Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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04.08.2017, Wolf von Fabeck:

KANTAR-EMNID-Umfrage - Ist die rasche Umsetzung der Energiewende für Sie ein entscheidendes Wahlkampf-Thema?

Ergebnis einer Meinungsumfrage im Auftrag des Solarenergie-Fördervereins Deutschland (SFV)

Befragungszeitraum: 18.07.-20.07.2017

Umfragetext

Für Ihre Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl spielen sicherlich unterschiedliche Themen und Kandidaten der Parteien eine Rolle. Ist da die rasche Umstellung der Energieversorgung von Atomenergie, Kohle, Erdöl und Erdgas auf Solarenergie, Windkraft und Stromspeicher für Sie das entscheidende Thema?

Mögliche Antworten:

(1) das entscheidende Thema
(2) ein wichtiges Thema
(3) ein unwichtiges Thema
(4) kein Thema

Das Ergebnis der Umfrage

(1)   Von 1024 Befragten gaben   6 Prozent   an, dass die Frage einer schnellen Energiewende für sie das wahlentscheidende Thema sei.

(2)   Von 1024 Befragten gaben   60 Prozent   an, dass die Frage einer schnellen Energiewende für ihre Wahlentscheidung ein wichtiges Thema sei.

 
(3)   Von 1024 Befragten gaben   nur 15 Prozent   an, dass die Frage einer schnellen Energiewende für ihre Wahlentscheidung ein unwichtiges Thema sei.

(4)   Von 1024 Befragten gaben   nur 16 Prozent   an, dass die Frage einer schnellen Energiewende für ihre Wahlentscheidung kein Thema sei.

 

Weitere Aufschlüsselung der Ergebnisse

Das vollständige Ergebnis unserer neuen Umfrage haben wir auf unserer Internetseite veröffentlicht
KANTAR-EMNID Energiewende wichtiges Thema

 

Ein naheliegendes Missverständnis ausräumen

Bevor wir uns der Auswertung zuwenden, gilt es ein Missverständnis auszuräumen. Das soll anhand eines Beispiels erfolgen:

Dazu versetzen Sie sich in die Rolle eines Sympathisanten der Grünen. Sie werden telefonisch befragt. Wie lautet Ihre Antwort?

Sie halten die rasche Durchführung der Energiewende für dringend notwendig und werden deshalb die rasche Durchführung der Energiewende
als (1) das für Sie entscheidende Thema angeben.

Nun versetzen Sie sich (bitte nur ganz kurz) in die Rolle eines AfD-Sympathisanten, der ebenfalls telefonisch befragt wird:

Sie seien - wie so viele AfD-Sympathisanten - überzeugt davon, dass die rasche Durchführung der Energiewende viel Geld kosten und der Volkswirtschaft schweren Schaden zufügen wird. Gerade aus diesem Grund würden Sie die AfD wählen, die sich ohne Wenn und Aber gegen die rasche Durchführung der Energiewende wehrt. Auch Sie würden sich für Antwort (1) entscheiden.

So kommen politische Gegner zu der selben übereinstimmenden Aussage, dass das Thema Energiewende für Beide das entscheidende Wahlkampfthema ist. Der Unterschied besteht lediglich darin dass der eine die rasche Energiewende dringend wünscht, der andere aber eine Energiewende völlig ablehnt. Wer die Antwort (1) wählt, verrät damit nicht, ob er eine schnelle Energiewende wünscht. Wir wissen dann nur, dass für ihn das Thema "Schnelle Energiewende" wahlentscheidend ist.

Allerdings, iIm Zusammenhang mit unserer Umfrage vom 16. bis 18. März rundet sich das Bild

Die damalige Umfrage wurde im Rahmen einer Mehrthemenumfrage vom 16. bis 18. März 2017 durchgeführt.

Die damalige Umfrage lautete:
„Soll die Umstellung von Atomenergie, Kohle, Erdöl und Erdgas auf Solarenergie, Windkraft und Stromspeicher Ihrer Ansicht nach mit höchstem Vorrang vorangetrieben werden?“

Das Ergebnis: 70 Prozent der Bevölkerung wünschten höchsten Vorrang für die Energiewende!

Emnid-Umfrage "Bevölkerung wünscht Energiewende mit höchstem Vorrang"

 

Weitere Umfrage nach der größten Sorge der Deutschen

Knapp zwei Monate vor der Bundestagswahl nennen die Deutschen als ihre größte Sorge den Klimawandel. Das ergab eine Umfrage des Instituts Kantar Emnid im Auftrag der Funke-Mediengruppe.


71 Prozent   Veränderung des Weltklimas

65 Prozent   Neue Kriege

63 Prozent   Terroranschläge

62 Prozent   Kriminalität

59 Prozent   Altersarmut

45 Prozent   Massenhafte Zuwanderung von Flüchtlingen

33 Prozent   Arbeitslosigkeit

 

Kommentar des SFV

Ohne die hier dargestellten Umfrageergebnisse könnte man leicht auf die Idee kommen, der Wahlbevölkerung sei das Thema Energiewende gleichgültig. Doch diese Annahme ist irrig.

Wer den Klimawandel als größte Bedrohung empfindet, darf keine Partei wählen, die die Umstellung der Energieversorgung auf Sonnen- und Windenergie sowie auf Stromspeicher - mit welchen Gründen auch immer - verzögert.



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