Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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Datum: 19.07.2005

PDS: 100 % Erneuerbare bis 2050


Wolfgang Methling, Umweltminister in Mecklenburg-Vorpommern,
stellvertretender PDS-Bundesvorsitzender:

"100 % Erneuerbare bis 2050", so kurz und trotzdem aussagekräftig könnte das Fazit der energiepolitischen Standpunkte der PDS lauten; im Parteiprogramm, das im Herbst 2003 beschlossen worden ist, heißt es: „Eine Schlüsselrolle im ökologischen Umbau spielt die solare Energiewende. Energieeinsparung, erhöhte Energieeffizienz und die Entwicklung erneuerbarer Energien weisen den Weg aus der Sackgasse atomar-fossiler Energiewirtschaft.

Eine der vordringlichsten Aufgaben der Menschheit in den nächsten Jahrzehnten ist der Schutz des Klimas auf der Erde. Daher brauchen wir Alternativen zur bestehenden Energie- und Stromversorgung auf der Basis fossiler bzw. atomarer Träger. Ab dem Jahr 2010 wird mit einem erheblichen Bedarf an neuen Erzeugungskapazitäten gerechnet, der auf drei voneinander unabhängige Ursachen zurück zu führen ist:

  • Viele fossil befeuerte Kraftwerke werden im derzeitigen oder kommenden Jahrzehnt das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreichen und müssen außer Betrieb genommen werden.
  • Die in Deutschland installierten Kernkraftwerke werden im gleichen Zeitraum hoffentlich weitgehend außer Betrieb genommen werden.
  • Der Strombedarf wird in Zukunft bei unveränderten Verbrauchsgewohnheiten weiter steigen.
Die Versuche der Kraftwerkslobby, mit „visionären Kraftwerkstechnologien“ die Verbrennung fossiler Energieträger zur Stromerzeugung bzw. die Wiederbelebung der atomaren Technik den Menschen in diesem Lande als Königsweg und alternativlos für eine nachhaltige Entwicklung zu verkaufen, findet keine Zustimmung durch die PDS.

Im Endbericht der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages „Nachhaltige Energieversorgung unter den Bedingungen der Globalisierung und der Liberalisierung“ vom 7. Juli 2002 wird detailliert beschrieben, welche Rolle die erneuerbaren Energien in Zukunft spielen können. So stellen die Autoren fest: „Die regenerativen Energiequellen bieten ein - gemessen an menschlichen Zeitmaßstäben - unerschöpfliches Energiepotenzial, das den derzeitigen Energieverbrauch um viele Größenordnungen übersteigt. Von den drei regenerativen Energiequellen, solare Strahlung, Geothermie und Gezeitenkraft, ist die Sonnenenergie bei weitem die Größte. Die drei regenerativen Energiequellen mit ihren direkten und indirekten Nutzungsmöglichkeiten sind grundsätzlich in der Lage, alle heute und in Zukunft benötigten Sekundärenergieträger bzw. Nutzungsenergieformen Wärme, Strom und Brennstoffe bereitzustellen“.

Erneuerbare Energien seien zu teuer und verzerren den Wettbewerb, wird ihren Befürwortern immer entgegengehalten. Zum einen widerlegen der „Kohlepfennig“ und die politische und finanzielle Verantwortung des Staates für die Entsorgung atomarer Abfälle diese Argumentation. Und zweitens wird die Konzentration der zweifellos begrenzten staatlichen Mittel auf die Erforschung aller noch offenen Fragen bei der Gewinnung und Nutzung regenerativer Energien perspektivisch auch kostensenkende Wirkungen haben. Dies wird allerdings nicht von alleine und nicht von heute auf morgen geschehen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Weitere Schritte sind aber nötig. Bei der mittelfristig noch notwendigen Nutzung von fossilen Energieträgern sollte vorrangig auf moderne Gaskraftwerke zurückgegriffen werden.

Forschung und Entwicklung müssen auf die noch ungelösten Probleme in diesem Bereich - wie z. B. Fragen der Speicherung und des Ausgleichs bei diskontinuierlicher Erzeugung - konzentriert werden. Möglichkeiten der Energieeinsparung durch Wirkungsgradverbesserungen sind konsequent zu nutzen. Und nicht zuletzt brauchen wir auch Verhaltensänderungen der Menschen, die auf der Erkenntnis beruhen, dass die Erde nicht überleben wird, wenn wir die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen, insbesondere Kohlendioxid, langfristig nicht stoppen. Fossile Energieträger sind CO2"-Träger und endlich. Schon heute werden Kriege um ihre Verfügbarkeit geführt. Abgesehen von den mit der Nutzung der Atomenergie verbundenen immensen Gefahren und der völlig ungeklärten Endlagerproblematik sind auch nukleare Ressourcen begrenzt.

Aber leider ist es oft so, dass es erst Katastrophen sind, die uns zur Besinnung bringen. Dem allen möchte die PDS mensch- und umweltfreundliche Alternativen entgegensetzen. Ein dezentrales, vollständig solares Energiesystem ist unser Ziel.

Quelle:
Neues Deutschland 8.11.04
tarantel Nr. 26
www.oekologische-plattform.de/texte/index_texte_energiewende.htm

 


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