Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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Gegen die Hoffnungslosigkeit

19.3.2003

Wussten Sie, dass es in China mehr Menschen mit dem Namen Wang gibt als Einwohner in ganz Bayern? Wir haben nicht nachgezählt, aber die Größenordnungen könnten stimmen. Stellen Sie sich vor, dass nicht nur alle Wangs, sondern dass jede chinesische Familie sich ein Auto kauft; warum sollte sie nicht? China befindet sich im Aufstieg zu einem Industriestaat - und der westliche Standard gilt weltweit als Vorbild.

Wussten Sie, dass der Erdölkonzern ESSO schon jetzt Mineralöl kauft, das aus Ölschiefer gewonnen wird? Ölschiefer wird z.B. in Australien bergbaumäßig abgebaut, industriell gemahlen, getrocknet, erhitzt und schließlich filtriert; mühsam und teuer (und umweltschädlich). So richtet sich ESSO auf die Zukunft ein - auf seine Weise. Die Zeit des im Überfluss aus der Erde hervorsprudelnden Erdöls geht offenbar zu Ende.

Das Drama beginnt schon jetzt - Jahrzehnte bevor der letzte Tropfen Erdöl gefördert sein wird. Noch merkt der private Sprit-Verbraucher kein Stocken der Ölversorgung. Richtig beunruhigend wird es für ihn erst dann, wenn die Ölfördermengen nicht mehr so rasch gesteigert werden können, wie der Bedarf in China, Indien usw. wächst. Dabei ist doch schon jetzt vorhersehbar, was dann geschehen wird. Wenn es so weit ist, werden die Ölpreise explodieren. Das ist das eherne Gesetz des Marktes, denn Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Wenn dann die Fördermengen trotz steigender Preise immer noch nicht schnell genug erhöht werden können, weil es an ergiebigen neuen Quellen fehlt, ist ein weiterer Preisanstieg nicht mehr zu bremsen.

Je höher dann der Marktpreis über den Herstellungspreis steigt, desto höher ist die Gewinnspanne. Energiekonzerne, die sich jetzt mit politischer und militärischer Hilfe die Förderrechte für die letzten Erdölvorkommen beschaffen können, werden einmal zu den mächtigsten dieser Erde gehören. Kein Wunder, dass die begehrlichen Blicke der Wirtschafts- und anderer Strategen über die Weltkarte schweifen...

Der Bevölkerung sind diese Zusammenhänge nur vage bewusst. Immerhin wird die Sicherung der letzten Ölreserven schon als Hauptgrund, zumindest als einer unter vielen Kriegsgründen anerkannt, aber es herrscht Rat- und Hoffnungslosigkeit in der Frage, woher Abhilfe kommen soll. Bei der Mehrheit fehlt noch der letzte Erkenntnis-Schritt:

Die hier angedeutete schreckliche Entwicklung kann gestoppt werden - Dazu müssen die konventionellen Energien komplett durch die Erneuerbaren Energien ersetzt werden.

Für einen Irak-Krieg kommt diese Erkenntnis zu spät, doch es gilt, weiteren Verteilungskriegen vorzubeugen. Denn die Gefahr für die gesamte Menschheit wird immer weiter zunehmen; Erdölvorkommen gibt es auch noch in anderen Regionen und in wenigen Jahrzehnten geht auch das Erdgas zur Neige.

Ohne Lösung der Energiefrage ist die Erhaltung des Weltfriedens nicht mehr möglich. Mehr als je zuvor gilt deshalb: Unser Einsatz für Erneuerbare Energien ist Friedensdienst!

Wir sind damit auf dem richtigen Weg. Die Erkenntnis, was zu tun ist, breitet sich aus. Die Argumentation wird einfacher. Insbesondere das Kostenargument, Lieblingsargument aller Energiewende-Gegner, zieht nicht mehr, denn allein schon die materiellen Kosten eines mit modernen Waffen geführten Krieges sind vielfach höher als es eine komplette Umstellung auf Erneuerbare Energien jemals sein kann. Wenn Sie in diesen Wochen Zahlen über die Kosten des Aufmarschs der US-Armee am Golf hören, vergleichen Sie diese mit den geschätzten 20 bis 120 Mrd EUR für eine vollständige Energiewende. Und dann denken Sie an das menschliche Leid eines Krieges, an die wachsende Terrorgefahr und vergessen Sie nicht die Hochwasserschäden der vergangenen Jahre!

Sie, sehr geehrte Leser, die Sie sich seit langem mit dem Thema befassen und einen Überblick über die Möglichkeiten haben, sind gefordert, in Ihrem Umfeld einen Beitrag zur allgemeinen Information zu leisten. Es gilt weiterhin, geduldig und beharrlich Zweifel an der Energiewende auszuräumen. Hilfe bieten Ihnen dabei ein ausführlicher Beispielsbrief "Brief an einen Zweifler". sowie Hinweise auf Transparente, T-Shirts

Eine vollständige Energiewende ist möglich.

Mit freundlichen Grüßen Wolf von Fabeck

 


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