Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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Datum: 01.07.05

Solarstrahlung um die Mittagszeit vermeiden

Informationen über die krebserregende UV-B Strahlung

von Wolf von Fabeck
Geschäftsführer im Solarenergie-Förderverein Deutschland

Bürger, die mit UV-Messgeräten ausgestattet sind, konnten an einigen Tagen der vergangenen Woche um die Mittagszeit deutlich erhöhte UV-Strahlung feststellen. So lag zum Beispiel die UV-B Einstrahlung im Bereich von 310 nm im Forschungszentrum Jülich am 22. Juni 05 um zwanzig Prozent höher als der sonst gemessene Maximalwert. Die Ursache ist eine temporäre Ausdünnung der schützenden Ozon-Schicht in etwa 20-50 km Höhe.

Die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken, nimmt bekanntlich besonders mit der Einstrahlung an UV-B zu.

Wer sich oder seine Kinder vor der gefährlichen UV-B Strahlung schützen will sollte Folgendes wissen:

UV-B Strahlung stammt von der Sonne, wird aber in der Erdatmosphäre stark gestreut, so dass sie bei unbedecktem Himmel von überall her kommt. Wer sich in den Schatten eines kleinen Sonnenschirms flüchtet, deckt sich also nur gegen einen kleinen Teil - etwa 30% - der UV-B Strahlen ab. Auch dünne Wolken vermindern das UV-B nur in geringem Maße.

Die UV-B Strahlung wird von den in der Atmosphäre befindlichen Ozonmolekülen absorbiert. Je länger die Strecke ist, die das Licht durch die Atmosphäre zurücklegt, desto mehr wird die Strahlung geschwächt. Die UV-B Strahlung hängt deshalb extrem stark vom Sonnenstand ab. Wenn die Sonne nur flach steht, also im Winter und in den Morgen- und Abendstunden, wird die Strahlung stark geschwächt. Um die Mittagszeit herum im Sommer hat sie dagegen ein sehr ausgeprägtes Maximum.

Schutzmaßnahmen

Um die Mittagszeit im Sommer zwischen 11 und 15 Uhr sollte man sich möglichst im Haus oder im Schatten eines Waldes aufhalten. Hinter normalem Fensterglas ist man weitgehend vor UV-B Licht geschützt. Im Freien sollte man einen breitkrempigen Hut tragen und alle unbedeckten Hautpartien mit Sonnencreme eines hohen Schutzfaktors eincremen.

Wichtig: Auch eine "gesunde" Bräunung schützt nicht besonders gut gegen Langzeitschäden wie Hautalterung, Hautkrebs oder Linsentrübung. Diese können auch auftreten, wenn es zu keinem Sonnenbrand kommt, die Bestrahlung aber häufig erfolgt. Haut und Augen "merken sich lebenslänglich" jede UV Strahlung und nicht nur diejenige, die über der Sonnenbrandschwelle liegt.

Ursache der UV-B Strahlung

Die Ursache der erhöhten UV-B Strahlung liegt in einer Ausdünnung der schützenden Ozon-Schicht besonders in der Nähe der Pole. Um den Südpol herum gibt es bereits seit Jahren ein ausgedehntes Ozonloch, was in Australien zu einer deutlichen Zunahme der Hautkrebshäufigkeit und einer konsequenten Umstellung der Lebensgewohnheiten geführt hat. So arbeitet dort z.B. niemand um die Mittagszeit im Freien, und Kinder dürfen nur mit breitkrempigen Hüten die Schule besuchen. In öffentlichen Räumen findet man Spender für kostenlose Sonnenschutzcremes.

In diesem Jahr erreichte auch das "Ozonloch" um den Nordpol erhebliche Ausmaße. Im Frühjahr reichten seine Ausläufer sogar bis nach Bayern.

Ozon fehlt in der Stratosphäre, stört aber in Bodennähe

Der Grund für den Ozonabbau sind gasförmige Halogenverbindungen, wie die als Treibgas oder Gefriermittel eingesetzten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs), die in die Stratosphäre gelangen. Auch wenn die FCKWs inzwischen verboten wurden, wird es voraussichtlich mehrere Jahrzehnte dauern, bis sich das Ozonloch wieder schließt.

Während Ozon in Bodennähe zu Atembeschwerden und Pflanzenschäden führt, ist Ozon in der Stratosphäre also durchaus erwünscht.

UV-Anteile des Sonnenlichts

UV-A
315-380 nm
sofortige, kurze Bräunung; Hautalterung und Faltenbildung, praktisch keine Sonnenbrand erzeugende Wirkung

UV-B
280-315 nm
langfristige Bräunung.
UV-B dringt in tiefere Hautschichten vor, hohes Hautkrebsrisiko, erzeugt Sonnenbrand

UV-C
noch kurzwelligerer Anteil
wird in der Atmosphäre abgefangen

 


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