Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 15.07.2014, aktualisiert am 09.02.2015, Wolf von Fabeck:

Irgendwo in Europa weht immer der Wind - Kann man deshalb auf den Ausbau von Stromspeichern verzichten?

Denkfehler bei den Befürwortern eines europäischen "Supergrids"

Das Stromnetz von Portugal bis Polen, von Niederlande bis Griechenland müsse nur weiter ausgebaut werden, heißt es manchmal. Dann sei eine ununterbrochene Windstromversorgung für ganz Europa auch ohne Speicher möglich. - Das SUPERGRID als Ersatz für Speicher?

Diese Supergrid-Überlegungen enthallten zwei Gedankenfehler, auf die wir in den folgenden Prinzipskizzen aufmerksam machen:

Um die Darstellung zu vereinfachen, lassen wir zunächst die Solarenergie weg. Außerdem gehen wir von einem stark vereinfachten "Europa-Modell" aus, das nur aus sechs Ländern bzw. Ländergruppen besteht, die alle etwa die gleiche Größe und etwa den gleichen Energieverbrauch haben. Auch die Zahl der Windanlagen, die zur vollständigen Windstromversorgung jedes dieser Länder ausreicht, möge für alle sechs Länder etwa gleich sein. Sie wird in der Skizze durch jeweils ein einziges Windanlagensymbol für jedes Land dargestellt. Jedes Windanlagensymbol stellt also rund Hunderttausend Windräder dar.

Im ersten Bild überprüfen wir die Aussage der Supergrid-Befürworter, dass eine Windstromversorgung für ganz Europa möglich sei, auch wenn nur in einem einzigen Land Europas der Wind weht.
Wenn z.B. auf der Iberischen Halbinsel ausreichend Wind weht, im übrigen Europa aber nicht, und wenn in den sechs Ländern auch keine Speicher vorhanden sind, dann können die iberischen Windräder Europa mit genügend Strom nur versorgen, wenn ihre Gesamtzahl und –leistung erheblich vergrößert wird. Iberien muss für diesen Fall also eine sechsfache Zahl von Windanlagen bereit halten. Um die Skizze nicht zu überfrachten, haben wir nur die Windräder dargestellt, die tatsächlich arbeiten. Das Supergrid ist durch rote Linien angedeutet, die den Windstrom aus Iberien in die fünf anderen Länder überträgt.
Wind in Iberien

 

Im zweiten Bild nehmen wir an, dass diesmal der Wind nur in Polen weht und Polen ganz Europa mit Windstrom versorgen soll. Diesmal muss die Zahl der Windräder in Polen erheblich – nahezu auf das Sechsfache - erhöht werden.
Wind in Polen

 

Für alle übrigen Länder gilt das Gleiche. Fazit: Beim Supergrid muss das Fehlen der Speicher durch eine untragbare Vervielfachung der Windanlagen ausgeglichen werden.
Extreme Mengen

 


Und der zweite Gedankenfehler besteht darin, dass das Supergrid trotz der Vervielfachung der Windanlagen völlig versagt, wenn – was bisweilen vorkommt - in keinem der Länder Europas ausreichend Wind weht.


Im letzten Bild zeigen wir, wie sich der SFV eine Versorgung dieses Europamodells OHNE Supergrid, jedoch mit ausreichend Kurz- und Langzeitspeichern vorstellt. Jedem Windradsymbol ist dort noch ein Speichersymbol zur Seite gestellt, welches für alle Kurz- und Langzeitspeicher steht, die notwendig sind, um das jeweilige Land bei Schwachwind oder Windstille mit gespeichertem Windstrom zu versorgen. Und die Sonnenenergie darf auch nicht fehlen, gerade weil im Sommerhalbjahr die Windenergie Unterstützung braucht.
Speicher überall

 

Folienvortrag zum Thema Fernübertragungstrassen- oder Speicherausbau



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