Energien aus. Aber wie soll dieser Wunsch erreicht werden?

Präferenzen hinsichtlich des Ausbaus und der Förderung der Erneuerbaren Energien

Die Befragten entschieden sich (bis auf die 4% Unentschlossenen) für eine der beiden folgenden Vorgehensweisen:

a) Man sollte die weitere technische Entwicklung der Erneuerbaren Energien noch abwarten und in der Zwischenzeit weiter in herkömmliche Energieträger wie Kohle, Gas und Atomkraft investieren. Dies fanden 19 %.

b) Man sollte jetzt schon stark in den Ausbau der Erneuerbaren Energien investieren und die Nutzung herkömmlicher Energieträger wie Kohle, Gas und Atomkraft immer stärker verringern. Dies war die Meinung von 77 % der Befragten.

Ähnliche Umfrageergebnisse wurden auch in Bezug auf die Förderbereitschaft erzielt:

a) Weil die Kosten für die Endverbraucher sinken sollten und inzwischen auch bei geringerer Förderung ausreichend investiert wird, sollte die Förderung der erneuerbaren Energien zurückgefahren werden. Das fanden 21 %.

b) Weil sich der Ausbau sonst verlangsamt und die Vorteile wie der bessere Klimaschutz nicht voll genutzt werden, sollte die Förderung der erneuerbaren Energien auf gleichem Niveau beibehalten werden. Dies meinten 74 % aller Befragten.

Große Akzeptanz der Erneuerbaren

Die Umfrageergebnisse gaben eine große Akzeptanz der Erneuerbaren Energien wieder. So waren knapp acht von zehn bundesweit Befragten der Meinung, dass schon jetzt stark in den Ausbau der Erneuerbaren Energien investiert werden muss, um die Nutzung der herkömmlichen Energieträger wie Kohle, Gas und Atomkraft zu verringern. Drei Viertel der Befragten waren für eine Aufrechterhaltung der Förderung der Erneuerbaren Energien auf dem bisherigen Niveau, da sich sonst der Ausbau möglicherweise verlangsamen und die Vorteile für den Klimaschutz nicht voll genutzt werden könnten.

Somit spiegelt der neueste politische Vorstoß, die Solarstromvergütungen zu kürzen, nicht die Meinung der großen Mehrheit der Bevölkerung wieder.

Übrigens: Einige der Fragen wurden identisch aus einer Umfrage aus dem Jahr 2008 übernommen, um mögliche Veränderungen in den Einstellungen der Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr feststellen zu können. Im Großen und Ganzen ergab sich jedoch eine fast identische Meinungslage.

http://www.unendlich-viel-energie.de/uploads/media/FORSA-Akzeptanz_EE_Einauswertung_Bundeslaender.pdf



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