Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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21.09.2009, Wolf von Fabeck:

Rückgang der Kleinanlagen setzt sich fort

Nur noch 3,1 Prozent der neu installierten PV-Leistung

Zuerst die Statistik:
Von Januar bis Juli 2009 wurden nach einer ersten vorläufigen Übersicht der Bundesnetzagentur Solarstromanlagen mit einer Leistung von
518 (erstes Halbjahr) + 308 (Monat Juli) = 826 Megawatt
angemeldet.
(Anmerkung: Jeder Betreiber einer PV-Anlage, die nach dem 31.12.2008 in Betrieb genommen wird, muss seine Anlage bei der Bundesnetzagentur anmelden, weil er sonst keine Einspeisevergütung beanspruchen darf. Aus diesem Grund dürften die Zahlen der Bundesnetzagentur vollständig sein.)

Monatlicher Zubau von PV-Anlagen Januar bis Juli 2009 in Deutschland
in kWp

Zubau PV-Anlagen Januar bis Juli 2009

 

Und nun unser Kommentar:

Die Photovoltaikbranche interessiert sich notgedrungen in erster Linie für die Frage, ob in den Monaten von Oktober 2008 bis September 2009 die insgesamt installierte Leistung von 1500 Megawatt überschritten wurde, weil dann eine noch stärkere Absenkung der Einspeisevergütung nach § 20 Abs. 2 A EEG 2009 erfolgen wird. Diese Absenkung der Einspeisevergütung trifft dann alle Anlagengrößen, von der kleinen Gebäudeanlage bis zur Freiflächenanlage.

Insbesondere wird die weitere Absenkung der Einspeisevergütung den Anteil der kleinen Gebäudeanlagen bis zur völligen Bedeutungslosigkeit verringern.

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland als Umweltschutzverein protestiert hier noch einmal ausdrücklich gegen die im EEG 2009 vorgenommene stärkere Absenkung der Einspeisevergütung, die den weiteren Ausbau der Photovoltaik bremsen soll. Hier haben sich Krämerseelen durchgesetzt, die eine kurzfristige Geldeinsparung höher bewerten als die Chance, eine CO2-freie Energieform als Ersatz für fossile und atomare Energien schnell in den Markt einzuführen.


 

Wieviele kleine Gebäudeanlagen (dunkelblau in den Grafiken) wurden 2009 errichtet?

Immer wieder ist die Meinung zu hören, die kleinen Gebäudeanlagen würden wegen der ihnen angeblich zugestandenen hohen Gewinne nur so aus dem Boden schießen - doch das ist leider nicht der Fall. Unter kleinen Gebäudeanlagen verstehen wir PV-Anlagen bis 5 kW, die z.B. das Dach eines Reihenhauses ausfüllen, also etwa 40 Quadratmeter.
Im Jahr 2000 machten die kleinen Gebäudeanlagen mit einem Anteil von 53 Prozent noch etwas mehr als die Hälfte der gesamten installierten Leistung aus. Inzwischen stellen die Anlagen bis 5 kW im ersten Halbjahr 2009 + Monat Juli nur noch 3,1 Prozent der gesamten dazugebauten PV-Leistung - ganze 18 (Jan. bis Juni) + 7 MW (Juli) = 25 Megawatt!. Deutlicher noch erkennt man das Zurückbleiben gegenüber den großen Anlagen in der folgenden Grafik!


Zubau PV-Anlagen Januar bis Juli 2009 - Auswertung Anlagengröße

Hier setzt sich eine bedauerliche Fehlentwicklung fort: Der große Vorteil der Photovoltaik, dass sie auch auf klein gestückelten, bereits versiegelten Flächen Sonnenstrom ernten kann, wird kaum noch genutzt. Ein Blick auf die Dächer unserer Städte - besonders in der Mitte und im Norden von Deutschland - bestätigt diesen Eindruck. Gerade die kleineren Dächer lassen PV-Anlagen vermissen.

Den Stromversorgern kann das nur recht sein, die Vorstellung, Millionen von Stromkunden würden ihren Strom selbst erzeugen, war ihnen sicherlich nicht angenehm.

Aber aus energiepolitischer Hinsicht ist die Entwicklung außerordentlich zu bedauern,

  • Das große heimische Potential der PV kann so niemals voll genutzt werden
  • Jeder Betreiber einer Kleinanlage wäre ein potentieller Vorkämpfer für die Energiewende.


 



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