Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 03.12.2010, aktualisiert am 06.12.2010, Wolf von Fabeck:

Zusammenfassung - Abwägung von Netzausbau und Stromspeichern

Mit den folgenden Thesen möchte der Solarenergie-Förderverein Deutschland eine fruchtbare Diskussion zu den technischen Notwendigkeiten bei der Umstellung auf 100 Prozent Erneuerbare Energien auslösen.
Die Begründungen zu diesen Thesen enthalten einige neue Erkenntnisse. Sie finden sie anhand der laufenden Nummer(n) in eckigen Klammern.


Für die Umstellung der Energieversorgung auf 100 Prozent Erneuerbare Energien ist sowohl ein Ausbau der Stromnetze als auch der Bau von Stromspeichern notwendig, doch müssen diese aufeinander abgestimmt sein [1].

Im EEG gibt es eine Verpflichtung der Netzbetreiber zum Ausbau des Stromnetzes. Die Anreize zum Bau von dezentralen Stromspeichern sind jedoch nicht kostendeckend. Der Bau von Stromspeichern wurde deshalb seit Jahren vernachlässigt [1].

Schon bei einer Verdoppelung des EE-Anteils in der Stromversorgung - also in wenigen Jahren - lassen sich unnötige Energieverluste nicht mehr alleine durch weiteren Netzausbau sondern zunehmend nur noch durch Bau von Stromspeichern vermeiden [1].

Im 100-Prozent-Fall müssen - selbst bei vollständigem Ausbau aller nationalen und internationalen Stromnetze - die Stromspeicher eine unerwartet hohe Ausspeicherleistung erbringen können. Im worst case (Abendspitzenlast, keine Sonne und kein nennenswerter Wind in ganz Europa) wäre das die volle Spitzenlast abzüglich Geothermie-, Wasser- und Bio-Reststoff-Strom [1].

Ohne Stromspeicher ist eine vollständige Umstellung auf Erneuerbare Energien überhaupt nicht möglich [2].

Stromspeicher sollen möglichst dicht bei den Solar- und Windanlagen errichtet werden; das bedeutet Dezentralisierung soweit möglich [3].

Zur weiteren Erschließung des Solar- und Windpotentials ist der Bau von "Sammelleitungen" im nationalen Rahmen erforderlich [6].

Stromleitungen zum "Fortleiten" "überschüssigen" EE-Stroms im nationalen Rahmen (neue Hoch- und Höchstspannungsleitungen) müssen nur dort gebaut werden, wo eine Potentialabschätzung ergibt, dass das regionale EE-Angebot - auch nach Glättung durch lokale Speicher - in dieser Region nicht verbraucht werden kann [6].

Ehe Überschussstrom aus Erneuerbaren Energien fortgeleitet wird, sollte man ihn zunächst in lokalen Speichern glätten, denn mit ungeglättetem Strom aus Leistungsspitzen kann kein Verbraucher etwas anfangen und außerdem überlastet er das Netz [6].

Internationale Fernübertragungsleitungen wären nur erforderlich, wenn auf norwegische Pumpspeicherkraftwerke nicht verzichtet werden kann [3] [4].

Pumpspeicherkraftwerke sind besser für die Aufnahme von gleichmäßiger Leistung (z.B. aus Braunkohle oder AKW) ausgelegt als für Strom aus Wind- oder Solarenergie [4] [5].

Biomasse ist aus ökologischen und sozialen Gründen als Energiespeicher nicht geeignet und vom Potential her nicht ausreichend [5] [7].

Zum Ausgleich zwischen häufigen kurzfristigen solartypischen Überschüssen und Stunden des Energiemangels sind aufladbare Batterien bei den Endverbrauchern in der Nähe von Solaranlagen geeignet [5].

Für Tage oder gar Wochen mit Mangel an Sonne und Wind ist ein Energie-Notvorrat erforderlich, dessen räumliche Unterbringung eine Herausforderung darstellt. Der Notvorrat könnte möglicherweise Methanol sein, das aus atmosphärischem CO2 gewonnen wird und in Tanks (ähnlich den Heizöltanks) bei den Endverbrauchern gelagert werden kann [5].

Einzelbeiträge mit ausführlichen Begründungen

1. Abwägung zwischen Netzausbau und Speicherausbau - Aufgabenstellung

2. Vollständige Energiewende ohne Stromspeicher nicht möglich

3. Platzierung von Speichern mit Rücksicht auf Solar- u. Windangebot

4. Können Stromspeicher den Ausbau internationaler Fernübertragungsleitungen überflüssig machen?

5. Unterschiedliche Speichertypen und ihre besondere Eignung

6. Ausbau der "Sammelnetze" und nationalen "Fortleitungsnetze"

7. Über die Rolle der Bioenergien im zukünftigen Energiemix



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