Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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20.03.2017, Wolf von Fabeck:

Anstieg der Treibhausgasemissionen 2016 - Alarmierende Studie der Arepo-Consult

Konkretisierung der Vorschläge durch den Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV)

Die Bundestagsfraktion der Grünen hat am 10.03.2017 das Ergebnis einer Kurzstudie der Arepo-Consult Beratungsgesellschaft veröffentlicht. Aus dieser Studie greifen wir einige wichtige Ergebnisse heraus, und äußern uns kritisch zu den Problemlösungs-Vorschlägen:

  • Alarmierende Feststellungen:

(Arepo:) "Im Jahr 2016 sind die energiebedingten Treibhausgasemissionen in Deutschland vermutlich wieder um mindestens 4 Millionen Tonnen Kohlendioxid angestiegen."

 

  • Benennung der CO2 Emittenten mit steigenden Emissionen

(Arepo:) "Überproportional stiegen die Verbräuche von Diesel (nämlich um 4,1% gegenüber dem Dieselverbrauch des Vorjahres) und Flugkraftstoff (nämlich um 5,9% gegenüber dem Flugkraftstoffverbrauch des Vorjahres)".

 

  • Problemlösungs-Vorschläge der Arepo Consult

(Arepo:) "Der strukturelle Wandel im Stromsektor muss verstetigt und verstärkt werden.
Effektive Energieeffizienzförderung muss endlich in allen Verbrauchsbereichen implementiert werden.
Und der Verkehrssektor braucht grundsätzlich bessere, nachhaltige, strukturelle und innovative Lösungen.
Anders sind die Klimaziele nicht zu erreichen."

 

Ergänzende Kritik des SFV

Bisher war die Stromversorgung der Verbrauchssektor, auf dem die Umstellung der gesamten Energiebereitstellung am zügigsten voranging. Strom ist die Energieform, die sich am leichtesten in alle anderen Energieformen umwandeln lässt. Und Strom aus Solar- oder Windenergie lässt sich nahezu überall auf der Welt verbrauchernah gewinnen. So liegt es nahe, die im Strombereich gewonnene elektrische Energie auch in den anderen Verbrauchssektoren, z.B. Wärmeversorgung und Verkehr zu nutzen - "Sektorkopplung".

Erschreckender als die überproportionalen Anstiege der Kraftstoffverbräuche ist deshalb das Schneckentempo, mit dem die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien nur noch zunimmt. Nur noch um knapp ein halbes Prozent ist sie von 2015 auf 2016 angestiegen. Die Gründe dafür liegen in den mehrfachen Änderungen des EEG, wie atmender Deckel, Deckelung des Ausbaupfades, Umstellung auf Ausschreibungen, Ansatzfehler bei der Berechnung der EEG-Umlage und dergleichen mehr.

Ein Blick in die nächsten Jahre lässt sogar einen Rückgang der Erneuerbaren Energien befürchten, wenn nämlich die Einspeisevergütungen für Solar- und Windanlagen enden, während die Kosten für Wartungsarbeiten und Sicherheitsüberprüfungen wegen des Alters der Anlagen zunehmen und viele Anlagen dann ersatzlos abgebaut werden.

Notwendige Maßnahmen

Angesichts der Fülle der bisherigen "Sabotagemaßnahmen" wird eine gleich große Fülle von gesetzlichen "Wiedergutmachungsmaßnahmen" notwendig werden, ein höchst komplexes Unterfangen, das im wesentlichen aus der Streichung unsinniger Bestimmungen im EEG und den dazugehörigen Verordnungen besteht und in der raschen Markteinführung von Langzeitspeichern.

Es gibt allerdings eine gesetzliche Maßnahme, die sich in allen(!) Verbrauchssektoren segensreich auswirken wird, nämlich die Einführung einer nationalen CO2- und Brennelemente-Steuer.




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