Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 13.10.2010, aktualisiert am 22.10.2010, Wolf von Fabeck :

Warum PV-Stromeinspeisung den Stromeinkauf der Endkundenversorger entlastet

Technologieabhängige Betrachtung des Merit-Order Effekts

Endkundenversorger kaufen den Strom für ihre Kunden im börslichen oder vorbörslichen Handel ein. Sie bezahlen dafür den Börsenpreis oder zumindest einen dem zu erwartenden Börsenpreis ähnlichen Preis.

Der Börsenpreis sinkt bekanntlich durch die Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien (Merit-Order Effekt). Die Absenkung des Börsenstrompreises durch PV-Einspeisung wurde allerdings bisher systematisch unterschätzt. Deshalb soll im folgenden der Merit Order-Effekt technologiespezifisch alleine für Solarstrom untersucht werden.

Ursache für die stärkere Einwirkung des Solarstroms auf den Börsenpreis ist die Tatsache, dass der Schwerpunkt der PV-Einspeisung dann erfolgt, wenn der Stromverbrauch (um die Mittagszeit) sein tägliches Maximum erreicht. Im täglichen Maximum wird auch der teure Strom von Spitzenlastkraftwerken benötigt. Nur wenige MWh mehr Leistungsbedarf bedeutet in diesem Preissegment, dass noch erheblich teurerer Spitzenlaststrom zum Einsatz käme. Und jede MWh mehr Photovoltaik macht diesen Spitzenlaststrom überfüssig.

Andererseits müssen die Endkundenversorger für jede Kilowattstunde Strom, die sie an die Endkunden liefern, dem Übertragungsnetzbetreiber die EEG-Umlage zahlen.

Die höhere PV-Einspeisevergütung erhöht zwar diese EEG-Umlage. Die folgenden - zunächst rein qualitativen - Überlegungen zeigen jedoch, dass möglicherweise die preisentlastende Wirkung der PV-Einspeisung sogar überwiegt.

Skizze 1 zeigt den Einfluss der Steigung der Angebotskurve zwischen den sogenannten Gleichgewichtspunkten A und B, wobei A den Börsenpreis und die gehandelte Strommenge ohne PV-Einspeisung zeigt, während B den abgesenkten Börsenpreis bei Einspeisung von Solarstrom angibt.


Die Endkundenversorger sparen beim Stromeinkauf eine Geldmenge ein, die den Flächen a und b entspricht. Wenn sie diese Geldmenge zur Abdeckung des Solarstromanteils der an die Übertragungsnetzbetreiber abzuführenden EEG-Umlage verwenden müssten, dürften die Einspeisevergütung so groß sein wie der Betrag der Höhe des Rechtecks b + d + e.
Man erkennt leicht, dass diese Höhe weiter sehr stark zunimmt, je steiler der Winkel zwischen den Punkten B und A ist.



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