Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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Sollen wir auf ein Wunder warten?

Viele Umweltfreunde - auch einige progressive Stadtwerke - setzen sich engagiert für den Ausbau der Kraft-Wärmekopplung auf Kohle-, Gas-, oder Ölbasis ein.
Die Möglichkeit, Kraft-Wärmekopplung mit Biomasse zu betreiben, wird bedauerlicherweise vernachlässigt.

Ist denn der Bau kraftwärmegekoppelter fossiler Kraftwerke tatsächlich ein Ausweg aus der Energie- und CO2-Krise?

Die Befürworter begründen den Bau fossiler KWK-Kraftwerke mit dem geringeren Brennstoffverbrauch. Die gleiche Menge Energie wird nun mit 30 oder 40 Prozent weniger Kohle erzeugt.
Aber ist dies wirklich eine ÜBERLEBENSSTRATEGIE?

Befragen wir Robinson Crusoe:

Er wird durch einen Sturm auf eine menschenleere Insel verschlagen. Unter den geretteten Nahrungsmitteln finden sich mehrere Säcke mit Kartoffeln. Wenn Robinson Crusoe seine Kartoffelvorräte aufgezehrt hat - gleichgültig wie sparsam er lebt - wird er letztlich verhungern.

Robinson hat zwei Möglichkeiten:

  • Entweder:
    Er wartet auf das rettende Schiff. Tag für Tag hält er Ausschau, damit er ggf. ein Feuer als Notsignal anzünden kann.
    Die Kartoffeln verbraucht er so sparsam wie möglich.
  • Oder:
    Robinson verlässt sich nicht darauf, dass ein Schiff zufällig in die Nähe der entlegenen Insel gerät.
    Er pflanzt die Kartoffeln sofort als Saatkartoffeln ein und behält nur einen kleinen Notvorrat für die Zeit bis zur Kartoffelernte.
    Seine Nahrung verbessert er als Sammler und Jäger.
Das Beispiel zeigt uns:
Nur wer auf Hilfe von außen hoffen kann, auf ein rettendes Schiff, auf die technische Reife der Kernfusion oder auf ein anderes Wunder, wird den Verbrauch seiner begrenzten Vorräte an Geld und fossilen Energien fortsetzen.
Wer keine Hilfe erwarten kann, kümmert sich energisch um die Umstellung seiner Energie- oder Nahrungsversorgung auf ein anderes Prinzip.

Diese Überlegungen zugrunde gelegt, ist der staatlich geförderte forcierte weitere Ausbau der fossilen KWK eine Fehlentscheidung.
  • Volkswirtschaftlich gesehen:
    Eine Verschwendung von finanziellen Ressourcen. Die vorhandenen finanziellen Mittel würden besser in den Ausbau der erneuerbaren Energien gesteckt.
  • Handelspolitisch gesehen:
    Fortsetzung der Abhängigkeit von Energieimporten.
  • Ökologisch gesehen:
    Lediglich eine Verlangsamung, aber keine Beendigung des CO2-Anstiegs in der Atmosphäre.
  • Gesellschaftspolitisch:
    Ein Zementieren der zentralen Kraftwerkstechnik.
  • Energiepolitisch:
    Ein Fehler, denn in nicht allzuferner Zukunft werden die Betreiber der dann noch nicht abgeschriebenen fossilen KWK-Anlagen - aus wirtschaftlichen Gründen - die vehementen Gegner eines forcierten Ausbaus der Erneuerbaren Energien sein.
  • Psychologisch:
    Demonstration der Mutlosigkeit, des mangelnden Vertrauens in das Potential der erneuerbaren Energien.
    Warten auf den Erfolg der Kernfusion oder auf ein anderes Wunder.
Fossile KWK verzögert die Energiewende


 


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