Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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Vorschlag zum 100.000 Dächerprogramm

vom 06.05.2000 (überholt)


Sehr geehrte Solarfreunde,

Der Markt sei leergefegt, hieß es in einigen Kommentaren zum Stop des 100.000 Dächerprogramms. Nun müsse man eine Überhitzung vermeiden.

Unsere Informationen sehen anders aus:

Bei Shell Solar hat man in den letzten Wochen darüber nachgedacht, wegen der großen Nachfrage eine zweite Fertigungsstraße in Betrieb zu nehmen.
Bei verminderter Attraktivität des 100.000 Dächerprogramms wird man wohl darauf verzichten. Schade drum!

Doch das nur vorab. Jetzt geht es um die Frage, wie es mit dem 100.000 Dächerprogramm weitergehen soll.

Nach der bisherigen Konzeption war das Programm ein Programm mit sechs Deckeln.

- Deckel 1: Im Jahr 1999 nicht mehr als x1 DM
- Deckel 2: Im Jahr 2000 nicht mehr als x2 DM
- Deckel 3: Im Jahr 2001 nicht mehr als x3 DM
- Deckel 4: Im Jahr 2002 nicht mehr als x4 DM
- Deckel 5: Im Jahr 2003 nicht mehr als x5 DM
- Deckel 6: Im Jahr 2004 nicht mehr als x6 DM
- Deckel 7: D E R H A U P T D E C K E L
Insgesamt nicht mehr als 300 MW (oder 100.000 Dächer)
oder nicht mehr als ( x1 + x2 + x3 + x4 + x5 + x6 ) DM

Die elende Situation, daß das Geld lange vor Jahresende ausgegeben ist und das Programm wieder gestopt werden muß, wird sich also noch fünf mal wiederholen.

Gibt es einen Ausweg?

Die Forderung, es möge insgesamt mehr Geld zur Verfügung gestellt werden, ist unrealistisch. Sie wird von uns NICHT gestellt. Wir begrüßen im Gegenteil jeden Versuch einer Haushaltskonsolidierung.

Der Deckel 7 wird von uns also akzeptiert, die Deckel 1 bis 6 jedoch nicht.

Es ließe sich eine Regelung denken, bei der die Deckel 1 bis 6 entfallen.

Die Gesamtsumme, die für die 100.000 Dächer vorgesehen war, wird dadurch nicht höher. Man könnte sie sogar auf ihren heutigen Barwert vermindern (abzinsen).

Die Förderbedingungen des 100.000 Dächerprogramms könnten dann bleiben wie vor dem 1.4.2000 (Kreditumfang 100%, Zinssatz 0%, Erlaß der letzten Jahresrate).
Der Nachfrageboom würde sich kaum abschwächen. Die Kontinuität der politischen Solarförderung wird erkennbar; das Vertrauen wächst. Die zweite Fertigungsstraße bei der Shell Solarfabrik könnte gebaut werden.
Auch anderenorts würden neue Fertigungskapazitäten entstehen.

Nach Installation der 100.000 Dächer wird der Bundestag seiner Selbstverpflichtung nachkommen, eine wirtschaftliche Anschlußvergütung für Solarstrom festzulegen.

Der Finanzminister kann aufatmen, weil er ein weiteres Subventionsprogramm schneller los ist als erwartet.

Mit freundlichen Grüßen
Wolf von Fabeck



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