Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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09.04.2014, Wolf von Fabeck:

Markteinführung für Langzeit- bzw. Saisonspeicher

Die schwierigste Aufgabe bei der Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energien liegt zweifellos darin, die Überschüsse der fluktuierenden Erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne in Saisonspeichern aufzubewahren, die es ermöglichen, mehrere Wochen nahezu ohne Wind und Sonne auszukommen.

Voraussetzung für die Schaffung eines solchen Energievorrats ist einmal, dass es überhaupt Energieüberschüsse aus Wind und Sonnenenergie gibt, und dass diese solchen Betrieben zur Verfügung gestelltwerden, die die Speichervorräte bereitstellen.

Als Verfahren in technischer Hinsicht scheiden die bisher bekannten Pumpspeicherkraftwerke oder auch herkömmliche Batterien aus, da die dort zu speichernde Energiedichte viel zu gering bzw. der Raumbedarf für die Speicher erheblich zu groß ist.

Hingegen bietet sich die chemische Energiespeicherung an, wobei die bekanntesten Verfahren als Power to Gas sowie Power to Liquid bekannt geworden sind. Die Verfahren bestehen darin, mit Hilfe überschüssiger Energie aus dem Kohlendioxid der Atmosphäre künstliches Methan oder Methanol herzustellen. In kleinerem Maßstab sind solche Verfahren bereits erprobt, doch scheitert eine größere Anwendung daran, dass der Energieaufwand beträchtlich ist und damit fast unbezahlbar. Hier ergibt sich jedoch eine ideale Möglichkeit zur Nutzung negativer Strompreise am Spotmarkt.

Ein vorübergehender Überschuss an Erneuerbaren Energien würde sich am Spotmarkt durch negative Clearingpreise anzeigen. Solche negativen Clearingpreise bieten einen höchst unökologischen Anreiz zur Vernichtung von Strom.
Um keinen Anreiz zur absichtlichen Energievernichtung zuzulassen ist folgende Bestimmung denkbar. Nur besonders zertifizierte Unternehmen, die sich mit der Erzeugung von EE-Methan oder EE-Methanol befassen, erhalten die Erlaubnis, Strom zu negativen Preisen an der Börse zu erstehen. Den Weiterverkauf des produzierten EE-Methans oder EE-Methanols können sie auf dem freien Markt durchführen.

Hier bietet sich für Stadtwerke oder andere regionale Betriebe ein wichtiges Betätigungsfeld an.



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