Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 03.02.2019, aktualisiert am 04.02.2019, Wolf von Fabeck:

Unsere Stellungnahme zu "fridays for future"

Ängstliches Schule-Schwänzen oder aktiver Schulstreik

Immer mehr Schüler demonstrieren weltweit an Freitagen vormittags für einen besseren Klimaschutz und verstoßen damit gleichzeitig gegen ihre Schulpflicht.

Die Reaktionen darauf sind vielfältig:

Der Kultusminister von Sachsen-Anhalt zum Beispiel verlangt, die Schüler sollten nicht während der Schulzeit, sondern in der unterrichtsfreien Zeit demonstrieren. Die Schulpflicht müsse befolgt werden, Regeln müssten eingehalten werden. Viele Eltern geben ihm recht. Aber ...

Versetzen wir uns einmal in die Lage der demonstrierenden Schüler. Die haben schneller als viele Erwachsene verstanden, dass der Klimawandel von Jahr zu Jahr gefährlicher wird. Die Durchschnittstemperaturen steigen von Jahr zu Jahr (die augenblickliche Eiseskälte in Teilen der USA wird durch die milden Wintertemperaturen bei uns und durch die unerträgliche Hitze in Australien bei der Berechnung der Durchschnittstemperatur mehr als ausgeglichen). Das weltweite Abschmelzen der Gletscher beweist, dass die Warnungen der Klimaforscher berechtigt sind. Das Tempo der Erwärmung nimmt rapide zu. An den letzten Sommer mit seiner extremen Trockenheit und Hitze erinnern sich viele mit Grausen.

Einige wenige Jahre wird man es in Deutschland wohl noch aushalten können, denn wir leben in einem reichen Land und können uns notfalls dazukaufen, was bei uns nicht mehr wachsen will. Und so lange die Stromversorgung funktioniert, können die Wohlhabenderen unter uns sich noch mit Klimaanlagen schützen.

Ich (der Schreiber dieses Beitrages) bin über achtzig Jahre alt und habe - nimmt man alles in allem - ein erfülltes Leben gehabt und kann mich nicht beklagen. Auf die Schüler aber mit einer biologischen Lebenserwartung von dreißig oder mehr Jahren kommen absehbar immer häufiger lebensbedrohliche Ereignisse zu: sintflutartige Regengüsse mit vernichtenden Überschwemmungen, Schlammlawinen, Missernten, Hungersnöte, Untergang der küstennahen Millionenstädte, klimabedingte Flüchtlingsströme, Dürreperioden, unerträglicher Hitze sogar in der Nacht, Mangel an Trinkwasser und immer fürchterlichere Flächenbrände. Und keine Hoffnung mehr, dass es jemals besser werden könnte.
Auf einer der Spruchtafeln bei der Demonstration am 01.02.2019 in Magdeburg war der verzweifelte Spruch zu lesen: "Ihr liegt bald im Grabe. Aber wir sitzen dann hier bei 60 Grad Celsius".

Und warum das alles?

Gesetzentwürfe

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Weil die Bundesregierung (die Bundeskanzlerin und ihre Minister) sich von Konzernmanagern beraten lässt, die in ihrer Gier nach noch mehr Gewinn weiterhin die klimaschädlichen Energien Braunkohle, Steinkohle, Erdgas, Erdöl und außerdem die radioaktive Atomenergie nutzen wollen und weil sie den Betreibern von Solar- und Windanlagen und Speichern ein schikanöses Bremsgesetz nach dem anderen in den Weg werfen.

Und weil der Gesetzgeber (der Bundestag) sich nicht an die Klima-Vereinbarungen von Paris hält (obwohl er sie selbst nach allen Regeln des Völkerrechts ratifiziert hat.

Und weil der Gesetzgeber nicht einmal das GRUNDRECHT auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Grundgesetz, Artikel 2) beschützt.

Wer also hält sich hier nicht an die Regeln?

Und nun die zweite Frage: Warum wollen die Schüler ausgerechnet während der Schulzeit demonstrieren?

Erst ein allwöchentlich wiederholter Verstoß "fridays for future" gegen die Schulpflicht - ein Schüler-STREIK - zwingt die Kultusminister - und damit letztlich die Landesregierungen - sich endlich auch mit dem Thema Klimawandel inhaltlich auseinanderzusetzen.

Eltern und Großeltern dürfen ihre Nachkommen jetzt nicht im Stich lassen, wenn die Schulbehörden oder uneinsichtige Schulleiter oder Lehrer mit Sanktionen drohen!

Die Regierung hat die junge Generation abgeschrieben - ihr weiteres Schicksal ist ihr offenbar gleichgültig. Kinderopfer zur Verbesserung der Konzerngewinne! Ein Schulstreik in der schulfreien Zeit wäre da lächerlich unangemessen. Die Schülerdemonstrationen sollten jeden Freitag genau während der Schulzeit stattfinden. Die Schüler demonstrieren nicht nur, sie streiken sogar und als die Hauptbetroffenen haben sie ein moralisches Recht dazu.

Auch bei den bisher nicht beteiligten Schülern wird so das Bewusstsein für die Gefahr geweckt, in der wir alle - aber die junge Generation ganz besonders - stehen.

Und immer daran denken: Nur steter Tropfen höhlt den Stein.



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