Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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28.08.2020, Susanne Jung:

Wir haben kein Treibhausgas-Budget!

Seit Beginn der Industrialisierung hat sich der CO2-Gehalt in der Atmosphäre von 250 ppm auf über 415 ppm erhöht. Die Ursache dafür ist der menschliche Lebensstil, insbesondere das Verbrennen fossiler Energie. Wenn wir die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad begrenzen wollen, müssen wir noch in diesem Jahrhundert mehrere hundert Gigatonnen CO2 aus der Atmosphäre entziehen.

Bereits im Oktober 2018 klärte der Weltklimarat (IPCC) im Sonderbericht "1,5 Grad Erwärmung" des Weltklimarates hierzu:

"Alle Pfade, welche die globale Erwärmung ohne oder mit geringer Überschreitung auf 1,5°C begrenzen, projizieren die Nutzung von Kohlendioxidentnahme (Carbon Dioxide Removal, CDR) in einer Größenordnung von 100–1000GtCO2 im Verlauf des 21. Jahrhunderts. CDR würde genutzt werden, um verbleibende Emissionen auszugleichen, und um – in den meisten Fällen – netto negative Emissionen zu erzielen, um die globale Erwärmung nach einem Höchststand wieder auf 1,5°C zurückzubringen (hohes Vertrauen). Der Einsatz von CDR für mehrere hundert GtCO2 unterliegt vielfältigen Einschränkungen bezüglich Machbarkeit und Nachhaltigkeit (hohes Vertrauen). Bedeutende Emissionsminderungen in der nahen Zukunft und Maßnahmen zur Senkung von Energie- und Landbedarf können den CDR-Einsatz ohne Abhängigkeit von Bioenergie mit Kohlendioxidabscheidung und -speicherung (Bioenergy with Carbon Capture and Storage, BECCS) auf ein paar hundert GtCO2 begrenzen (hohes Vertrauen)."

Die Bemühungen von Klimaforschern und Klimaschutzorganisationen, ein noch verbleibendes Treibhausgasbudget zu definieren, sind nachvollziehbar. Es ist schwer möglich, die gesamten Emissionen in allen Klimagase emittierenden Sektoren (Strom, Verkehr, Wärme/Kälte) sofort auf Null zu fahren. Um vor dieser umfassenden gesellschaftlichen Aufgabe nicht zu kapitulieren, sind Fahrpläne hilfreich.

Doch wir sollten wissen - je länger wir zum Umstieg benötigen, umso mehr Treibhausgase müssen aus der Atmosphäre geholt werden. Hierzu gibt es bereits heute Methoden, die im Großmaßstab verfügbar sind und ein ausreichendes Potential vorweisen. Mit Pflanzenkohle, Humusaufbau und Aufforstungen können große Mengen Kohlendioxid langfristig gebunden werden.

Die Veränderungen in unserer Gesellschaft müssen schnellstmöglich gelingen. Die Zeit ist knapp! Unser Appell an die Klimaschutzbewegung: Ergänzen Sie Ihre Forderung "Ausstieg aus Kohle, fossilem Gas und Öl" um den Aufruf "Schnellstmögliche Rückholung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre".



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